Paläontologische Geländearbeiten auf dem Yunnan Plateau Südchinas

Die Studenten der Yunnan University um den Paläobotaniker Prof. Dr. Zhuo Feng (M
In einer knapp 3-wöchigen Exkursion führte ein künftiger Doktorand der TU Bergakademie Freiberg gemeinsam mit Wissenschaftlern und Studenten der Yunnan University Kunming und der Universität Nanjing bis zum 26. Januar Geländearbeiten auf dem Yunnan-Plateau in Südchina durch.

Das Yunnan-Plateau zählt zu den wenigen Regionen in der Welt, wo die zu Tage tretenden Gesteinsschichten einen lückenlosen Einblick in die Zeit vor 251 Millionen Jahren gewähren – die Zeit, in der im größten Massenaussterben der Erdgeschichte über 90 Prozent der damaligen Arten verschwanden. Die Ursachen dieses Ereignisses liegen noch im Unklaren, doch es gibt Hinweise, dass bedeutende Klimaveränderungen zu dieser Zeit eine Rolle spielten. Ob diese sich auch auf Südchina, das damals eine große Insel nahe des Äquators bildete, auswirkten, untersuchte Dipl.geol. Andreas Brosig vom Institut für Geologie, Bereich Paläontologie/Stratigraphie, der TU Bergakademie Freiberg anhand der Paläoböden von Taoshujing.

Studenten der Yunnan University beim Bergen von Pflanzenfossilien © Andreas BrosigAus der Abfolge dieser alten Böden lässt sich mit Hilfe geochemischer Methoden die Klimageschichte der Region rekonstruieren. Paläobotaniker und Palynologen der Universitäten in Kunming und Nanjing sammelten dafür Pflanzenfossilien, mit deren Hilfe der Zeitpunkt des Massenausterbens innerhalb der Gesteinsabfolge festgestellt werden kann. Ein herausragende Fund war der rund 30 Zentimeter dicke Stamm eines Baumfarns.

Die Geländearbeiten sind die Vorbereitung für ein Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft, in dem mit Hilfe der klimasensitiven Paläoböden aus verschiedenen Regionen der Erde ein Modell der globalen Klimaentwicklung rund um diesen einschneidenden Zeitpunkt in der Erdgeschichte entstehen soll.