Zweites Internationales Freiwilligencamp zu Welterbe-Objekten in Freiberg

Freiwillige Teilnehmer des internationalen Workcamps auf dem Gelände der Alten E
Das UNESCO-Welterbe-Projekt Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří fördert gemeinsam mit jungen Menschen aus aller Welt regionale Handwerkstechniken. Dafür findet vom 27. August - 7. September zum zweiten Mal ein internationales Freiwilligenprojekt in Freiberg statt - diesmal am Standort Alte Elisabeth.

Nachdem die Freiwilligen letztes Jahr Arbeiten unter Tage im Forschungs- und Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ der TU Bergakademie Freiberg unterstützt haben, stellen die jungen Erwachsenen zwischen 20 und 30 Jahren aus Portugal, Kasachstan, Italien, Hongkong, Mexiko, Griechenland, Spanien, Frankreich, Russland sowie Bulgarien dieses Jahr vom 27. August bis zum 7. September unter fachkundiger Anleitung Holznutschindeln zur Instandsetzung des Schacht- und Huthausgebäudes sowie des Gebäudes des Schwarzenberger Gebläses der Grube „Alte Elisabeth“ her.

Das diesjährige Projekt in Freiberg – ein weiteres Projekt fand bereits Anfang August im Raum Schneeberg statt – steht ganz unter dem Motto des Europäischen Kulturerbejahres 2018 „Sharing Heritage“ und ist Teil des European Heritage Volunteers Projekts zur Entwicklung modellhafter Beispiele für Freiwilligenprojekte. Die hier gewonnen Erfahrungen im Bereich der traditionellen Handwerkstechniken in der Denkmalpflege sollen ab 2019 auf andere Projekte innerhalb Deutschlands und im europäischen Ausland übertragen werden.

Neben den Arbeitseinsätzen vor Ort wird ein kulturelles Bildungsprogramm den Teilnehmer des EHV-Workshops die Stadt Freiberg sowie das Erzgebirge nahebringen. So stehen unter anderem ein Besuch des Pochwerkrades im Turmhofschacht und eine Untertageführung auf der „Reiche Zeche“ auf dem Programm. Bei einer fachlich begleiteten Wanderung durch das Muldental nach Halsbrücke haben die Teilnehmer die Möglichkeit, die historische Bergbaulandschaft und ihre Sachzeugen zu erkunden. Am 7. und 8. Lichtloch des Rothschönberger Stollns werden weitere Beispiele denkmalgerechter Instandsetzungen besichtigt und die Exkursion mit einem Schauschmieden abgeschlossen.

Organisiert wird das Freiwilligenprojekt vom Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte der TU Bergakademie Freiberg gemeinsam mit der Organisation European Heritage Volunteers. Partner am Arbeitsort ist das Forschungs- und Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ der TU Bergakademie Freiberg. Die Arbeiten werden von Kai Richter, Holzrestaurator und Zimmerermeister, angeleitet. Finanziell unterstützt wird das Projekt vom Förderverein Montanregion Erzgebirge e.V.

European Heritage Volunteers (www.heritagevolunteers.eu) ist seit mehr als zwanzig Jahren in der Freiwilligenarbeit tätig. Ziel der Workshops ist die Verbindung zwischen dem Welterbe-Gedanken und der Freiwilligentätigkeit, um den internationalen Teilnehmern ein tieferes Verständnis von Welterbestätten durch praktische Projekte und Bildungsaktivitäten in Europa zu vermitteln. European Heritage Volunteers hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 200 vergleichbare Projekte organisiert, an denen fast 2.000 freiwillige Helfer aus 67 Ländern teilgenommen haben.

Ansprechpartner: 
Professor Helmuth Albrecht, Tel.: 39-2826