Erste Messkampagne erfolgreich abgeschlossen

Speicherbecken Lohsa I, 25.08.2021. Foto: Lisa jarosch

Die erste Messkampagne des ESF-Projektes RoBiMo konnte nach arbeitsreichen Tagen erfolgreich beendet werden. Dazu haben die zwei Nachwuchsforscher der Geoökologie und Hydrogeologie vom 24.08. bis 02.09.2021 alle ausgewählten Gewässer befahren. Diese sind die Talsperren Malter, Lichtenberg und Saidenbach im Umfeld Freibergs, sowie das Speicherbecken Lohsa I in der Oberlausitz und der Störmthaler See im Südraum Leipzig.

Arbeitsplatz auf dem Störmthaler See, 02.09.2021. Foto: Sebastian PoseIn der ersten Messkampagne wurden die Messungen noch ohne autonome Roboter-Technik durchgeführt. Mittels eines Ruttner-Schöpfers konnten Wasserproben aus verschiedenen Tiefen entnommen werden. Es wurden Wassergüteparameter wie pH-Wert, Temperatur, Sauerstoffgehalt und elektrische Leitfähigkeit untersucht sowie Schnelltests auf Chlorid, Gesamt- und Karbonathärte durchgeführt. Am Ufer beziehungsweise anschließend im Labor wurde das Wasser auf die Konzentration an gelöstem Eisen untersucht. Zusätzlich wurden Wasserproben für eine spätere Ionenchromatografie-Analyse im Labor präpariert.

Wasserprobennahme auf der Talsperre Lichtenberg, 26.08.2021. Foto: Lisa JaroschNeben der Wassergüteanalyse wurde auch der Austausch von Treibhausgasen zwischen Wasseroberfläche und Atmosphäre mithilfe eines an der TU Bergakademie Freiberg entwickelten Kammersystems gemessen. Aus den gewonnenen Wasserproben wurden zudem Proben für die Bestimmung der Konzentration an gelöstem Kohlenstoff und Gasproben zur Bestimmung der Treibhausgaskonzentrationen in verschiedenen Wassertiefen genommen.

Nach umfangreichen Vorbereitungen wurden die Gewässer vor Ort zunächst noch einmal kurz erkundet, bevor die finale Auswahl der Messpunktpositionen erfolgte. Für die beiden Tagebauseen lagen Tiefenkarten vor, für die anderen Gewässer dienten die Ergebnisse der zuvor durchgeführten Untersuchungen mit Echolot-Technologie als Orientierung für die Messpunktauswahl (siehe Beiträge vom 03.08.2021 und 18./19.08.2021).


Gasflussmessung auf der Talsperre Lichtenberg, 30.08.2021. Foto: Lisa Jarosch

Die Talsperren Lichtenberg und Saidenbach wurden gleich zu Beginn der Kampagne befahren. Start der Kampagne war am 24. August auf der Talsperre Saidenbach. Wie zwei Tage später auf der Talsperre Lichtenberg erschwerte stärkerer und anhaltender Regen einen reibungslosen Ablauf der Messungen, die dem Wetter zum Trotz durchgeführt wurden. Dennoch konnte an den beiden eingeplanten Tagen nicht das volle Messprogramm realisiert werden. Die Nachwuchsforscher mussten deshalb in der darauffolgenden Woche erneut für die Vervollständigung der Messwerte ausrücken.

Messplattform Ferdinand auf der Talsperre Saidenbach, 24.08.2021. Foto: Eric RöderAn allen anderen Gewässern war das Wetter besser gesonnen. Bei prallem Sonnenschein kam allerdings doch ein Regenschirm zum Einsatz, um auf dem Display des Computers zur Auswertung für das Kammersystem überhaupt etwas erkennen zu können.

Mit Ausnahme des Störmthaler Sees konnten auf allen Gewässern die Boote der LTV genutzt werden. Außerdem war meist ein Mitarbeiter der LTV mit an Bord, um die Boote zu steuern und somit dankenswerter Weise den Nachwuchsforschern von RoBiMo etwas Arbeit abzunehmen. Doch die waren auf der Talsperre Malter und dem Störmthaler See auch in Eigenregie erfolgreich. Am Störmthaler See wurden die Messungen in Kooperation mit den wissenschaftlichen Tauchern der TU Freiberg durchgeführt, die in einer Wassertiefe von 13,5 m Sedimentproben entnahmen und ihr Boot für die Untersuchungen zur Verfügung stellten.


Wissenschaftlicher Taucher bei der Probennahme im Störmthaler See, 02.09.2021. Foto: Sebastian PoseInsgesamt waren alle Geländetage lang und anstrengend. Aber das Kammersystem konnte weiter getestet und Optimierungsvorschläge gesammelt werden. Auch kann jetzt auf selbst generierte Daten zurückgegriffen werden, welche die Grundlage für weitere Messkampagnen bilden. Diese werden in Abhängigkeit des limnologischen Zustandes zeitlich abgestimmt, um so die verschiedenen Stadien der Gewässer übers Jahr untersuchen zu können. Voraussichtlich wird die zweite Messkampagne des Projektes RoBiMo Mitte Oktober starten.

Eisenanalyse am Ufer der Talsperre Saidenbach, 24.08.2021. Foto: Lisa Jarosch

Das Projektteam möchte sich für die umfangreiche Unterstützung durch die Landestalsperrenverwaltung Sachsen, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft und die Gemeinde Großpösna bedanken. Das Projekt wird durch den ESF sowie durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes finanziert.