Sonderausstellung zu Freibergs Silber eröffnet mit Feierstunde im Freiberger Dom

Im Dom "St. Marien" in Freiberg eröffneten am Samstag, dem 23. Juni, der Rektor der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Bernd Meyer, Freibergs Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm, der Dompfarrer Jörg Coburger und Dr. Andrea Wettmann, Direktorin des Sächsischen Staatsarchivs, gemeinsam die Ausstellung "Freibergs Silber: Schweiß und Gier, Macht und Zier". Prof. Meyer erklärte in seinem Grußwort, dass das Silber der Ausgangspunkt für die Gründung der Bergakademie war. Um qualifiziertes Personal für das Montanwesen auszubilden, habe Prinzregent Xaver die Bergakademie gegründet. Sachsen, das nach dem siebenjährigen Krieg am Boden lag, sollte durch das Montanwesen zu neuer Stärke kommen.
Der Rektor betonte, dass die sechs ursprünglichen Fakultäten in neuer Form bis heute erhalten blieben. "Es ist uns gelungen, das montanwissenschaftliche Gründungsprofil der Bergakademie weiterzuentwickeln. Heute steht aber nicht mehr das Silber im Vordergrund, sondern die Rohstoffe und die Lösung der drängenden Ressourcenfragen." Im Anschluss an die Eröffnung gaben die Leiter der fünf Ausstellungsorte eine Tour durch ihre jeweiligen Ausstellungen.

Zum Stadtjubiläum Freibergs bieten fünf Freiberger Ausstellungsorte in diesem Jahr Schauen unter einem gemeinsamen Thema an: „Das Silber, ein Mineral, Element und Edelmetall, hat fast 850 Jahre die Geschichte der Stadt Freiberg und der Region beeinflusst. Um 1168 wurde die große Lagerstätte im Gebiet der heutigen Freiberger Altstadt entdeckt und abgebaut, es wurde hier verhüttet und die Ausbeute wurde dort, wo heute das Schloss Freudenstein steht, zu Münzen verarbeitet. Und mit den Silbermünzen wurde Sachsen reich. Deshalb freuen wir uns besonders, gemeinsam mit den vier anderen Ausstellungsorten in Freiberg eine solche Schau anzubieten“, sagt Anna Dziwetzki, die Leiterin der terra mineralia, einer weltweit einzigartigen Ausstellung, in der über 3.500 Minerale aus allen Teilen der Welt gezeigt werden.

Terra mineralia: „Freibergs Silber: Schweiß und Gier, Macht und Zier“ (bis 7. Oktober 2012)
Im Schloss Freudenstein wird am historischen Ort der ersten Münzstätte das Mineral Silber präsentiert. In der Stiftungssammlung der TU Bergakademie Freiberg können die Besucher in eine Welt aus Silber eintauchen. Gezeigt werden kostbare Schätze von hochkarätigen Leihgebern, wie dem Grünen Gewölbe Dresden, den Senckenberg Naturhistorischen Sammlungen sowie dem Dresdner Münzkabinett. Man sieht, wie das Mineral wächst, welche Kristalle es ausbildet und in welchen Formen es vorkommt: von den berühmten Silberlocken bis zu grazilen Bäumchen aus winzigen würfeligen Kristallen. Vom Silberabbau über die Münzprägung bis zu berühmten sagenumwobenen Silberschätzen erfahren die Besucher Wissenswertes in einer spannenden und kinderfreundlichen Ausstellung in der terra mineralia im Schloss Freudenstein. 


Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg: „Beamte, Bergrecht und Behörden: Die sächsische Bergverwaltung“
Direkt neben der terra mineralia befindet sich im Schloss Freudenstein das Bergarchiv. Seit dem Hochmittelalter ist Freiberg der zentrale Ort der sächsischen Bergverwaltung. Warum der Kurfürst im Laufe des 16. Jahrhunderts eine Bergverwaltung einrichtete und wie der Silberbergbau organisiert, verwaltet und gefördert wurde, das ist im Archivmaterial des Bergarchivs Freiberg niedergeschrieben. „Wir zeigen unter anderem anhand von ausgewählten Bergbüchern, Karten und Einzelstücken, wie die Bergverwaltung es im Laufe mehrerer Jahrhunderte fertigbrachte, aus dem Silberbergbau Gewinn zu erwirtschaften“, sagt Dr. Peter Hoheisel, Leiter des Bergarchivs Freiberg.

Dom St. Marien zu Freiberg: „Vom Silber zur Kunst“
Um „Macht und Zier“ des Silbers geht es in der Ausstellung des Doms „St. Marien“. Er wurde als romanische Basilika in der Zeit des ersten Silberabbaus und Reichtums erbaut. Dazu zählt besonders die berühmte „Goldene Pforte“, das erste vollständige Figurenportal nördlich der Alpen. „Viele unserer Ausstellungsstücke zeugen vom Bergbau, wie etwa die Tulpenkanzel (1505) und die Bergmannskanzel (1638). Auch die Grabbeigaben der im Dom beerdigten Wettiner zeigen die „Macht und Zier“ des Silbers im 16. und 17. Jahrhundert“, sagt Almut Gaedt, Leiterin der Domführungen.

Stadt- und Bergbaumuseum: „SternstundenFreiberger Geschichte“
Direkt gegenüber des Doms werden im Stadt- und Bergbaumuseum „Sternstunden der Freiberger Geschichte“ als Teil des Gemeinschaftsprojektes „Freibergs Silber: Schweiß und Gier, Macht und Zier“ gezeigt. Denn Freiberg kann mit so vielen Superlativen aufwarten wie wohl wenige vergleichbar große Städte: „Hier entstanden die erste Montanhochschule der Welt und das erste Stadttheater. Zwei chemische Elemente wurden in Freiberg entdeckt. Mit Ulrich Rülein wohnte ein genialer Stadtplaner in der Bergstadt, mit Gottfried Silbermann ein begnadeter Orgelbauer. Diese und weitere Persönlichkeiten und Ereignisse werden mit Anekdoten, Abbildungen und besonderen Exponaten aus Anlass des Jubiläums der Stadt vorgestellt“, sagt der Leiter des Museums, Dr. Ulrich Thiel.

Besucherbergwerk „Reiche Zeche”: „Des Bergbaus Lebensadern – Stolln im Freiberger Revier“

Im Besucherbergwerk „Reiche Zeche“ steht der sprichwörtliche „Schweiß“ im Mittelpunkt, mit dem Generationen von Bergleuten auf der Suche nach Rohstoffen, wie dem Silber waren. „Die harte Arbeit der Männer unter Tage über Jahrhunderte hinweg zeigen wir unter anderem durch eine Fotoausstellung mit großformatigen Bildern“, sagt Markus Link, Leiter des Fördervereins Himmelfahrt Fundgrube e.V. des Lehr- und Forschungsbergwerks „Reiche Zeche“. Motive sind die wichtigsten Entwässerungsstolln im Freiberger Bergbaurevier, die nahezu die gesamte 850jährige Bergbaugeschichte repräsentieren. Mittelalterliche, weitgehend unbekannte Freiberger Stolln bis hin zu dem berühmten aus dem 19. Jahrhundert stammenden Rothschönberger Stolln können auf außergewöhnlichen, zum größten Teil bisher unveröffentlichten Fotos des Bergbaufotografen Jens Kugler angeschaut werden.

Ansprechpartner: 
Cornelia Riedel