Wissenschaftlerin erhält Bauchemie-Förderpreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker

Dr. Ing. Elsa Qoku im Porträt.
Für ihre Dissertation zur Charakterisierung und Quantifizierung zementbasierter Materialien wurde die Freiberger Promovendin Dr. Ing. Elsa Qoku am 17. März von der Fachgruppe Bauchemie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) mit einem Förderpreis in Höhe von 3.000 Euro ausgezeichnet.

„Ich freue mich über den Preis und die damit verbundene Ehrung meiner wissenschaftlichen Arbeit. Die Auszeichnung ist eine Ermutigung, weiter auf dem Gebiet der Bauchemie zu forschen und meine bisher gewonnenen Erkenntnisse weiter zu vertiefen“, erklärt Dr. Elsa Qoku. Die Alumna der TU Bergakademie Freiberg begann 2013 als Wissenschaftlerin an der Professur für Bauchemie und Bauverbundwerkstoffe, wo sie 2019 auch ihren Doktorabschluss erfolgreich absolvierte. Zuvor hatte Sie als Masterandin bereits experimentelle Arbeiten im Rahmen eines vom DAAD geförderten Programms zum akademischen Neuaufbau in Südosteuropa an der Universität durchgeführt. Seit September 2019 ist Dr. Qoku als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Bauchemie und Bauverbundwerkstoffe tätig und arbeitet an ihrer Habilitation. Ihr Mentor Prof. Dr. Thomas A. Bier ist überzeugt, dass „Dr. Qoku auch mit dieser wichtige Beiträge in der Bauchemie-Community leisten wird“.

Hydratationsmechanismus und Mikrostrukturentwicklung zementbasierter Materialien

Technische Mörtel sind gerade in der Bauindustrie vielfältig eingesetzte bauchemische Stoffe. Als pulverförmiges Material bildet sich in der Mischung mit Wasser eine Paste, die sich leicht verarbeiten lässt und innerhalb kurzer Zeit aushärtet. Daher kommt sie vor allem für schnelle Reparaturen, den Schutz von Beton oder für die Verlegung von Fußböden mit selbstnivellierender Masse zum Einsatz. Die Zusammensetzung besteht aus einer Kombination von Portlandzement (PC), Calciumaluminatzement (CAC) und Calciumsulfat. Dr. Elsa Qoku charakterisierte die Bildung kristalliner und amorpher Hydrate auf ausgewählten Bindemitteln in ihrer Dissertation umfassend und quantifizierte die mineralogischen Veränderungen im Zeitverlauf genau. Mit Hilfe verschiedenster Analysetechniken wie der Röntgenpulverbeugung, der Thermoanalyse, der MAS-NMR-Spektroskopie, der Elektronenmikroskopie und der thermodynamischen Modellierung erfasste sie die Vorgänge. Das Ergebnis: Besonders die Variation des CAC-Typs und des Wassergehalts haben großen Einfluss auf den Hydratationsmechanismus und die Festphasenzusammensetzung in zementbasierten Materialien. Die Resultate nutzt Dr. Qoku für ihre Habilitation, in der sie ihre Forschung auf diesem Gebiet weiter voranbringen möchte.

Nachwuchsförderung in der Bauchemie

Bauchemische Aufgaben und Fragen stellen sich zu jeder Zeit in der Bauwirtschaft, in der Baustoffindustrie, im Baugewerbe, in der Denkmalpflege. Die GDCh-Fachgruppe Bauchemie, die seit 1997 besteht und mehr als 300 Mitglieder zählt, hat sich zum Ziel gesetzt, bauchemische Kenntnisse zu bündeln, zum Informationsaustausch beizutragen und neue Impulse zu geben. Sie möchte bauchemisches Wissen verbessern, gesetzliche und behördliche Vorgaben fachlich fundiert beeinflussen und die Ausbildung von Bauchemie-Experten fördern. Dazu wurden zwei Förderpreise ausgerufen, die die Fachgruppe alle zwei Jahre an die beste Masterarbeit und die beste Dissertation verleiht.

Zur GDCh-Fachgruppe Bauchemie

Zur Professur für Bauchemie und Bauverbundwerkstoffe

Ansprechpartner: 
Dr.Ing. Elsa Qoku, Tel.: +49 3731 39-4240, E-Mail: Elsa.Qoku@ikfvw.tu-freiberg.de