Sonderausstellung „Der Bergbau und das Weiße Gold“

Die Sonderausstellung zeigt rund 100 auserlesene Stücke, vorwiegend aus Meissner
Am 20. November eröffnete die terra mineralia die weltgrößte Sammlung historischer Porzellane aus der Kollektion Middelschulte des Deutschen Bergbau-Museums Bochum. Die Sonderausstellung zeigt rund 100 auserlesene Stücke, vorwiegend aus Meissner Porzellan.

Die einzigartigen Kunstwerke spiegeln den sächsischen Bergbau in allen seinen Facetten wider. So zeigen wertvolles Geschirr, Krüge, Becher, dekorative Teller, Skulpturen und andere Unikate vor allem bergmännische Szenen, Bergleute in Paradeuniformen sowie Hütten- oder Schachtanlagen und Bergstadt-Ansichten. „Wir freuen uns, zum Jubiläum der Universität diese exklusive Ausstellung der Sammlung Middelschulte in unseren Räumen der terra mineralia im Schloss Freudenstein zeigen zu können“, freut sich Leiterin Anna Dziwetzki. „Im Fokus der Schau stehen Porzellane aus dem 18. Jahrhundert, also Stücke, die damals in der Gründungszeit der TU Bergakademie Freiberg entstanden sind.“ Ihre Blütezeit hatten die Bergbaumotive von 1745 bis 1780.

Bereits im Jahr 620 stellten die Chinesen Porzellan her. Das weiße Gold war lange Zeit der Exportschlager aus Fernost an europäischen Fürsten- und Königshöfen. Die Rezeptur war nur in China bekannt und mehr als 1000 Jahre lang ein Geheimnis. Erst 1708 gelang es unter der Leitung des sächsischen Gelehrten Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Johann Friedrich Böttgers gemeinsam mit Berg- und Hüttenleuten aus dem Freiberger Revier weißes Porzellan herzustellen. Damit war der Grundstein der ersten europäischen Porzellanmanufaktur in Meißen gelegt. „Die Ausstellung vermittelt nicht nur Informationen zur Geschichte des Porzellans und seiner Herstellung, sondern zeigt auch die historisch gewachsene Verbindung zwischen dem Freiberger Bergbau und dem Meißner Porzellan“, so Dziwetzki. So lieferte der Bergbau zum Beispiel die Rohstoffe, insbesondere das Kaolin, ein weißes Gestein, das für die die weiße Farbe und die Festigkeit des Porzellans sorgt. 

Die Geschichte der Meissner Porzellanmanufaktur ist eng mit der Entstehung der TU Bergakademie Freiberg verbunden. Ausgangspunkt dafür ist Bergrat Johann Friedrich Henkel. Er errichtete 1720 ein Laboratorium in Freiberg und experimentierte unter anderem an Techniken zur Porzellanherstellung. Zu seinen berühmtesten Schülern zählte Dimitri Iwanowitsch Vinogradov, der spätere Mitbegründer der Petersburger Porzellanmanufaktur. So bildet die Freiberger Universität auch die Fachleute aus, die an der Porzellanherstellung entscheidend mitarbeiten. Es sind beispielsweise die Absolventen des Studienganges Keramik, Glas- und Baustofftechnik, die sich mit der Entwicklung keramischer Werkstoffe beschäftigen.

Die Ausstellung ist vom 21. November 2015 bis 28. Februar 2016 täglich zu besichtigen.

Sammler und Stifter, Bergassessor Dr. e.h. Achim Middelschulte (2.v.l.) stellt R
Prof. Dietrich Stoyan schaut sich ein Ausstellungsstück aus der Kollektion Midde
Bergassessor Dr. e.h. Achim Middelschulte stellt eine Porzellankanne aus der Kol
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