Weg vom Erdgas? Nachwuchsforschende zeigen Möglichkeiten für Einsparung und Ersatz

Aufeinandergestapelte Holzbausteine mit Icons zum Thema Klimaschutz
25 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler aus 9 Unis und Forschungszentren in Sachsen, Brandenburg und Sachsen-Anhalt beschäftigten sich mit der Frage, wie die drei Bundesländer Erdgas schon in den kommenden ein bis zwei Jahren einsparen und klimaneutral ersetzen könnten.

In zwei Wochen erarbeiteten die Nachwuchsforschenden verschiedener Disziplinen Möglichkeiten für klimaneutrale Alternativen zum Erdgas in den größten Industriezweigen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Die Teilnehmenden verschafften sich einen Überblick über bisher noch nicht genutzte Studien, über erfolgreiche Anwendungen, die aber noch nicht in der Breite genutzt werden, rechtliche Hürden und Akzeptanzfragen. „Die Herausforderung liegt in der Komplexität der Thematik und den vielen Maßnahmen, die meist ineinandergreifen“, sagt Dr. Kristina Wopat von der Graduierten- und Forschungsakademie der TU Bergakademie Freiberg, die den Workshop moderierte und begleitete. „Dennoch haben die Teilnehmenden viele interessante Lösungsansätze gezeigt, die ein erhebliches Einsparungs- und Substitutionspotenzial für einen möglichen Weg weg vom Erdgas aufzeigen.“

Moderierter Online-Workshop: Kreative Methoden für innovative Ideen

Ziel des Workshop-Formats Zukunftswerkstatt ist es, in einer Gruppe Lösungen für gemeinsam festgelegte Herausforderungen zu finden. „Dazu werden typischerweise drei Phasen durchlaufen: die Kritikphase, die Fantasiephase und die Verwirklichungsphase. Wir haben diese Methodik um Elemente des Design Thinking erweitert. Das innovative Format hat sich als sehr geeignet für die Fragestellung der Erdgassubstitution in den drei Bundesländern erwiesen“, sagt Dr. Kristina Wopat. Auf sogenannten Idea cards hielten die Teilnehmenden Einspar- und Ersatzpotenziale für die alternativen Energieträger grüner Wasserstoff, erneuerbare Energien, Wärmepumpen sowie Biomasse/Biogas und der Nutzung von Abwärme fest. Zur Steigerung der Akzeptanz von Maßnahmen, die vor allem Haushalte betreffen, schlagen die Nachwuchsforschenden u.a. mehr Bürger:innen-Räte oder eine regionale Energiespar-Apps für Verbraucherinnen und Verbraucher in Verbindung mit Smart Metering Technologien vor.

Ergebnisse festhalten und weiterverfolgen

Zum Abschluss der Zukunftswerkstatt diskutierten sie die Ergebnisse mit Expertinnen und Experten aus Forschung, Energiepolitik und Verwaltung. Mitte September stellen die Nachwuchsforschenden die Ergebnisse der Zukunftswerkstatt als eine Art „Management Summary“ außerdem Vertreterinnen und Vertretern des sächsischen Staatsministeriums für Energie, Klimaschutz, Umwelt und Landwirtschaft vor. „Rechtliche Fragestellungen, die bisher ungeklärt sind, werden mit Experten im Energierecht weiter diskutiert und die Teilnehmenden werden die Ergebnisse in ihren jeweiligen Wirkungskreisen bekannt machen“, sagt die Koordinatorin. Außerdem trafen die Teilnehmenden erste konkrete Vereinbarungen zu gemeinsamen Veröffentlichungen.

Initiiert wurde die Zukunftswerkstatt von der Graduierten- und Forschungsakademie der TU Bergakademie Freiberg, gemeinsam mit Nachwuchsforschenden der TU Bergakademie Freiberg und BTU Cottbus. Auch das PtX-Lab Lausitz unterstützte die Zukunftswerkstatt.

Fragen beantwortet / Contact: 
Dr. Kristina Wopat, Kristina.Wopat@grafa.tu-freiberg.de