Workshop zur Schockwellenforschung in Freiberg

Ein Mann bei der Vorbereitung einer Sprengung unter Tage
Vom 24. bis 26. April tauschten sich internationale Wissenschaftler/innen in Freiberg über neueste Entwicklungen im Bereich der Hochdruckforschung aus. Ein Highlight des dreitägigen Workshops war unter anderem der Besuch des einzigartigen Schockwellenlabors der TU Bergakademie Freiberg unter Tage.

Im Freiberger Hochdruck-Forschungszentrum (FHP) der TU Bergakademie Freiberg wird bereits seit mehr als 13 Jahren an Stoßwellenexperimenten zur Beanspruchung von Materialien unter extremen Drücken und Temperaturen geforscht. Ins Leben gerufen wurde das FHP durch die Dr.-Erich-Krüger-Stiftung. Diese finanzierte 2011 auch die Einrichtung eines Schockwellenlabors unter Tage. Mit seinem Sprengraum ist es weltweit das Größte, welches an einer Universität betrieben wird und ermöglicht einen Druck von über 300 Gigapascal für die Materialsynthese. In dem Labor arbeiten die Institute für Anorganische Chemie, Werkstoffwissenschaft und Mineralogie.

Die internationalen Tagungsgäste im Forschungs- und Lehrbergwerk. Foto: TU Bergakademie FreibergIhre Erfahrungen teilten die Freiberger Forscher/innen als Gastgeber des „International Workshop on High Energy Proton Microscopy“ der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt mit den internationalen Teilnehmern aus den USA, Russland und Indien. Bei einem Besuch im Forschungs- und Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ konnten sie sich selbst ein Bild von dem einzigartigen Labor machen.

Während der Tagung wurde auch über zukünftige gemeinsame Projekte gesprochen, die in Darmstadt an dem zurzeit im Aufbau befindlichen Protonenmikroskops PRIOR möglich sind. Die dort betriebene Hochenergie-Protonenmikroskopie ermöglicht völlig neue materialwissenschaftliche Experimente. Im Rahmen von 18 wissenschaftlichen Vorträgen wurden Fragen zur Entwicklung und Nutzung der neuen, extrem hoch zeit- und ortsaufgelösten Analytik diskutiert.

Weitere Informationen unter: https://tu-freiberg.de/hochdruck

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Gerhard Heide,Tel.: +49-(0)3731-39-2665