Karl Kegel

Zur Erinnerung an den 135. Geburtstag von Friedrich Karl Kegel, der letzte Polyhistor der Montanwissenschaften

Karl KegelEr wurde am 19. Mai 1876 in Magdeburg geboren. 1893 beendete er die Realschule. Anschließend arbeitete Kegel ein Jahr in Staßfurt als Bergmann. Nach seinem Militärdienst erwarb er praktische Erfahrungen in verschiedenen Bergbaurevieren, so dass er, mit entsprechenden praktischen Vorkenntnissen ausgerüstet, von 1896 bis 1898 die Bergschule in Eisleben besuchen konnte.

Nach dem Abschluss arbeitete er im Braunkohlenbergbau. 1901 nahm er ein Hochschulstudium in Berlin auf. Im Jahre 1904 schloss er als Diplom-Ingenieur sein Studium an der Bergakademie Berlin ab.

Nach einer kurzen Zeit als Assistent an der Bergakademie Berlin und einer einjährigen Tätigkeit als Berginspektor in der Halleschen Pfännerschaft ging er 1906 als Lehrer an die Bergschule Bochum. 1918 wurde Karl Kegel als Professor für Bergbau, Bergwirtschaft und Brikettierung an die Bergakademie Freiberg berufen. Ab 1924 leitete er die bergtechnische Abteilung des Braunkohlenforschungsinstitutes. Seine Vorlesung umfassten ein breites Spektrum von Braunkohlen- und Steinkohlenbergbau, Tiefbohrkunde, Grundwasserkunde, Brikettierung, Aufbereitung bis hin zur Bergwirtschaftslehre. Er veröffentlichte 1912 seine erste Monografie über bergmännische Wasserwirtschaft und 1931 das Lehrbuch für Bergwirtschaftslehre und Bergmännische Gebirgsmechanik. 1953 verfasste er sein Lehrbuch des Braunkohlenbergbaues.

Er war ein Forscher und Lehrer von Weltruf und hat sich unvergängliche Verdienste um die Entwicklung des deutschen und internationalen Braunkohlenbergbaues erworben. Mit Recht war er der letzte Polyhistor der Montanwissenschaften.

1949 wurde Karl Kegel Ehrenbürger der Stadt Freiberg. Im gleichen Jahr erhielt er den Nationalpreis der DDR und 1952 die Ehrendoktorwürde der RWTH Aachen. 1956 wurde er als Hervorragender Wissenschaftler des Volkes ausgezeichnet.

Auf Grund gesundheitlicher Probleme übergab er sein Amt an seinen Schüler Erich Rammler. Karl Kegel starb am 5. März 1959 in Freiberg. Sein Grab befindet sich auf dem Donatsfriedhof. Ihm zu Ehren wurde auf dem Campus der Bergakademie Freiberg ein Gebäudekomplex mit seinem Namen Karl Kegel-Bau benannt. Ebenfalls gibt es auf dem Wasserberg in Freiberg die Karl-Kegel-Straße.

(Prof. Dr.- Ing. habil. Gerd Grabow)