Sächsisches Berg- und Hüttenwesen digital

Screenshot der "Digitalen Bibliothek"
Die Universitätsbibliothek präsentiert sich in der neuen Digitalen Bibliothek.

Im Vorfeld des 250-Jubiläums der Bergakademie Freiberg im Jahr 2015 präsentiert die Universitätsbibliothek einen Großteil ihrer Schätze aus dem wissenschaftlichen Altbestand in der neuen Digitalen Bibliothek. Passend zum Thema des Wissenschaftsjahres 2014 „Die Digitale Gesellschaft“ werden unter digital.ub.tu-freiberg.de bislang nur schwer auffindbare oder öffentlich nicht zugängliche Bestände strukturiert und nutzerfreundlich angeboten. 

Neben einer Kollektion von 220 Sächsischen Grubenrissen oder den beeindruckenden Bildern des Bergaufzugs von 1719 gibt es inzwischen eine dritte vollständige digitale Kollektion im neuen Gewand. Das „Jahrbuch für das sächsische Berg- und Hüttenwesen“ mit 114 Bänden enthält die wichtigsten statistischen Angaben zum sächsischen und europäischen Montanwesen, die bis ins Jahr 1829 zurückgehen.

Beim Digitalisieren konzentriert sich die Freiberger Universitätsbibliothek zunächst auf schwer zugängliche Bestände mit meist unikalem Charakter, z.B. Handschriften. Bis zum 250. Gründungsjubiläum der Bergakademie im kommenden Frühjahr wird zudem ein montanhistorisches Portal ins Leben gerufen. Dort werden Aufsätze zur sächsischen Bergbau- und Hüttengeschichte digital und im Volltext zur Verfügung gestellt, darunter bislang unveröffentlichte Arbeiten. Im Gegensatz zu den Kollektionen mit abgeschlossenen Konvoluten wird das Montan-Portal kontinuierlich vervollständigt und erweitert. Damit dürfte es zu einer entscheidenden Quelle der nationalen und internationalen montanhistorischen Forschung heranwachsen.

Eine weitere, wissenschaftshistorische Kollektion werden die 734 Briefe an und von Abraham Gottlob Werner (1749-1817) sein. "Wir wollen gemeinsam mit dem Institut für Industriearchäologie, Wissenschafts- und Technikgeschichte, dem Institut für Mineralogie sowie den Geowissenschaftlichen Sammlungen zum 200. Todestag des bedeutenden Mineralogen und Geologen und wahrscheinlich berühmtesten Lehrers der Alma Mater Fribergensis eine hybride Brief-Edition erstellen. Dafür wird die Autographensammlung erstmals vollständig transkribiert und inhaltlich erschlossen", sagt Angela Kugler-Kießling vom Wissenschaftlichen Altbestand der Freiberger Universitätsbibliothek. Zu den rund 250 Korrespondenzpartnern Werners gehörten u.a. Alexander von Humboldt, Novalis, Leopold von Buch, Nathanael Leske und Friedrich Mohs. „Die so entstehende Quelle ist eine seit Jahren geforderte Informationsgrundlage. Sie dürfte die geohistorische Forschung zu neuen Erkenntnissen über die Entwicklung der Geowissenschaften und zum weltweiten Wissenstransfer in der Zeit der Aufklärung führen“, so Angela Kugler-Kießling weiter.

Alle genannten Primärquellen stehen zukünftig orts- und zeitunabhängig jedermann zur Verfügung. Gemäß dem OpenData-Gedanken können alle Digitalisate der Digitalen Bibliothek komplett oder in Teilen frei verwendet werden. Rechtliche Grundlage dafür ist die Creative Commons License (CC0), der alle Titel im Portal unterliegen. Interessierte finden die Titel über den Katalog der UB Freiberg, aber auch über eine Vielzahl angebundener Repositorien, wie z.B. BASE. Nicht zuletzt liefert die UB Freiberg über die in Goobi.Presentation integrierte OAI-Schnittstelle die Daten an die Deutsche Digitale Bibliothek und an die Europeana und leistet so eine Art Bestandsaufbau für das wissenschaftliche und kulturelle Erbe Deutschlands und Europas. Darüber hinaus wird kontinuierlich mit Erweiterungen wie der Texterkennung zur Volltextrecherche sowie dem Einfließen aller Daten ins digitale Langzeitarchiv der SLUB Dresden die Forschungsarbeit weiter erleichtert. Auf diese Weise werden zumindest die digitalen Kopien der einmaligen Bestände konserviert. 

Die Bibliothek der Ressourcenuniversität ist von Anfang an Mitglied im Goobi e.V. und zählt neben der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, der Bibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin, der SLUB Dresden, der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg, der Universitätsbibliothek Kiel, der Oberösterreichischen Landesbibliothek Linz und der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, zu den Gründungsmitgliedern der im September 2012 ins Leben gerufenen Initiative „Goobi Digitalisieren im Verein“.

Zur digitalen Bibliothek: http://digital.ub.tu-freiberg.de