Wissenschaftstauchende prüfen Staumauer an der Talsperre Saidenbach

Blick auf die Trinkwassertalsperre Saidenbach.
Bis Ende Mai untersuchen Wissenschaftstauchende der Bergakademie-Ausgründung GeoWiD GmbH im Auftrag der Landestalsperrenverwaltung Sachsen die Staumauer an der Talsperre Saidenbach im Erzgebirge. In bisher etwa 45 Tauchgängen dokumentierte das Team den Zustand des Bauwerkes und dessen Abdichtung.

„Bisher sind die Ergebnisse unserer Untersuchungen sehr vielsprechend und es bestehen keine gefährdenden Veränderungen an der Staumauer“, erklärt Richard Stanulla von der GeoWiD GmbH. Seit 2012 agiert der Absolvent der TU Bergakademie Freiberg und am dortigen Scientific Diving Center (SDC) ausgebildete Wissenschaftstaucher am Markt. Gemeinsam mit seinem Team um Judy Adamek, Kevin Schmelzer, Stefan Hildebrandt und Thomas Pohl, alle Absolvierende oder Ausbildende des SDC, führt er Bauwerksprüfungen und Erkundungen an Talsperren sowie eine Vielzahl wissenschaftlicher Untersuchungen in Steh- und Fließgewässern durch.

Staumauerprüfung in bis zu 40 Metern Tiefe

Ein Wissenschaftstauchender bei der Dokumentation unter Wasser.In Pockau-Lengefeld kontrolliert GeoWiD derzeit in 2er Teams mit eigens entwickelter Spezialtechnik in bis zu 40 Metern Tiefe die denkmalgeschützte Staumauerkonstruktion der Talsperre Saidenbach. Sie wurde zwischen 1929 und 1933 gebaut und ist der größte Rohwasserspeicher im Talsperrenverbundsystem Mittleres Erzgebirge. Auf der Wasserseite ist sie verputzt und teilweise mit einem Fliesenspiegel versehen. Um den Zustand der Abdichtung zu dokumentieren und eventuelle Veränderungen und Schäden feststellen zu können, ist das GeoWiD-Team seit Herbst 2020 zusammen mit Sachverständigen der DEin Wissenschaftstauchender bei der Vermessung eines Risses. EKRA im Einsatz. Die Untersuchungen und Messungen direkt vor Ort liefern zuverlässige Daten und ermöglichen kleine Reparaturen, die von der Wasseroberfläche aus in dieser Form nur punktuell oder gar nicht möglich wären. Bisher wurden etwa 45 Tauchgänge erfolgreich durchgeführt. Die Stickstoffbelastung in den großen Einsatztiefen und der harte Winter 2020/2021 erforderten immer wieder Tauchpausen.

Ausbildung zum CMAS Scientific Diver

Ihr Handwerkszeug haben die Tauchenden um Richard Stanulla am SDC der TU Bergakademie erlernt. Das Wissenschaftliche Tauchen bietet die TU Bergakademie Freiberg seit 1997 in Zusammenarbeit mit dem Universitätsportzentrum und der Fakultät für Geowissenschaften, Geotechnik und Bergbau an. Seit 2018 ist das Scientific Diving Center in der Fakultät Maschinenbau, Verfahrens- und Energietechnik, Professur für Technische Thermodynamik, angesiedelt. Die Ausbildung zum Scientific Diver in Freiberg ist für alle Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeitenden möglich und umfasst einen zweisemestrigen Kurs und eine zweiwöchige Abschluss-Exkursion. Dabei lernen die Teilnehmenden unter anderem, wie man unter Wasser Proben nimmt, Messungen durchführt und mit Messgeräten, Werkzeugen oder Kameras umgeht.

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Fragen zu diesem Thema beantwortet: 
Richard Stanulla, Tel.: +49 (0) 37 31 - 259 60 66, E-Mail: stanulla@geowid.de