Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim mit Sächsischem Lehrpreis ausgezeichnet

Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim im Porträt.
Am 3. Juni überreichte Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow die Sächsischen Lehrpreise 2020. In der Kategorie Universitäten geht der mit 10.000 Euro dotierte Preis an Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim für ihr erfolgreiches und nachhaltiges Engagement in der (digitalen) Hochschullehre.

In der Lehre setzt Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim vor allem auf digitale Skripte, Videos und Online-Tests zur Selbstüberprüfung des Lernstoffes, die Studierende orts- und zeitunabhängig nutzen können. Im Rahmen einer Flipped Classroom-Lehrveranstaltung können sich Studierende in einem vorgeschalteten Selbststudium die Lehrinhalte in ihrem individuellen Tempo aneignen und diese in den anschließenden Präsenzphasen beispielsweise in Fallstudien anwenden und vertiefen. „Studierende bringen ebenso wie Mitarbeitende in der Unternehmenspraxis ganz unterschiedliche Vorkenntnisse und Fähigkeiten mit. Durch das Bereitstellen digitaler Tools und Unterlagen können sie sich in ihrem Tempo mit den Inhalten auseinandersetzen und sind dabei zugleich zeit- und ortsunabhängig“, so Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim. 

Dabei profitieren die Studierenden auch von aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Studien der Wirtschaftsprofessorin, die sie auf Fragestellungen in der Forschung vorbereiten und Möglichkeiten für eine eigene Mitarbeit in verschiedenen Projekten bieten. So arbeitet Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim derzeit beispielsweise gemeinsam mit der TU München an der Umsetzung einer digitalen Ideen- und Innovationsmanagement-Lösung für kleine und mittelständische Unternehmen und entwickelt gemeinsam mit der Universität Rostock eine neue Projektidee zum Thema „Entwicklung und Erprobung selbstlernender Assistenzsysteme zum digitalen Kompetenzerwerb in Unternehmen“.

Konzepte berücksichtigen individuelle Lernprozesse

Das innovative Lehr-Lern-Konzept bietet besonders mit Blick auf die Flexibilisierung und Individualisierung von Lernprozessen der Studierenden viele Vorteile. Während manche Lerntypen besser über das Lesen von Texten lernen, sind andere Studierende eher für parallele visuelle und auditive Reize in Form von Screencasts empfänglich. „Zudem eröffnen sich durch die Onlineangebote auch mehr freie Zeiträume, um die Studierenden in komplexeren, inhaltlichen Fragen intensiver zu betreuen und persönlich ein individuelleres Betreuungsangebot zu schaffen“, so Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim. Ihr Engagement hat sich im vergangenen Jahr besonders ausgezahlt: Seit letztem Jahr wird ihre Arbeit im Rahmen des sachsenweiten Programms Digital Fellowship intensiv unterstützt. Im Rahmen des Tandem Fellowships kooperiert Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim mit der HTW Dresden, um ein digitales Angebot für wissenschaftliches Arbeiten bereitstellen zu können.

„Die letzten Monate standen unsere Hochschulen ganz im Zeichen der Pandemie und damit auch der digitalen Lehre. Nur mit Hilfe der Flexibilität und der Kreativität von Lehrenden, Mitarbeitenden und Studierenden ist es gelungen, den Lehrbetrieb weitgehend aufrecht zu erhalten. Der Lehrpreis 2020 steht daher ganz im Zeichen der Digitalisierung und geht an Lehrende, die sich mit besonderem Engagement der Entwicklung und Verbreitung von digitalen Lehrinstrumenten widmen und damit auch andere inspirieren. Herzlichen Glückwunsch und vielen Dank für Ihre vorbildhafte Arbeit“, erklärt Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow.

Dem schloss sich auch die Prorektorin für Bildung an der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Dr. Swanhild Bernstein, in ihrer Laudatio an: „Mit ihrem Einsatz für die Entwicklung neuer hybrider, selbstbestimmter Lehr- und Lernformen sowie ihrem Engagement in der intensiven Betreuung und Beratung von Studierenden leistet Prof. Dr. Stumpf-Wollersheim einen wichtigen Beitrag zur fachlichen, methodischen, digitalen und sozialen Kompetenzentwicklung unserer Studierenden und unterstützt die Universität maßgeblich bei ihrem Ziel, die Qualität der Studien- und Prüfungsleistungen sowie die Motivation und Zufriedenheit der Studierenden kontinuierlich zu steigern“.

Zum Sächsischen Lehrpreis

Der mit insgesamt 40.000 Euro dotierte Sächsische Lehrpreis würdigt die besten Ideen sowie die beste Umsetzung von Lehre an sächsischen Hochschulen und der Berufsakademie Sachsen und wurde am 3. Juni zum vierten Mal verliehen. Neben Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim von der TU Bergakademie Freiberg sind Prof. Dr. Marc Ritter von der Hochschule Mittweida in der Kategorie für angewandte Wissenschaften, Julia Bartha von der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig in der Kategegorie Musik- und Kunsthochschulen sowie Prof. Dr. Tenshi Hara von der Staatlichen Studienakademie Dresden in der Kategorie Berufsakademie weitere PreisträgerInnen.

Zur Person

Prof. Dr. Stumpf-Wollersheim arbeitete nach ihrer Bankausbildung bei einer Investmentbank und studierte parallel dazu an der Frankfurt School of Finance & Management, wo sie im Jahr 2010 mit der Bestnote „summa cum laude“ promovierte. Im Anschluss wechselte sie an die TU München, wo sie am Lehrstuhl für Strategie und Organisation tätig war und 2016 habilitiert wurde. Im Jahr 2014 erhielt sie als erste Nachwuchswissenschaftlerin der TUM School of Management den Titel des TUM Junior Fellow. Im gleichen Jahr wurde sie zudem als erste Wirtschaftswissenschaftlerin in das Junge Kolleg der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, in dem disziplinübergreifend 20 herausragende junge Wissenschaftler aus Bayern gefördert werden, berufen. Seit November 2016 hat sie die Professur für Internationales Management und Unternehmensstrategie an der TU Bergakademie Freiberg inne.

Das Video-Kurzporträt von Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim wurde von der Fakultät Medien der Hochschule Mittweida für den Sächsischen Lehrpreis erstellt.

Fragen beantwortet / Contact: 
Prof. Dr. Jutta Stumpf-Wollersheim, Tel.: 03731/39-2081