Studienwahl zwischen Crashtest und Baustoffforschung

Forschung zum Anfassen erleben in diesen Wochen Gymnasiasten aus drei Bundesländern an der TU Bergakademie Freiberg. Bei der Schüleruniversität können sie beispielsweise bei Crashversuchen oder der Herstellung von Baustoffen wichtige Fragen für ihre Studienentscheidung beantworten. Dabei werfen die Studenten in spe auch einen Blick in die Arbeitsfelder von Ingenieuren.
Am Crashversuchsstand des Instituts für Maschinenelemente, Konstruktion und Fertigung löst Dr. Wolfgang Geißler ein 200 Kilo schweres Gewicht aus einer Halterung. Nach einem halben Meter Fall schlagen die Eisenscheiben auf ein kleines, viereckiges Aluminiumrohr auf, das der Freiberger Wissenschaftler auf einem Stahlsockel platziert hat. „Mit dem Versuch können wir zeigen, wie Materialien in unterschiedlichen Strukturen unter plötzlicher Krafteinleitung defomiert werden“, erklärt er den Schülern, die das Geschehen im Technikum verfolgen. Die Ergebnisse können dabei helfen, Insassen und Fußgänger bei einem Verkehrsunfall besser zu schützen. „Dazu muss die Energie, die bei einem Aufprall entsteht, in Verformung umgesetzt werden“, erläutert Dr. Geißler.

„Das Rohr hat sich ganz regelmäßig zusammengefaltet“, begutachtet Josephine Mengel das Ergebnis. Die Gymnasiasten nutzt in ihren Sommerferien die Freiberger Schüleruniversität, um Forschung und Ausbildung in Freiberg hautnah zu erleben. Besonders die Mischung aus Theorie und Praxis hat sie überzeugt. „Wir entwerfen während der Projektwoche am Computer selber einen Prototyp für einen Fußgänger-Aufprallschutz. Anschließend stellen wir ihn her und testen unser Ergebnis bei einem Crashversuch“, lobt sie das Angebot. Zwar hat die Leipzigerin bis zu ihrem Abitur noch etwas Zeit, aber für die Studienwahl möchte sie sich jetzt schon informieren. „Freiberg für mich die richtige Größe und auch das Studienangebot spricht mich an“, stellt die 17-Jährige fest.

Auch das Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik (IKGB) öffnet diese Woche ihre Türen für interessierte Schüler. Im Mittelpunkt stehen moderne Baustoffe und ihre Eigenschaften. „Um den Studieninteressierten zu zeigen, wo dieses Wissen zum Einsatz kommt, besuchen wir zusammen Absolventen in ihren Betrieben“, hebt Dr. Torsten Westphal, wissenschaftlicher Mitarbeiter am IKGB, hervor. Dabei erwartet die Teilnehmer ein nicht alltäglicher Blick in ein Zementwerk sowie ein Kalkwerk, das unter Tage abbaut. Insgesamt zehn Gymnasiasten aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nutzen in dieser Woche die Schüleruniversität. Bis zum Ferienende stehen noch zwei weitere Projekte an, für die sich Interessierte noch anmelden können.

Service:

Die Schüleruniversität 2010 der TU Bergakademie Freiberg bietet in den Sommerferien noch zwei Projektwochen an: 19.7-23.7: Faszination Geoingenieurwesen 26.7-30.7: Werkstoffwunder Automobil.

In den Herbstferien geht es weiter mit: 5.10.-7.10: Schülerkolleg Elektronik- und Sensormaterialien 12.10.-14.10.: Ceramics meet Steel Anmeldungen sind im Internet unter www.tu-freiberg.de möglich, telefonisch unter 03731/393461 oder per E-Mail: studiumatzuv [dot] tu-freiberg [dot] de

Foto: Christian Möls.Wolfgang Geißler (l.) vom Institut für Maschinenelemente, Konstruktion und Fertigung demonstriert den Gymnasiasten an einem Crash-Versuchsstand, wie sich Aluminiumrohre bei einem Aufprall zusammenfalten.
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Christel-Maria Höppner