Universität entwickelt nachhaltige Werkstoffe für Musikinstrumente

Querflöte auf Werkbank
Das Institut für Metallformung (IMF) der TU Freiberg entwickelt neue umweltfreundliche Werkstoffe für Musikinstrumente.

Nach einer neuen EU-Verordnung sollen Metalle wie Nickel, Blei und Chrom aus gesundheitlichen Gründen nur noch eingeschränkt verwendet werden. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den traditionellen Musikinstrumentenbau.

Die Technische Universität Bergakademie Freiberg beteiligt sich damit an einem neuen Verbundprojekt „I-Ma-Tech“ zur Weiterentwicklung des Musikinstrumentenbaus in Westsachsen. Es wird im Rahmen des Programms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Mehr als 30 Musikinstrumentenbauer, Wirtschaftsvertreter, IT-Ingenieure, Tourismusexperten, Wissenschaftler, Politiker und kommunale Vertreter der Region des Musikinstrumentenbaus im Vogtland haben sich hierfür unter Federführung des Instituts für Musikinstrumentenbau e.V. in Klingenthal zusammengeschlossen. 

Ziel des Bündnisses ist es, den traditionellen Musikinstrumentenbau im „Musicon Valley“, wie die Region des Musikinstrumentenbaus im Vogtland auch genannt wird, zu erhalten. Der Forschungsverbund entwickelt nun innovative Konzepte für einen „Musikcampus“ in Westsachsen. Schwerpunkte sind die Bereiche „Digitalisierung“, „Bildung & Lifestyle“ und „Material“. Damit sollen technisches Knowhow und fachliche Expertise im Vogtland nachhaltig und langfristig gesichert werden.

Die Forschung an neuen Werkstoffen wird notwendig durch die europäische REACH-Verordnung. Diese beschränkt den Einsatz von Nickel, Blei sowie Chrom in Legierungen und Beschichtungen. Dies ist für den Instrumentenbau problematisch, da häufig eingesetzte Legierungen wie bspw. Neusilber zukünftig nur noch sehr eingeschränkt eingesetzt werden können. Ebenso wird die traditionell verwendete Verchromung an Musikinstrumenten und Zubehörteilen damit in Frage gestellt. „Das IMF wird sich der Herausforderung stellen und im Bereich ‚Material‘ an neuen Werkstoffkonzepten forschen, um den traditionellen Musikinstrumentenbau im Vogtland zu erhalten und für zukünftige Herausforderungen stark zu machen“, erläutert Prof. Dr. Ulrich Prahl, Professor für Umformtechnik an der TU Bergakademie Freiberg. „Die neuen Werkstoffen müssen dabei nicht nur gut zu bearbeiten sein, sondern auch den besonderen optischen und vor allem akustischen Ansprüchen genügen, die natürlich bei Musikinstrumenten von besonderer Bedeutung sind.“

Weitere Informationen: https://www.unternehmen-region.de/de/zukunftsmusik-im-vogtland-2478.html

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Ulrich Prahl, Tel 03731 / 39-4180, Stefan Meiler, Tel 03731 / 39-2605