Überkochende Erdlöcher und betrunkene Lichtstrahlen

Die 7. Junioruniversität in Freiberg lädt am Samstag, dem 6. Juni 2009, wieder junge Forscher ein. Mädchen und Jungen zwischen 8 und 14 Jahren können ab 9 Uhr im Audimax der TU Bergakademie, Winklerstraße/ Ecke Agricolastraße, zwei spannende Vorlesungen miterleben. Diesmal dreht sich alles um heiße Quellen und farbige Minerale.
Für Prof. Broder Merkel ist Wasser eine spannende Sache. Als Hydrogeologe an der TU Bergakademie Freiberg interessiert er sich dafür, wie das nasse Element in der Erdkruste vorkommt. Dass es auch eine heiße Sache sein kann, erlebte er bei mehreren Forschungsreisen in die USA. „Im dortigen Yellowstone-Nationalpark gibt es große Löcher in der Erde, aus denen kochendes Wasser in die Luft schießt“, berichtet der Freiberger Professor. Die Fontänen erreichen dabei eine Höhe von über 50 Metern, so hoch wir die Jakobikirche in Freiberg. Geysire werden diese heißen Quellen genannt. In der Junioruniversität wird der Wissenschaftler erklären, wie diese Fontänen in der Natur funktionieren. Dafür bringt er zum Experimentieren einen Geysir aus Glas mit auf die Bühne. Dabei erfahren die Teilnehmer, bei welcher Temperatur Wasser kocht und warum das vom Luftdruck abhängig ist. Wer auch zu Hause einen Geysir nachbauen möchte, bekommt einige Tipps. Soviel sei verraten: mehr als eine Plastikfalsche und ein Bonbon braucht es dafür nicht.

In der zweiten Vorlesung spielt bei Gerhard Heide das Licht verrückt. Der Mineraloge stellt einen Kristall vor, dass aus einem Lichtstrahl zwei machen kann. Calcit heißt dieses durchsichtige Mineral, das wie ein schiefgedrückter Würfel aussieht. Betrachtet man durch den Calcit eine Schrift, dann erscheint sie plötzlich doppelt. Um dieses Phänomen den jungen Studenten bei der Junioruni zu erklären, bereitet er schon einen Versuch mit einem Seil und einem Flugzeugmodell vor. Anschließend ist auch sicher jedem Kind klar, wie die Brille im 3D-Kino funktioniert. Doch nicht nur auf der Bühne wird viel passieren. Jedes Kind kann selber Versuche an seinem Platz machen. Wer nach dem Vortrag über Minerale mal echte sehen möchte, der kann ab 12 Uhr kostenlos mit seinem Junioruni-Ausweis die Mineralienausstellung „terra mineralia“ im Schloss Freudenstein besuchen. Dort startet auch ein Malwettbewerb, bei dem es Preise zu gewinnen gibt.

Natürlich können sich die Teilnehmer an der Freiberger Junioruni im Anschluss an die beiden Vorlesungen ab 11 Uhr wieder in der gegenüberliegenden Neuen Mensa kostenlos bei Essen und Trinken stärken, das von Freiberger Firmen gesponsert wird. Wer dann noch Lust hat, sollte seinen Wissensdurst bei Experimenten stillen, die von Fakultäten und Instituten zum "Tag der offenen Tür" extra für die jüngsten Gäste vorbereitet werden.

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Christian Möls