Absolventeninterview Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie

"Absolventen empfehlen Studium in Freiberg" - Anja Kolbe studierte Werkstoffwissenschaft und -technologie.

Anja Kolbe (c) Saarstahl AG / Dirk Martin

Anja Kolbe hat ihr Studium der Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie an der TU Bergakademie Freiberg im Februar 2008 abgeschlossen und arbeitet nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Saarstahl AG im Bereich Innovation und Werkstoffentwicklung in Völklingen. 

Was haben Sie studiert?

Ich habe „Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie“ mit der Vertiefungsrichtung „Werkstofftechnik“ studiert.  

Warum können Sie ein Studium an der TU Bergakademie Freiberg weiterempfehlen?

Ich schätze den Leitspruch der TU Bergakademie Freiberg „Klasse statt Masse“. Ich habe mich an der kleinen, familiären Universität wohl gefühlt. Wir hatten einen guten Kontakt zu den Professoren und Mitarbeitern, wir mussten nicht in überfüllten Hörsälen sitzen oder uns um die Plätze im Praktikum streiten. Die starke Praxisorientierung des Studiums in Freiberg ist klasse. Wir haben früh gelernt, selbstständig zu arbeiten und einen Eindruck davon bekommen, wie die Arbeitswelt aussieht, die nach dem Studium auf uns wartet. 

Wie war das Studium in Freiberg und wie hat es Sie auf das Berufsleben vorbereitet? 

Studiert man „Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie“ an der TU Bergakademie Freiberg, erhält man eine sehr breite und fundierte Ausbildung, da das Fach ein eigenständiger Studiengang und nicht wie an vielen anderen Universitäten nur eine Vertiefungsrichtung im Bereich Maschinenbau ist. Werkstoffe sind die Grundlage unseres Alltags! Ohne Stahl könnte kein Maschinenbauer ein Auto bauen. Es gäbe keine Alu- oder Frischhaltefolie. Und eine Rakete würde den Flug ins All ohne Hitzeschutzkacheln nicht überstehen. Diese Beispiele zeigen schon die große Vielfalt der Werkstoffe. Während des Studiums in Freiberg hatte ich die Möglichkeit, sie alle einmal kennenzulernen. 

Was war besonders wertvoll und wie können Sie es jetzt anwenden? 

Besonders wichtig finde ich die Verbindung der Werkstoffwissenschaft mit der Werkstofftechnologie. Während man in der Wissenschaft lernt, wie Werkstoffe aufgebaut sind und wie man ihre Eigenschaften beeinflussen kann, erfährt man in den technologischen Fächern wie Werkstoffe überhaupt erzeugt und verarbeitet werden. Ein Bauteil erhält seine Eigenschaften nämlich nicht einfach nur durch die chemische Zusammensetzung des Materials, sondern auch durch den Fertigungsprozess. Ich arbeite beispielsweise als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich „Innnovation/Werkstoffentwicklung“ der Saarstahl AG in Völklingen. Als Stahlhersteller produzieren wir Stahl in Form von Stab und Draht, den unsere Kunden zu einem Endprodukt weiterverarbeiten. Wenn wir nun gemeinsam mit unseren Kunden Stähle, z.B. für die Fahrwerksfedern Ihres zukünftigen Autos, weiterentwickeln, müssen wir auch verstehen, was mit unserem Stahl während der Verarbeitung beim Federnhersteller passiert. Nur mit diesem Blick auf das Ganze können wir sicherstellen, dass der Stahl mit den optimalen Eigenschaften eingesetzt wird und die Federn Ihres neuen Autos nicht gleich beim ersten Schlagloch kaputt gehen. Mit dem Studium der „Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie“ an der TU Bergakademie Freiberg habe ich für mein Berufsleben also ein sehr gutes Rüstzeug erhalten.