Erste Untersuchungen in Lohsa

Abbildung der Echolot-Plattform auf dem Gewässer. Rechts am Bildrand ist das begleitende Boot zu erkennen. Die Plattform ist mit Spanngurten am Boot befestigt.


Am 03.08.2021 konnte die erste selbstständige Echolotbefahrung eines Untersuchungsgewässers mit der eigenen Schwimmplattform Ferdinand vorgenommen werden. Dazu sind in aller Frühe drei der Nachwuchsforscher aus den Projekten RoBiMo und AIRGEMM zum Speicherbecken Lohsa I, in der Nähe von Hoyerswerda, aufgebrochen. Da die Echolotplattform nach aktuellem Stand noch nicht autonom unterwegs sein konnte, stellte die Landestalsperrenverwaltung Sachsen (LTV) ein Boot inklusive Bootsführer bereit, der die Forscher den gesamten Tag begleitete. Die Plattform mit einem Gesamtgewicht von 50 kg wurde in Modulen zum Einsatzort transportiert und direkt im Gewässer aufgebaut. Aufgrund der Komplexität nahm der Aufbau etwa eine Stunde in Anspruch. Danach konnte gut ausgerüstet und die Plattform fest am Boot der LTV vertäut in See gestochen werden.

Blick auf das Wasserspeicherbecken. Zentral ist ein Boot und der Schwimmroboter zu sehen. Im Vordergrund liegen Akkus und weitere Technik des Roboters.


Das Speicherbecken Lohsa I ist ein Relikt des Braunkohletagebaus Werminghoff II und wurde bis 1971 mit dem Wasser der Kleinen Spree geflutet. Aufgrund der Historie und beobachteter Grundwasser-Einflüsse ist das Forscherteam auf das Gewässer aufmerksam geworden. Für die Festlegung von Messpunkten ist es von großer Bedeutung, sich ein Bild von dem Gewässer zu machen und die Struktur des Untergrundes zu kennen. Zudem ist es wichtig, vor allem in der Entwicklungsphase möglichst viele Gewässer mit ihren spezifischen Bedingungen zu befahren, um einen Eindruck über die Einsetzbarkeit und mögliche Optimierungspunkte der Geräte zu bekommen.

Foto vom Boot auf das Speicherbecken. Auf dem Boot sitzen zwei Nachwuchsforscher, rechts neben dem Boot schwimmt der Schwimmroboter.


Der Fokus am Dienstag lag auf der Testung der Echolot-Plattform. Ebenfalls unterstützen die gewonnenen Erkenntnisse bezüglich Gewässertiefe die Auswahl der Messpunkte für die weiteren Untersuchungen. Bereits bei der Befahrung konnte das Gewässerprofil in Echt-Zeit betrachtet werden, welches durch das Fächerecholot mit 130 Grad Öffnungswinkel aufgenommen wurde. Die Breite des erfassten Untergrunds veränderte sich dabei prinzipbedingt in Abhängigkeit zur Tiefe des Gewässers. Der Monitor mit den Daten wurde dabei sehr genau im Auge behalten, um durch geschickte Wahl der Parameter Fehlmessungen zu vermeiden und somit die anschließende Bearbeitung der Daten zu vereinfachen. Für die korrekte Bestimmung der Tiefenwerte wurde zu Beginn der Messung ein Schallprofil mittels Sonde für das Gewässer gemessen/erstellt.

Nachwuchswissenschaftlerin Lisa Jarosch bereitet die Schallprofilsonde für den Einsatz auf dem Boot vor.


Neben der Echolotuntersuchung soll in Zukunft das Speicherbecken hinsichtlich der Wassergüte, des Gasaustausches und des Grundwassers untersucht werden. Dazu wurden am Dienstag Orientierungsuntersuchungen und -beobachtungen angestellt. In drei Wochen wird der nächste Messeinsatz der Nachwuchsforscher in Lohsa erfolgen.

Blick auf die Echolottechnik, inklusive Messlaptop.


Die Projektteams möchten sich für die umfangreiche Unterstützung durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen bedanken. Die Projekte werden durch den ESF sowie durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes finanziert.