Tag der offenen Tür zog nach Freiberg

Der Tag der offenen Tür an der TU Bergakademie Freiberg lockte am Sonnabend weit über 500 junge Leute aus Sachsen, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Bayern und Niedersachsen auf den Campus. Bereits ab 9 Uhr strömten die Studieninteressierten, viele in Begleitung der Eltern, in die Neue Mensa, wo sich die Fakultäten, das Studentenwerk und die Stadt präsentierten. Stets dicht umlagert waren im Foyer der Stand der Zentralen Studienberatung und die Science Street, wo Wissenschaft zum Anfassen geboten wurde.
Um 9.30 Uhr eröffnete im Audi max Rektor Prof. Georg Unland die Veranstaltung und begrüßte die Gäste an der „Universität der Chancen“. „Die Situation heute und auch in fünf Jahren stellt sich für Absolventen unserer Technischen Universität extrem gut dar. Sie haben gute Chancen, einen interessanten Arbeitsplatz zu bekommen.“ Der Rektor verwies auf die positive Entwicklung, die die Freiberger Universität genommen hat. „Dem deutschlandweiten Trend entgegen haben sich bei uns sogar mehr Studienanfänger in den Fachrichtungen Mathematik/Naturwissenschaften sowie Maschinenbau und Verfahrenstechnik eingeschrieben.“ Das spreche für eine gute Ausbildung. „Heute haben sie nun die Chance, die unterschiedlichen Fachrichtungen und alles Wichtige rund ums Studium näher kennen zu lernen.“ Robert Weiße aus Leipzig holte sich einen Antrag auf Immatrikulation, nachdem er bei den Mathematikern ausführlich beraten wurde. „Im Juni mache ich mein Abitur, danach möchte ich Wirtschaftsmathematik studieren. Ganz bewusst habe ich mich für die Bachelor-Ausbildung in Freiberg entschieden“, sagt er. „Vom neuen Abschluss und der kürzeren Studienzeit verspreche ich mir Vorteile, auch was die weitere Perspektive betrifft. Entweder gehe ich danach in die Praxis oder hänge noch den Master dran.“ Die neuen Studienabschlüsse, ein Ergebnis des Bologna-Prozesses, spielten in zahlreichen Gesprächen eine Rolle. In seinem Vortrag „Die Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge an der TU Bergakademie“ erläuterte Prof. Wolfgang Voigt, Prorektor für Bildung, dass in Freiberg 2007 die generelle Umstellung auf die neuen Studienformen erfolge. „Die Studieninhalte werden alle modularisiert, sind damit flexibler und außerdem international kompatibel“.Andreas Himmel und Oliver Brendler aus Hettstedt, Sachsen-Anhalt, müssen zwar noch ein Jahr die Schulbank drücken, ihr Besuch in Freiberg war trotzdem erfolgreich. „Wir haben uns bei den Geowissenschaftlern umgesehen und hatten dort tolle Gespräche. Der Vortrag von Jürgen Weyer zur Studentenexkursion nach Südafrika war sehr aufschlussreich. Um die Uni und das Fachgebiet noch besser kennen zu lernen, kommen wir zur Sommeruniversität wieder und nehmen am Kurs Faszination Geoingenieurwesen teil“, erzählt Oliver.Ein begehrtes Ziel auf dem Campus war der Weisbach-Bau. Dort präsentierten verschiedene Institute das Special Maschinenbau. Vor dem Eingang lockte ein Plakat mit dem Titel „Simulanten“. Das Auto, das darauf abgebildet war, konnten die Besucher dann per Computer-Animation beim Crash-Test erleben. Und noch andere spektakuläre Experimente, beispielsweise wie sich eine Glühbirne in der Mikrowelle verhält, waren mitzuerleben.Ein Höhepunkt an diesem Sonnabend war der Eröffnungsvortrag von Prof. Jörg Schneider „Drei Monate mit dem Kopf nach unten – als Geologe im Zelt in der Antarktis“. Der große Hörsaal war mit über 300 Zuhörern gut gefüllt, als der Professor für Paläontologie seine Erlebnisse im ewigen Eis humorvoll schilderte und mit atemberaubenden Fotos von Landschaften, Tieren und dem Alltagsleben in der Forschungsstation Gondwana ergänzte. Er verband seinen Bericht mit einem spannenden Exkurs in die Erdgeschichte, nur so wurde den Zuhörern klar, warum es im Transantarktischem Gebirge auf der Südhalbkugel interessante Funde für einen Paläontologen gab. Vor rund 195 Millionen Jahren wuchsen dort beispielsweise noch Nadelbäume. Nun fanden die Wissenschaftler im schwer zugänglichen und vereisten Gelände Fossilien, versteinerte Baumstämme, Farnreste, Käferflügeldecken und sogar Kohlenflöze. In wenigen Tagen kommen die Proben nach Freiberg und die Untersuchungen beginnen. „Daran werden auch Studenten mitarbeiten, vielleicht ist so etwas ein Anreiz für einige von ihnen, hier in Freiberg zu studieren“, wandte sich Jörg Schneider abschließend an die jungen Leute im Publikum.
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S. Schellbach