Robotik im Bergwerk und Verfahren zur Nutzung von Niedertemperaturabwärme auf Hannover Messe

Marco Herrmann vom Mining-RoX Projekt bei Erläuterungen zum Roboter Julius © Tip
Die TU Bergakademie Freiberg präsentiert auf der Hannover Messe in diesem Jahr einen mobilen Roboter, der im Bergbau unter Tage zum Einsatz kommt und einen sichereren und effizienteren Bergbau ermöglichen soll.

Vorgestellt wird auch ein Projekt, das Niedertemperaturabwärme der Industrie für Energiegewinnung nutzen soll.

Der Bergbauroboter „Julius“ kann Daten für exakte 3D-Kartierungen erfassen und regelmäßig die Umgebung, beispielsweise die Luft- und Wasserqualität, überwachen. Die Daten sind unter anderem wichtig, um realitätsnahe Simulationen für die Bewetterung von Bergwerken und Trainingssimulationen für die Grubenwehren zu erstellen. „In der sensorgestützten Bergbautechnik ergeben sich viele neue Möglichkeiten. Durch den Einsatz mobiler Roboter wird der Bergbau unter Tage effizienter und sicherer“, sagt Prof. Bernhard Jung von der Professur für Virtuelle Realität und Multimedia an der TU Bergakademie Freiberg. So können intelligente Serviceroboter die Erkundung, die Abbauplanung, den Arbeitsschutz und auch das Umweltmonitoring verbessern.

Bergbauroboter "Julius" in Aktion im Lehr- und Forschungsbergwerk "Reiche Zeche"  © Mining Rox/ TU Bergakademie Freiberg

Entwickelt und erprobt wurde der mobile Roboter „Julius“ im Rahmen des Forschungsprojekts „Mining Rox“ im Forschungs- und Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ der TU Bergakademie Freiberg. „Die Entwicklung von intelligenten Robotern für Bergwerke wird den Bergbau in den nächsten Jahren nachhaltig verändern. Wir können in Freiberg die Entwicklungen unmittelbar in unserem Forschungsbergwerk erproben und verfügen damit über einzigartige Forschungsbedingungen“, so Prof. Bernhard Jung. Mit ihrer Präsenz am Gemeinschaftsstand „Forschungsland Sachsen“ erhofft sich das Team von „Mining Rox“, die Wirtschaft auf die Freiberger Forschung in diesem Gebiet noch stärker aufmerksam zu machen.

In „Mining Rox“ ist als Partner die Hochschule Mittweida integriert. Diese übernimmt die mediale Aufbereitung und Erfahrbarmachung der von Robotern aufgenommenen 3D-Scans in virtuellen Simulationsszenarien und als Animationsfilm. Hierfür wird die Software des Startups CINECTOR eingesetzt. Das Projekt ist Teil der sachsenweiten Forschungsinitiative „RoX – Robots in saXony“ und wird gefördert durch das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst (SMWK).

Niedertemperaturabwärme der Industrie besser nutzen

Das Institut für Experimentelle Physik von Professor Dirk C. Meyer stellt unter dem Titel „Niedertemperaturabwärme nutzen – Mit Pyroelektrizität zu neuen Energiekonzepten“ seine aktuellen Forschungsergebnisse und Patentanmeldungen vor. Erstmals wird ein Demonstrator zur pyroelektrischen Wasserstofferzeugung präsentiert. Dafür kommen pyroelektrische Materialien zum Einsatz, die auf Temperaturschwankungen reagieren und so durch Niedertemperaturabwärme Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten können. Wasserstoff wird unter anderem für die chemische Industrie und die Verstromung von Brennstoffzellen benötigt.

Robert Schmid und Dr. Tilmann Leisegang bei der Vorstellung des PyroGen-Demonstrators  © Marco Herrmann„Bei zahlreichen Industrieprozessen bleibt Abwärme von bis zu 120°C oftmals ungenutzt, da geeignete Wandlungsverfahren fehlen. Ziel ist es, diese erheblichen Mengen ungenutzter Niedertemperaturabwärme sinnvoll zu nutzten. Dafür wollen wir auf der Hannover Messe interessierte Industriepartner gewinnen, die gemeinsam mit uns die Technologie in ein wirtschaftlich tragfähiges Produkt überführen“, sagt Dr. Tilmann Leisegang, Projektmanager am Institut für Experimentelle Physik an der TU Bergakademie Freiberg. Gefördert wird dieses Forschungsprojekt durch die Sächsische Aufbaubank (ESF-Nachwuchsforschergruppe „PyroConvert“) und das Bundesministerium für Bildung und Forschung (Verbundprojekt „CryPhysConcept“).

Das Institut für Informatik und das Institut für Experimentelle Physik der TU Bergakademie Freiberg präsentieren sich am Gemeinschaftsstand „Forschungsland Sachsen“ auf der Hannover Messe.

Ministerbesuch auf der Hannover Messe © Dr. Andre WejwodaAm Donnerstag besuchte der Sächsische Wirtschaftsminister, Martin Dulig, um 9 Uhr den Stand in Halle 2, Stand A38, um sich über die neusten Forschungsentwicklungen der sächsischen Hochschulen zu informieren.

 

 

Weitere Links:

Mining RoX im Internet:

http://www.hannovermesse.de/produkt/mining-rox-robotik-im-bergbau/2073198/K579846

https://miningrox.informatik.tu-freiberg.de

 „Niedertemperaturabwärme der Industrie besser nutzen“ im Internet:

http://www.hannovermesse.de/produkt/pyrogen-heat-to-hydrogen/2097431/K579846

http://www.pyroconvert.tu-freiberg.de

 

Ansprechpartner:

Prof. Bernhard Jung, Professur für Virtuelle Realität und Multimedia

03731 39-3837

jungattu-freiberg [dot] de

 

Prof. Dirk C. Meyer, Professur für Verbindungshalbleiter und Festkörperspektroskopie

03731 39-2860

dirk-carl [dot] meyeratphysik [dot] tu-freiberg [dot] de