Zweite Internationale Freiberger Tagung zu Energiespeichermaterialien

Tagungsteilnehmer in der Alten Mensa (c) TU Bergakademie Freiberg/ Sven Jachalke
Neue Materialien für zukünftige Energiespeicherkonzepte – zu diesem Thema kamen wieder Experten aus Forschung und Industrie an der TU Bergakademie Freiberg zusammen.

Neue Materialien für zukünftige Energiespeicherkonzepte – dies war der Schwerpunkt der diesjährigen 2. Internationalen Freiberger Tagung zu Energiespeichermaterialien (ESTORM), die am 11. und 12. Juni von der TU Bergakademie Freiberg ausgerichtet wurde. Dabei kamen erneut Vertreter aus Industrie und Forschung zusammen, um gemeinsam Fragen rund um neuartige elektrochemische Energiespeicher zu diskutieren.

Politik und Gesellschaft treiben die Energiewende voran, die installierte Leistung bei Solar- und Windkraft wächst kontinuierlich, sodass die bereitgestellte Leistung steigt und regelmäßig Tagesrekorde der eingespeisten Energie gebrochen werden. Angebot und Nachfrage fallen jedoch vermehrt zeitlich auseinander. Geeignete Speicher sind in der Lage, dies auszugleichen. Lithiumbatterien stehen bisher im Vordergrund der Forschungsaktivitäten und finden sich nun auch zunehmend in stationären Speichern.

Dr. Tilmann Leisegang eröffnete die Konferenz (c) TU Bergakademie Freiberg/ Sven Jachalke„Betrachtet man jedoch die Prognosen des Lithiumbedarfs (bisher Großteils für Glas, Schmiermittel, Metalllegierungen verwendet) und berücksichtigt die Lithiumreserven, wird ersichtlich, dass zukünftig neue Speicherkonzepte nötig sind. Um solche zu entwickeln, ist ein systemisches Herangehen bei der Materialauswahl zielführend“, erklärt Dr. Tilmann Leisegang, Tagungsvorsitzender der ESTORM. Als Ressourcenuniversität verfügt die Bergakademie Freiberg auf diesem Weg über eine in ihrer Geschlossenheit wohl einmalige Innovationskette, ausgehend von der Mineralogie und Kristallographie über die Festkörperphysik und Chemie bis hin zur Werkstoffwissenschaft und -technologie. Dies wurde Anfang des Jahres ebenfalls durch den Wissenschaftsrat im Rahmen der Empfehlung der Förderung eines Zentrums für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung an der Bergakademie bestätigt. Dieses Zentrum adressiert im Zusammenhang mit regenerativ erzeugter Energie, deren Speicherung und Einkopplung in Hochtemperaturprozesse.

Mit der 2. ESTORM sollte nun die in Freiberg erfolgreich etablierte Plattform der Energiespeichermaterialien für den inspirierenden, interdisziplinären und branchenübergreifenden Austausch mit internationalen Experten fortgeführt werden. Nachdem bei der ESTORM 2013 die einzelnen Komponenten elektrochemischer Energiespeicher, Herstellungsverfahren und Einsatzgebiete im Vordergrund standen, bilden Methoden zur systematischen Bestimmung neuer Materialien und Konzepte für elektrochemische Energiespeicher sowie Einblicke in die In situ-Charakterisierung den Schwerpunkt der diesjährigen Tagung.

Die Einbeziehung der Rohstoffsituation, Trends und Herausforderungen neuer Märkte sowie neuartige Anwendungen schlossen den Themenkreis dieser Tagung, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung zukünftiger Energiespeicherlösungen. Dafür konnten erneut hochkarätige Referenten aus dem In- und Ausland gewonnen werden, mit denen die Tagungsgäste in den Austausch traten. Über Teilnahmestipendien wurde es auch den Freiberger Studenten ermöglicht an diesem Austausch teilzunehmen.

Als Universitätsstadt – mit der ältesten montanwissenschaftlichen Hochschule der Welt – und innovativer Wirtschaftsstandort bot Freiberg für diese Konferenz einen geeigneten Rahmen. Die 2. Internationale Freiberger Tagung zu Energiespeichermaterialien ESTORM am 11. und 12. Juni 2015 an der TU Bergakademie Freiberg wurde von der Universität in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Technologiezentrum Halbleitermaterialien Freiberg, dem Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik Dresden, dem Kurt-Schwabe-Institut für Mess- und Sensortechnik Meinsberg sowie dem Netzwerk Energy Saxony ausgerichtet. In  bewährter  Form  werden  die  Ergebnisse und  Diskussionen des zweitägigen Treffens in einem Konferenzband zusammengefasst.

Ansprechpartner: 
Alena Raatz, -4196169