Open Access für kulturelles Erbe: digitale Transformation an der Universitätsbibliothek

Student mit Laptop
Die Universitätsbibliothek der TU Bergakademie Freiberg hat in den letzten vier Jahren einen Großteil ihrer wissenschaftlichen Altbestände und Sammlungen nach modernen Standards als digitale Ressourcen aufbereitet.

Linked Open Data und Mobile Computing sind die Schlüssel für die Digitalisierung historischer Bestände. Mit ihnen lassen sie sich vom kaum nutzbaren Kulturgut hin zu einer modernen, frei zugänglichen Informationsressource transformieren, die sich zudem relativ leicht bearbeiten lässt. „Es wird künftig nicht reichen, einfach nur Dokumente ins Netz zu stellen. Wir brauchen neue Edutainmentanwendungen und Werkzeuge, um vor allem auch bei den jüngeren Menschen das Interesse für die inzwischen so vielfältig digitalisierten historischen Ressourcen zu wecken und einen sinnvollen, zielgerichteten Umgang mit diesen zu ermöglichen“, erklärt Angela Kugler-Kießling, Leiterin des Wissenschaftlichen Altbestandes.

So können heruntergeladene Dokumente dank der Digitalisierungsinitiative beispielsweise schon jetzt mit eigenen, recherchierbaren Notizen versehen werden. Im Bedarfsfall sind damit ausgewählte Quellen (Zitate) schnell auffindbar oder können bequem mit anderen Wissenschaftlern ausgetauscht werden. Und bei Nutzung einer Cloud kann der Zugriff sogar von überall her erfolgen. „Auf diese Weise aufbereitete Ressourcen bieten vor allem für die Weiterentwicklung der digitalen/multimedialen Lehre und Forschung ein großes Potenzial“, so Susanne Kandler, Direktorin der Universitätsbibliothek an der TU Bergakademie Freiberg.

Unter dem Namen TUBAFmedia stehen künftig auch große Teile der Fotosammlungen der TU Bergakademie Freiberg öffentlich zur Verfügung. Mit Hilfe einer webbasierten Management-Software wird eine einrichtungsübergreifende Open Access-Ressource zur Verfügung gestellt, die unter anderem Aufnahmen des weltweiten Geo- und Montanwesens aus Vergangenheit und Gegenwart oder Aufnahmen zur bergakademischen Geschichte zugänglich macht und künftig auch 3D-Modelle von Objekten aus den Sammlungen der TU Bergakademie Freiberg anbieten wird. Neben der Universitätsbibliothek stellen zukünftig auch das Universitätsarchiv und die Kustodie Bilder und multimediale Daten über dieses Portal bereit.

Digitalisierung der Freiberger Universitätsbibliothek

Der Universitätsbibliothek Freiberg ist es in den letzten vier Jahren gelungen, den größten Teil ihrer urheberrechtsfreien Bestände als Open Access Ressource zu transformieren und in fachspezifischen Portalen zur Verfügung zu stellen. Das betrifft einen bedeutenden Anteil von Drucken, Handschriften (bergmännische Specimina und Manuskripte), Rissen zum sächsischen Bergbau, historischen Fotobeständen und einem ersten Anteil der Münzen und Medaillen im Rahmen des bundesweiten Fachnetzwerks NUMiD (Netzwerk Universitärer Münzsammlungen in Deutschland) als gemeinsames „Digitales Münzkabinett“ von 26 Universitäten.

Im Juni dieses Jahres begeht der inzwischen großflächig digitalisierte wissenschaftliche Altbestand sein 50-jähriges Bestehen. Das Jubiläum steht im Kontext zur 3. Hochschulreform, die eine beachtliche Umstrukturierung der Bergakademie zur Folge hatte. Damals wurden Fachsektionen und ein wissenschaftliches Informationszentrum (WIZ), bestehend aus Hauptbibliothek, Sektionsbibliotheken und Informationseinrichtungen, Archiv, Druckerei, Buchbinderei und Fotostelle gegründet. In Zukunft bieten sich mit dem Neubau der Universitätsbibliothek nicht nur neue Räumlichkeiten für den Bestand, sondern auch moderne Lern- und Arbeitsmöglichkeiten für Studierende, die das mobile und digitale Arbeiten – selbst mit größeren Datenmengen – noch einmal optimieren.    

Digitale Bestände: