TU Freiberg testet neue geophysikalische Explorationsmethoden in weltgrößter Eisenerzmine

Gruppenbild mit Freiberg Studenten und Studenten der Universität Uppsala
10 Wissenschaftler/innen und Studierende der TU Bergakademie Freiberg sowie der Universität Uppsala haben in der Eisenerzmine in Kiruna (Schweden) neue geophysikalische Methoden erprobt. Diese können den unterirdischen Verlauf von Erzkörpern abbilden und so einen gezielten Rohstoffabbau ermöglichen.

Messfahrzeug im SchneeDie Messungen fanden in über 1300 Metern Tiefe in einem eigens für die Exploration aufgefahrenen Tunnelsystem statt. Mit Hilfe von seismischen Wellen untersuchten die Wissenschaftler/innen und Studierenden den Erzkörper der schwedischen Mine. Dazu wurden innerhalb des Tunnels etwa 200 seismische Sensoren auf einer zwei Kilometer langen Strecke installiert. „Diese registrieren  die seismischen Wellen, die wir an der Erdoberfläche mit Hilfe unseres Vibroseisfahrzeugs erzeugt haben“, erklärt Prof. Stefan Buske vom Institut für Geophysik und Geoinformatik der TU Bergakademie Freiberg. Das vom Erzkörper reflektierte Wellenfeld wird dabei genau dort registriert, wo es entsteht. Das ermöglicht es, den Verlauf des Erzkörpers in der Tiefe noch genauer bestimmen zu können.

„Diese Art der Messung ist ein sehr wichtiger Teil der Ausbildung unserer Studierenden. Sie haben hier die Möglichkeit, den Einsatz geophysikalischer Verfahren unter extremen Bedingungen an einem hochaktuellen Fall der mineralischen Rohstoffexploration zu praktizieren und zu testen“, so Prof. Buske.

Die gewonnenen Daten werden aktuell ausgewertet und sowohl von den Studierenden im Rahmen ihrer Qualifizierungsarbeiten als auch von den Dozenten und Dozentinnen am Institut für Geophysik und Geoinformatik direkt in der Lehre und Forschung. Mit den Ergebnissen können die Wissenschaftler/innen ihre innovativen Explorationsmethoden für mineralische Rohstoffe weiterentwickeln. Die Anforderungen an die Messtechnik, die zeitliche und räumliche Synchronisation der Sensoren untertage sowie der seismischen Quelle an der Erdoberfläche sind dabei sehr hoch.

Die Messungen fanden mit Unterstützung des ESF finanzierten Projektes GEOSAX und der Betreiberfirma Luossavaara-Kiirunavaara Aktiebolag (LKAB) statt.

Die weltgrößte Eisenerzmine in Kiruna

Die Mine Kiruna liegt nördlich des Polarkreises und ist das größte unterirdische Eisenerzbergwerk der Welt. Es trägt mit rund 80 Prozent den Hauptteil der Eisenerzproduktion in der gesamten Europäischen Union. 20 Millionen Tonnen pro Jahr werden davon per Bahn zu den Häfen ins norwegische Narvik oder nach Lulea an der Ostsee transportiert. Der Erzkörper selbst ist zirka vier Kilometer lang, an einigen Stellen mehrere Meter breit und reicht bis in mindestens zwei Kilometer Tiefe. Der genaue Verlauf ist allerdings noch unbekannt. Aktuell baut der Betreiber LKAB in einem Niveau von 1365 Metern unter der Oberfläche ab.

Weitere Informationen finden unter: https://tu-freiberg.de/geosax

Ansprechpartner: 
Prof. Stefan Buske, Tel.: +49 3731 39 2728