Universität trifft Schule – Onlineportal zu Rohstoffen gestartet

Computerbenutzer mit Globus
Wie können Schulen das Bewusstsein ihrer Schüler und Schülerinnen wieder mehr für das Thema Rohstoffe schärfen und im Unterricht anschaulich vermitteln? Eine Möglichkeit soll künftig der Aufbau eines Onlineportals zu Rohstoffen sein.

Die Inhalte der  Plattform werden mit fachlicher Beratung von der TU Bergakademie Freiberg, dem Verband deutscher Schulgeographen e.V. sowie weiteren Rohstoffexperten aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung unter Leitung der Industrie- und Handelskammer Chemnitz erarbeitet. Zu den 14. Sächsischen Schulgeographentagen am 21. und 22. September 2018 begann die Testphase für das Projekt.

GruppenbildDie Plattform vermittelt Fakten und Hintergrundwissen für Schüler und Lehrer, aber auch für die interessiere Öffentlichkeit. Unter den Rubriken "Entstehung von Lagerstätten", "Rohstoffe im Alltag", "Wie kommen die Rohstoffe aus der Lagerstätte in den Alltag und was passiert im Anschluß mit ihnen?" oder "Welche Auswirkungen hat die Rohstoffindustrie auf Gesellschaft und Umwelt?" kann Expertenwissen recherchiert werden. Unter „Rohstoffe von A bis Z“ findet sich ebenso wissenswertes wie unter „Rohstoffbetriebe in meiner Region“ oder „Rohstoffe als Studienfach“. Aktuelle Links verweisen z.B. auf die Angebote der Freiberger Universität zum Kennenlernen der Rohstoffwelt von fantastischen Mineralien bis zum Forschungs- und Lehrbergwerk.

Bewusstsein für Rohstoffe stärken

„Für Rohstoffthemen und insbesondere mit Bezug zum Freistaat Sachsen bieten die Lehrpläne nur wenig Raum. Während Schulen in Regionen mit Bergbautradition die vorhandenen Freiräume, wie Projekttage, häufig dem Bergbau widmen, erfahren Schülerinnen und Schüler in anderen Gemeinden maximal etwas über die im Lehrplan vorgegebene heimische Braunkohle in der 5. Klasse“, erklärt die Freiberger Doktorandin Kirstin Kleeberg. Sie beschäftigt sich in ihrer Dissertation mit dem Rohstoffbewusstsein. Demnach besteht an den Schulen durchaus ein großes Interesse an Wissensinhalten und konkreten Lehr- und Lernangeboten. Aufgrund der hohen Relevanz für den Standort Sachsen wird die Erstellung der Plattform vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr im Rahmen der Rohstoffstrategie finanziell unterstützt. 

Um dieses Interesse zu fördern, engagiert sich auch die Freiberger Universität an Schulen. So wird vielfältiges Unterrichtsmaterial für Schulen erarbeitet, bspw. werden Vorträge gehalten, wo Rohstoffe in unserer modernen Welt überall Anwendung finden, und wie man die Versorgung mit den so wichtigen Elementen auf unserer Erde gewährleisten kann. Alle Aktivitäten sind Ergebnis einer langjährigen und intensiven Zusammenarbeit zwischen Pädagogen und Rohstoffexperten, die mit der Portalerstellung nicht endet. Kirstin Kleeberg betont: „Es ist uns mit einer stetigen Arbeit gelungen, ein breit aufgestelltes Netzwerk zu knüpfen. So gibt es eine Vielzahl von guten Beispielen und Ideen. Diese müssen gebündelt, ausgebaut und in die Lehrpraxis übermittelt werden.“

„Durch die Intensivierung unserer Zusammenarbeit mit den Fachkollegen an den Schulen wollen wir die Ausbildung junger Nachwuchskräfte für den Rohstoffsektor in Sachsen und Deutschland unterstützen“, ergänzt der Freiberger Bergbauprofessor Carsten Drebenstedt. Dazu wurde auch die Zusammenarbeit in der Lehramtsausbildung, Fach Geographie, mit der TU Dresden intensiviert. 

Ansprechpartner: 
Kirstin Kleeberg, Tel. 03731 392241