Zwei neuberufene Professoren im August

Professoren Ralf Hielscher und Daniel Hiller im Porträt
Die Professoren Ralf Hielscher und Daniel Hiller besetzen ab sofort die Professur für Analytische Methoden der Signal- und Bildverarbeitung (Fakultät 1) sowie die Heisenberg-Professur "Physik der Quantenmaterialien“ (Fakultät 2).

Mit Prof. Ralf Hielscher kehrt ein ehemaliger Freiberger Promotionsstudent nach Aufenthalten an der Lomonossow-Universität Moskau, dem Helmholtz-Zentrum München und der TU Chemnitz zurück an die TU Bergakademie Freiberg. Im Forschungsgebiet der angewandten Analysis beschäftigt sich der Mathematiker mit Problemen der numerischen harmonischen Analysis und der Approximationstheorie. "Die Rekonstruktion von Zusammenhängen, ausgehend von möglichst wenigen Daten, ist eine der mathematischen Schlüsselfragestellungen im Forschungsfeld der künstlichen Intelligenz", sagt Prof. Ralf Hielscher. Innerhalb dieses Gebietes interessiert er sich vor allem für Daten in gekrümmten Räumen, sogenannten Mannigfaltigkeiten, wie sie zum Beispiel in der Geologie oder der Robotik vorkommen. Als Mathematiker ist es ihm besonders wichtig, die von ihm entwickelten Methoden einer breiten Anwenderschaft zugänglich zu machen. Dies verdeutlicht die unter seiner Leitung entwickelte Software MTEX, welche bereits seit 15 Jahren international für die Analyse polykristalliner Materialien eingesetzt wird.

Die starke Expertise der TU Bergakademie Freiberg in den Materialwissenschaften, der Kristallphysik, der Geologie und der Mineralogie sieht Prof. Ralf Hielscher als optimale Ausgangsposition, um sein mathematisches Know-how interdisziplinär einzubringen. "Neue Messverfahren erfordern auch immer neue Methoden der Signal- und Bildverarbeitung, um das Maximum aus den Daten herauszuholen", so Prof. Ralf Hielscher. „Ich freue mich darauf, die TU Bergakademie Freiberg in ihrer ganzen Breite kennenzulernen und durch meine Forschung in der Profilierung zu unterstützen.“

Heisenberg-Professur für Prof. Daniel Hiller

Ausgestattet mit einer Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) nimmt Prof. Daniel Hiller zum Wintersemester seine Arbeit am Institut für Angewandte Physik auf. Die DFG-Förderung ist auf bis zu fünf Jahre angelegt und unterstützt den Aufbau der Professur in den ersten Jahren. Der habilitierte Physiker ist Experte für Nanoelektronik. Neben Forschungs- und Lehrtätigkeiten als Feodor-Lynen-Return-Fellow der Alexander von Humboldt-Stiftung an der TU Dresden und dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf kann er mehrere Forschungsaufenthalte in Europa und Australien vorweisen. Er beschäftigt sich mit neuen Methoden der Dotierung von Nanostrukturen und untersucht spezielle Grenzflächendefekte für Anwendungen in der Nano- und Quantenelektronik. Ende 2019 wurde Daniel Hiller ins renommierte Heisenberg-Programm der DFG aufgenommen.

An der TU Bergakademie Freiberg möchte der Physiker neuartige physikalische und quantenchemische Effekte nutzen, um die Leitfähigkeit von Nanodraht-Transistoren zu kontrollieren und somit noch kleinere, leistungsfähigere und vor allem energieeffizientere Bauelemente zu ermöglichen. „Die Miniaturisierung von Transistoren auf Chips stößt an immer mehr fundamentale Grenzen, so dass neue Forschungsansätze für die Weiterentwicklung notwendig sind. Ich freue mich diese spannenden Forschungsarbeiten zukünftig am Institut für Angewandte Physik in Zusammenarbeit mit dem Zentralen Reinraumlabor der TU Bergakademie Freiberg durchführen zu können“, sagt Prof. Daniel Hiller.

Mit der Heisenberg-Professur soll das neue Forschungsgebiet "Physik der Quantenmaterialien im Bereich Silizium- und Germanium-Halbleiter" der TU Bergakademie Freiberg etabliert werden.