Workshop zu Booleschen Problemen: 27 Millionen Bits effizient verwalten und speichern

Der Speicherung und Verarbeitung Booleschen Werte (Bit), widmet sich ein internationaler Workshop am 16. und 17. September 2010. Wissenschaftler von drei Kontinenten stellen aktuelle Forschungsergebnisse zu Computer- und Steuerungssystemen vor. Die Tagung wird bereits zum neunten Mal vom Freiberger Institut für Informatik organisiert.
Die gigantische Menge von Nullen und Einsen, die immer schneller über die „Datenautobahn“ rast, wächst unaufhaltsam. Der Speicherung und Verarbeitung dieser Booleschen Werte (Bit), widmet sich ein internationaler Workshop am 16. und 17. September 2010 an der TU Bergakademie Freiberg. Wissenschaftler aus drei Kontinenten stellen aktuelle Forschungen zu Computer- und Steuerungssystemen vor. Die Tagung wird bereits zum neunten Mal vom Freiberger Institut für Informatik organisiert.

Booleschen Werte sind die Grundlage moderner Computer-, Speicher- und Kommunikationstechnologien. Alle Daten werden mit Hilfe der beiden Zahlen 0 und 1 dargestellt und ausgetauscht. Mit einem winzigen USB-Stick kann man heute schon mehr als 2.000.000.000.000 Bit am Schlüsselbund mitnehmen, um Texte, Bilder oder Videos übertragen zu können. Zum Vergleich: Eine „Normseite“ Text kann mit 24.000 Bit gespeichert werden. „Bedenkt man, dass trotz Komprimierung 27 Millionen Bits je Sekunde erforderlich sind, um HD-TV Fernsehen in exzellenter Qualität genießen zu können, erhält man eine Vorstellung über die gewaltige Bedeutung der beiden Booleschen Werte für die Informatik", erklärt Bernd Steinbach, Professor für Informatik an der TU Bergakademie und Organisator der Veranstaltung.

Zum Auftakt des Workshops stellt der anerkannte Wissenschaftler Prof. Jon T. Butler aus Monterey, USA, seine neuesten Forschungsergebnisse vor. Hauptziele seiner Arbeiten sind sichere Datenübertragungen im Internet durch Verschlüsselung. Zur Erforschung der dazu erforderlichen „Bent-Funktionen“ verwendet er leistungsstarke Parallelrechner. Ein weiterer internationaler Gast ist Prof. Shin-ichi Minato aus Hokkaido, Japan. Er wird am zweiten Tag des Workshops neuste Erkenntnisse Speicherung und Verarbeitung der gigantischen Booleschen Datenmengen mit Hilfe von Entscheidungsdiagrammen vorstellen.

Für die speziellen Aufgaben bei der Digitalisierung in verschiedensten Bereichen werden effiziente Algorithmen zur Verarbeitung und Speicherung sehr komplexer Boolescher Funktionen und zur Lösung Boolescher Gleichungen benötigt. In weiteren 24 Vorträgen werden auf dem neunten Internationalen Workshop die neusten Erkenntnisse dazu vorgestellt und diskutiert.

Foto von Torsten Mayer, Personen v.l.: Prof. Jon T. Butler (Monterey, USA), Valentina Ciriani (Mailand, Italien), Prof. Bernd Steinbach (TU Bergakademie Freiberg), Dr. Shin-ichi Minato (Hokkaido-University, Japan)

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Prof. Bernd Steinbach