Vom Labor in den Markt – TU Bergakademie Freiberg erfolgreich bei Validierungsförderung des SMWA

Nahaufnahme einer Versuchsanlage
Im Mai und Juni sind die ersten Projekte der Validierungsförderung des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr (SMWA) an der TU Bergakademie Freiberg gestartet. Insgesamt wurden 142 Anträge von den sächsischen Forschungseinrichtungen eingereicht.

Von insgesamt 25 geförderten Projekten gehen allein acht an die TU Bergakademie Freiberg. Damit erreicht die Bergakademie das beste Ergebnis der sächsischen Forschungseinrichtungen.  

Die Richtlinie zur Förderung der Validierung von Forschungsergebnissen ist ein Programm des Sächsischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, welche im Oktober 2020 neu aufgelegt wurde. Sie hat zum Ziel, das Innovationspotenzial vielversprechender Forschungsergebnisse zu prüfen, nachzuweisen und zu bewerten sowie mögliche Anwendungen zu erschließen. Damit soll die Distanz zwischen Forschungsergebnissen und Marktanforderungen frühzeitig minimiert werden. Forschungsergebnisse sollen so weiterentwickelt werden, dass diese von der Wirtschaft auf deren Verwertbarkeit beurteilt werden können.

Die Förderrichtlinie schließt eine Finanzierungslücke bei den Wissenschaftseinrichtungen für die Durchführung von industrienahen Projekten. Dies soll einen verstärkten und systematischen Transfer von vielversprechenden Forschungsergebnissen in Wirtschaft und Gesellschaft begünstigen.

Die Förderung lässt vorrangig zwei Verwertungsformen zu. Zum einen können die Forschungsergebnisse durch eine Lizenzierung mit einem bestehenden Unternehmen verwertet werden, zum anderen können die geförderten Projekte in einer Ausgründung resultieren. Beide Verwertungswege wurden bei den Vorhaben, die die Vielfalt und Innovation der Forschung der TU Bergakademie widerspiegeln, in Betracht gezogen. Zu den acht geförderten Projekten gehören beispielhaft BiCaSyn vom Institut für Biowissenschaften und SprayTex vom Institut für anorganische Chemie.

2 innovative Beispiele im Fokus

BiCaSyn beschäftigen sich mit der nachhaltigen Produktion von Kaffeesäure zur Synthese von 3-Hydroxytyrosol. 3-Hydroxytyrosol ist ein Wirkstoff, der eine antibakterielle, antivirale und antioxidative Wirkung hat und vom Projektteam erstmals in einem effizienten biotechnologischen Verfahren erzeugt wird. Mögliche Anwendungen könnten in der Lebensmittelindustrie, beispielsweise als Sportgetränk oder antivirale Bonbons, oder in der Kosmetikindustrie als nachhaltige Hautcremes liegen. "Die Förderung ermöglicht uns, unser Forschungsprojekt weiterzuentwickeln und potenzielle Anwendungsfelder zu validieren, die die Grundlage für die spätere Ausgründung oder Verwertung darstellen sollen", beschreibt der Projektleiter Dr. Michel Oelschlägel die Ziele seines Projektes.

Das Projekt SprayTex befasst sich mit der Entwicklung eines Sprühätzverfahrens zur nasschemischen Behandlung von Siliciumwafern mit chlorhaltigen Flusssäurelösungen für industrielle Anwendungen, z.B. in der Photovoltaik- und Halbleiterbranche. Je nach Zusammensetzung der neuartigen Lösungen können bei Raumtemperatur polierte Oberflächen für Halbleiterwafer oder stark lichtabsorbierende Strukturen (inverse Pyramiden) für Solarzellen erzeugt werden. Gleichzeitig werden störende Metallverunreinigungen wie Eisen und Kupfer sehr effektiv gebunden. Das Sprühätzverfahren verringert den Einsatz von Chemikalien und den Energieverbrauch stark.

Unterstützung durch Prorektorat Forschung

Unterstützt werden die Projekte bei der Antragstellung und der Projektdurchführung vom Gründernetzwerk SAXEED und der Zentralen Transferstelle - beide angesiedelt am Prorektorat Forschung. Auch des Rektorat freut sich über die zahlreichen geförderten Projekte: „Das positive Abschneiden der TU Bergakademie Freiberg zeigt das große Potenzial der exzellenten Forschung unserer Institute. Ich danke den Transferakteuren der Zentralen Transferstelle und von SAXEED für die umfassende Unterstützung der Anträge und freue mich auf die weitere Entwicklung der geförderten Projekte!“, erläutert Prof. Dr. Jörg Matschullat, Prorektor für Forschung.

Der nächste Förderaufruf ist für das zweite Halbjahr 2021 geplant. Informationen erteilen SAXEED (Verwertung über Ausgründung) und die Zentrale Transferstelle (Verwertung an etablierte Industrie).

Über SAXEED

Als zentrale Einrichtung am Prorektorat Forschung ist SAXEED wesentlicher Akteur der Gründungsunterstützung an der TU Bergakademie Freiberg. SAXEED sensibilisiert und motiviert Studierende, Hochschulabsolventen und Hochschulmitarbeiter für die Idee der eigenen Unternehmensgründung. Durch das breite Angebot an Netzwerk- bzw. Lehrveranstaltungen werden Gründer qualifiziert und von erfahrenen Gründerberatern von der Bewertung der Geschäftsidee über die Entwicklung des Geschäftsmodells bis zur Gründung des eigenen Startups begleitet.

Über Zentrale Transferstelle

Die Zentrale Transferstelle vertritt die TU Bergakademie Freiberg als Ideen- und Technologiegeber aktiv nach außen. Sie bewertet vorhandene Technologien und künftige Erfindungen vorab und führt diese dann systematisch einer wirtschaftlichen Verwertung zu.

Fragen beantwortet / Contact: 
Zentrale Transferstelle: carmen.bellmann@zuv.tu-freiberg.de; Saxeed: andre.uhlmann@tu-freiberg.de