TU-Delegation im Nordirak

Podiumsdiskussion
Vom 19. bis 23. November besucht eine Delegation der TU Bergakademie Partneruniversitäten im Nordirak. Sie nehmen an einem Deutsch-Irakischen Symposium in Erbil zum Thema „Areas of cooperation between universities, ministries and companies in Germany and Iraq“ teil.

Die Konferenz wird gemeinsam vom Lehrstuhl Additive Fertigung der TU Bergakademie Freiberg und dem College of Engineering der Salahaddin University Erbil organisiert.

Auf dem Symposium berichteten Prof. Henning Zeidler (Institut für Maschinenelemente, Konstruktion und Fertigung) und Prof. Mohd Amro (Institut für Bohrtechnik und Fluidbergbau), welche Bedeutung die praxisnahe Ausbildung in den Ingenieurwissenschaften an der TU Bergakademie Freiberg hat, und wie die Zusammenarbeit mit Firmen und Behörden die Ausbildung von Studierenden sowie die Forschungstätigkeit von Promovierenden fördert. „Die überaus rege Teilnahme vieler hochrangiger Vertreter irakischer Hochschulen - allein fünf Rektoren - Unternehmen und Behörden am nunmehr bereits dritten Symposium zeigt, welchen Stellenwert diese Kooperation genießt", so Prof. Zeidler. Dr. Abdulkader Kadauw, Koordinator des Projektes Mechanical Engineering Germany Iraq (MEGI)  an der TU Bergakademie Freiberg, erläutert: „In der intensiven und konstruktiven Diskussion wurden u.a. best pratice Beispiele auf Hochschullehrer- und studentischer Ebene vorgestellt und wichtige Impulse für die Zukunft gesetzt.“ Zwei Praxisbeispiele präsentierten Studierende der TU Bergakademie Freiberg anhand ihres Grundpraktikums bzw. Ingenieurpraktikums. Vincent Stepputat, Student im Studiengang Fahrzeugbau, Werkstoffe und Komponenten, sagt: „Ich selbst konnte während meines bisherigen Studiums von der guten Zusammenarbeit zwischen Universität und Unternehmen mehrfach profitieren, unter anderem im Rahmen meiner Studienarbeit und meines Ingenieurpraktikums. Meine Erfahrungen teile ich gerne mit den irakischen Studierenden.“

Alrik Dittrich, Student Maschinenbau, ergänzt: „Ich habe mich für die Reise in den Irak entschlossen, da ich die Kultur, die Lebensweise und das Bildungswesen eines mir bisher unbekannten Erdteils kennenlernen wollte. Interessant war für mich neben dem Austausch mit irakischen Studenten und Mitarbeitern der Salahaddin Universität besonders auch die Möglichkeit ein Stahlwerk und ein Gaskraftwerk besichtigen zu können. “

Prof. Amro wird zudem die Koya University besuchen und einen Vortrag zum Thema „Digitalization in Oil Fields: Advantages and Challenges“ halten und dort die Erdöllagerstätte TaqTaq besichtigen. „Der Nordirak ist reich an Erdöl- und Erdgaslagerstätten und das Lehr- und Forschungsgebiet der Erdöl- und Erdgasgewinnung von grossem Interesse für unsere Partneruniversität. Die Lagerstätten im Nordirak haben aufgrund der komplizierten geologischen Lagerungsverhältnisse eine Sonderstellung und die Gewinnung des Erdöls aus diesen Lagerstätten ist eine Herausforderung. Meinem Lehrstuhl wird die Zusammenarbeit die Möglichkeit bieten, neue Methoden des "Enhanced Oil Recovery" zu entwickeln und an diesen Lagerstätten praktisch zu erproben“, so Prof. Amro. Der akademische Austausch zwischen dem Institut für Bohrtechnik und Fluidbergbau und der Koya University wird durch ein Erasmus+ - Projekt gefördert.

Bereits seit 2009 wird die Zusammenarbeit mit irakischen Partneruniversitäten im Rahmen des DAAD-Hochschulpartnerschaften-Programmes Irak gefördert. Seitdem wurden mehr als 400 irakische Studierende, technische Mitarbeiter und Lehrende in den Ingenieurwissenschaften weitergebildet. Gemeinsam mit der Salahaddin Universität wurde ein einjähriges Weiterbildungsstudium (High Diploma Programm) etabliert. Die ersten Studierenden beginnen noch im November ihr Studium, das sie auch teilweise an der TU Bergakademie Freiberg absolvieren.

„Wir freuen uns, dass unsere Zusammenarbeit mit den irakischen Partnern auch weiterhin finanziell gefördert wird. Während unseres Aufenthalts im Irak haben wir einen positiven Bescheid des DAAD erhalten. Zukünftig planen wir, gemeinsam e-Learning Module zu entwickeln. Dabei wird die Additive Fertigung eine zentrale Rolle spielen.“ so Prof. Zeidler.

Ansprechpartner: 
Prof. Dr. Henning Zeidler, Telefon 03731/39-3066
Zwei Männer
Präsentation
Besichtigung Stahlwerk