Trotz Corona ins Ausland? Was PROMOS-Stipendiatin Lisa Lange Interessierten rät

Stipendiatin Lisa Lange an einer Küste in Südkorea
„Nur Mut, es lohnt sich!“: Verfahrenstechnik-Studentin Lisa Lange hat von Juli bis Dezember 2020 ein Praktikum an einem Forschungsinstitut in der südkoreanischen Stadt Busan durchgeführt. Beraten wurde sie in der speziellen Zeit vom Internationalen Universitätszentrum (IUZ).

Lisa Lange, als Sie Ihren Aufenthalt in Südkorea planten, war von der Pandemie noch keine Rede. Dann wurde Ihr Flug mehrfach verschoben und Sie mussten nach der Ankunft eine zweiwöchige Quarantäne einplanen. Warum haben Sie sich von Ihrem Plan trotzdem nicht abbringen lassen?

Lisa Lange: Für mich kam es nicht in Frage, den lange geplanten Aufenthalt abzusagen oder auf einen unbekannten Zeitraum zu verschieben. Ich stand damals kurz vor meinem Diplom und wollte noch während meines Studiums ins Ausland. Für den Aufenthalt am Forschungsinstitut LSTME Busan in der zweitgrößten Stadt Südkoreas, in Busan, hatte ich ein Urlaubssemester beantragt; die finanzielle Unterstützung durch das PROMOS-Stipendium war schon fest zugesichert.

Ingrid Lange, Direktorin IUZ: Unser Team hatte Lisa Lange schon während der Bewerbung um das Stipendium beraten und bei der Entscheidung für oder gegen einen Auslandsaufenthalt in Zeiten der aufkeimenden Pandemie begleitet. Am Ende liegt die Abwägung aber in der Verantwortung der Studierenden. Mittlerweile gibt es auch die Möglichkeit, den Auslandsaufenthalt unter bestimmten Bedingungen virtuell zu beginnen und vor Ort fortzuführen.

Lisa Lange: Rückblickend hat sich der Aufenthalt für mich in jeder Hinsicht gelohnt: Über die Inhalte des Studiums und den berühmten eigenen Tellerrand hinausschauen, Einblicke in andere Forschungsgebiete bekommen, neue Kulturen, Arbeitsweisen und Menschen kennenlernen – all das ermöglicht ein Auslandsaufenthalt. Es war durchaus aufschlussreich zu sehen, wie unterschiedlich Gesellschaften mit der Pandemie umgehen. In Korea war es beispielsweise völlig selbstverständlich, im öffentlichen Raum eine Maske zu tragen, QR-Codes waren von Anfang an ein akzeptiertes Mittel zur Kontaktnachverfolgung. Und: In einem Vorstellungsgespräch für meinen ersten Job nach dem Diplom wurde ich direkt positiv auf den Korea-Aufenthalt angesprochen!

Wie haben Sie von dem PROMOS-Stipendienprogramm erfahren und was sind die Vorteile der Förderung?

Lisa Lange: Asien fasziniert mich schon länger, weshalb ich gezielt nach Praktikumsmöglichkeiten dort gesucht hatte. Nachdem mich Prof. Andreas Bräuer auf die bestehende Zusammenarbeit mit LSTME Busan hinwies und den Kontakt vermittelte, machte ich mich auf die Suche nach einer passenden Unterstützung. Auf der Uni-Messe „ORTE“ wurde ich am Stand des IUZ auf das DAAD-PROMOS-Programm, welches auch Praktika fördert, aufmerksam, und mit der erfolgreichen Bewerbung fügten sich die Bausteine schließlich zusammen. Die Förderung ermöglichte mir, einen großen Teil der Lebenshaltungskosten in Busan zu bestreiten; auch die Reisekosten wurden abgedeckt.

Ingrid Lange: Das PROMOS-Stipendium kommt für viele Vorhaben im außereuropäischen Ausland in Frage, für die eine Förderung durch Erasmus oder Auslands-BAföG nicht möglich ist. Laut der Priorisierung der TU Bergakademie Freiberg sind das Studien- oder Praktikumsaufenthalte (freiwillig oder Pflichtpraktikum) von bis zu sechs Monaten, aber auch kürzere Aufenthalte, zum Beispiel für Abschlussarbeiten, Sprachkurse oder Workshops.

Was raten Sie denjenigen, die gerne ins Ausland möchten, aber noch nicht wissen, ob ein Stipendium in Frage kommt?

Lisa Lange: Macht euch klar, warum ihr ins Ausland wollt. Was genau habt ihr dort vor und was bringt euch der geplante Aufenthalt? Es hilft auch beim Verfassen des Motivationsschreibens individuelle Ziele zu formulieren. Recherchiert, welche Angebote es an der Uni oder speziell für euren Studiengang gibt. Nutzt die Beratungsangebote des IUZ und seid offen für Vorschläge.

Ingrid Lange: Hilfreich ist es, sich diese Gedanken frühzeitig zu machen, also mindestens ein bis zwei Monate vor der Bewerbung um ein PROMOS-Stipendium. Informieren Sie sich, welche Unterlagen eingereicht werden müssen. Wer in der ersten Jahreshälfte 2022 einen Auslandsaufenthalt plant, kann sich noch bis Mitte November um ein PROMOS-Stipendium am IUZ bewerben.

Hintergrund zum Stipendium

Das Programm zur Steigerung der Mobilität von Studierenden (PROMOS) ist ein Stipendienprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, das durch Mittel des Bundesministeriums für Bildung und Forschung finanziert wird. Studierende der TU Bergakademie Freiberg mit guten Studienleistungen und sozialem Engagement können sich noch bis zum 15. November um ein Stipendium bewerben. Für Aufenthalte, die in der zweiten Jahreshälfte 2022 beginnen, sollten Bewerbungen bis zum 30. April 2022 eingereicht werden. Die Höhe der Förderung liegt je nach Zielland zwischen 350 und 550 Euro pro Monat.

Weitere Informationen

Fragen beantwortet / Contact: 
Marcus Dietrich, marcus.dietrich@zuv.tu-freiberg.de