Stephan-Schmidt-Preis an Freiberger Wissenschaftlerin verliehen

Preisträgerin Dr. Anja Geigenmüller mit ...
Dr. Anja Geigenmüller erhält den diesjährigen Preis der Stephan-Schmidt-Stiftung für ihre Forschungen zum Marketing in der Feuerfest-Industrie. Ihre Arbeiten sind Bestandteil des Schwerpunktprogramms 1418 "FIRE", das die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Jahr 2009 eingerichtet hat. Professor Christos G. Aneziris vom Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik der TU Freiberg, koordiniert das Vorhaben, an dem sich insgesamt elf deutsche Universitäten beteiligen.
Der mit 2.500 Euro dotierte Preis der Stephan-Schmidt-Stiftung wurde in diesem Jahr an Dr. Anja Geigenmüller verliehen. Damit würdigte die Stiftung ihre Forschungsarbeiten zu Marketingstrategien für Hersteller feuerfester Werkstoffe und Komponenten. Der Geschäftsführer der Stephan Schmidt GmbH, Günther Schmidt, unterstrich in seiner Laudatio die Bedeutung betriebswirtschaftlicher und Marketingerkenntnisse insbesondere für kleine und mittelständische Industrieunternehmen im Bereich der Rohstoffgewinnung und –verarbeitung. Die Stephan Schmidt Gruppe zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Spezialtonen und Mineralprodukten hauptsächlich für die Bauindustrie und die Feuerfestindustrie. Die Preisverleihung fand in Anwesenheit des Staatsministers und Chef der Staatskanzlei, Dr. Johannes Beermann, statt.

In ihrer Forschung identifiziert Anja Geigenmüller wirksame Ansätze zur Differenzierung feuerfester Erzeugnisse im Wettbewerb. Dazu zählen unter anderem die Markierung von Produkten, die Entwicklung innovativer Zustellkonzepte, Maßnahmen zur Qualitätssicherung sowie die Integration von Aktivitäten in die Wertschöpfung von Kundenunternehmen. Zudem setzt sie sich in ihrer Arbeit mit Voraussetzungen einer erfolgreichen Implementierung dieser Ansätze auseinander.

Die Feuerfestindustrie erfüllt eine Schlüsselfunktion für fast sämtliche industrielle Hochtemperaturprozesse: Sie stellt Erzeugnisse bereit, die selbst extrem hohen Temperaturen und einer starken chemischen Belastung standhalten, wie sie zum Beispiel bei der Erzeugung von Stahl, Aluminium oder Glas, bei der Herstellung von Zement oder bei der Verbrennung von Sekundärrohstoffen auftreten. Die Forschungsarbeiten entstanden im Rahmen eines Schwerpunktprogramms (SPP) der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Ziel dieses SPP 1418 „Feuerfest – Initiative zur Reduzierung von Emissionen – FIRE“ ist es, thermoschockbeständige, kohlenstoffarme beziehungsweise –freie Keramiken für „saubere und intelligente“ Feuerfestbauteile zu erzeugen. Unter der Koordination von Professor Christos G. Aneziris, Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik der TU Bergakademie Freiberg, beteiligen sich Wissenschaftler von elf deutschen Universitäten und aus unterschiedlichen Disziplinen an dem Vorhaben. Die DFG fördert das Programm mit jährlich 1,8 Mio. Euro.

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Prof. Dr. Christos G. Aneziris