Universität gedenkt Ehrendoktor Dietrich von Dobeneck

Dietrich Freiherr von Dobeneck bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde.
Am 21. März dieses Jahres verstarb Dr. h. c. Freiherr Dietrich von Dobeneck. Der Physiker, der sich besonders auf dem Gebiet der Elektronenstrahl-Technologien engagierte, hatte im April 2010 die Ehrendoktorwürde der TU Bergakademie Freiberg erhalten.

Lesen Sie im Folgenden einen Nachruf, verfasst von Prof. Dr.-Ing. habil. Rolf Zenker, Teamleiter der Arbeitsgruppe Elektronenstrahl-Technologien am Institut für Werkstofftechnik.

Am 11. März 1938 in Hannover geboren, studierte Freiherr Dietrich von Dobeneck Physik am Lehrstuhl für Plasmaphysik der Technischen Universität München. Danach wurde er engster Mitarbeiter des Physikers Dr. Karl Steigerwald und widmete sich der Grundlagen- und Anwendungsforschung der Elektronenstrahltechnologien.

1974 wagte er den Schritt in die Selbständigkeit und gründete mit zwei Mitarbeitern und zwei Maschinen seine Firma pro-beam. Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass das physikalische Instrument Elektronenstrahl zu einem industriellen Werkzeug wurde und seither eine zunehmende Verbreitung gefunden hat, zunächst auf dem Gebiet des Schweißens und Perforierens, später auch auf dem Gebiet der Randschichtbehandlung und weiterer modernen Technologien. Seine Firma pro-beam AG & Co. KGaA, hat sich bis heute zu einem weltweit agierenden Unternehmen mit Standorten in Deutschland, den USA und China zum Marktführer entwickelt.

Sowohl bei der Entwicklung der EB-Anlagentechnik als auch bei der industriellen Umsetzung von thermischen Elektronenstrahl-Technologien hat sich Dr. h. c. Freiherr von Dobeneck große Verdienste erworben.

Neben seinen unternehmerischen Erfolgen erlangte Dr. h. c. Freiherr von Dobeneck international wissenschaftliche Anerkennung. Zahlreiche Veröffentlichungen und Patente weisen Freiherrn von Dobeneck als international anerkannten Experten auf dem Fachgebiet aus. Hierfür wurde er am 26.04.2010 mit der Ehrendoktorwürde der TU Bergakademie Freiberg geehrt.

Die letzten 15 Jahre seines aktiven Berufslebens widmete sich Dr. h. c. Freiherr Dietrich von Dobeneck der Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen von Hochschulen und Universitäten. Er gründete die Dobeneck Technologie Stiftung insbesondere zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, über die er das Institut für Werkstofftechnik der TU Bergakademie Freiberg mit fast 1,5 Mio. € Fördermitteln für Anlagentechnik, Forschungsprojekte und die Durchführung wissenschaftlicher Veranstaltungen unterstützte.

Als Pensionär unterstütze er seine Heimatstadt Traunstein großzügig mit finanziellen Mitteln zur Wahrung des Kulturerbes dieser traditionsreichen Region.

Dr. h. c. Freiherr Dietrich von Dobeneck war ein umtriebiger und begeisterter Kämpfer, sowohl als Manager und Mäzen als auch als Bergsteiger und verfolgte dies alles mit Ausdauer, Zähigkeit und Engagement.

Dr. h.c. Dietrich Freiherr von Dobeneck starb am 21. März 2021 an den Folgen einer heimtückischen Krebserkrankung in seiner Heimatstadt Traunstein.