Olympische Idee vereint auch Wissenschaftler aus Alberta und Sachsen

Einen aufregenden Tag erlebte Christian Wolfersdorf von der TU Bergakademie Freiberg diese Woche im Land der Winterolympiade. Allerdings ging es nicht um sportliche, sondern wissenschaftliche Kontakte. Der Student der Verfahrenstechnik absolviert gerade in Kanada sein Ingenieurpraktikum an der University of Alberta. Er ist einer von acht Freiberger Studierenden, die gegenwärtig an Partnerhochschulen in Edmonton studieren oder im Praktikum sind.


Während einer feierlichen Unterzeichnung eines internationalen Partnerschaftsvertrages zwischen Alberta und dem Bundesland Sachsen am 22. Februar durfte er neben einem Kommilitonen aus Kanada als einziger deutscher Student den internationalen Gästen berichten, wie es sich über 10 000 Kilometer entfernt von der Heimat lebt, wie die Studien- und Arbeitsbedingungen sind. "Ich war total aufgeregt, denn immerhin saßen Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Vertreter der Universitäten Alberta und Freiberg vor mir", berichtet er. "Aber es war beruhigend zu wissen, dass der Ministerpräsident ebenfalls Ingenieur ist. Da dachte ich mir, Du legst Deine Rede nicht so akademisch an, sondern bleibst locker. Da habe ich sogar einige Lacher geerntet." Als Christian Wolfersdorf Stanislaw Tillich fragte, ob dieser zu einem Foto mit den deutschen Studenten bereit wäre, sagte der Ministerpräsident ohne Zögern zu.

Die Kooperation zwischen der TU Bergakademie Freiberg mit Universitäten in Alberta gibt es seit 2004 (University of Calgary) bzw. 2006 (University of Alberta). Grundlage ist die im Jahr 2004 abgeschlossene Regionalpartnerschaft zwischen Sachen und Alberta, die nun im Februar 2010 in Edmonton verlängert wurde. Über das Austauschprogramm verbringen jährlich fünf bis zehn Studierende aus Freiberg an der University of Alberta ein Auslandssemester oder -praktikum. Im Gegenzug kommen bis zu zehn Studierende der University of Alberta zur fünfwöchigen Sommerschule nach Freiberg. Die Vertreter der TU Bergakademie, Prof. Christoph Breitkreuz, Prorektor für Außenbeziehungen, und Katja Polanski, Leiterin des Internationalen Universitätszentrums, wollen bei ihrem Aufenthalt vor Ort die guten Kontakte zwischen den Instituten für Wärme- und Energietechnik, Energieverfahrenstechnik und Tiefbohrtechnik und deren kanadischen Kollegen vertiefen und neue Kooperationen in den Bereichen Wirtschafts- und Geowissenschaften anbahnen.

Ganz neu ins Leben gerufen wurde beim Besuch der sächsischen Delegation in Kanada die Alberta-Sachsen-Initiative. Dieses Projekt wird durch das Transatlantik-Programm der Bundesrepublik Deutschland aus Mitteln des European Recovery Program (ERP) des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) sowie durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst gefördert. Es hat sich zum Ziel gesetzt, mithilfe von Studentenpraktika die transatlantische Mobilität in den Regionen Alberta und Sachsen, das interkulturelles Lernen und die persönliche Begegnung von Studierenden und Graduierten in den Bereichen Bildung, Wirtschaft und Kultur aktiv zu fördern.

Foto: Stanislaw Tillich(Mitte) mit den Freiberger Studenten der Energieverfahrenstechnik Christian Wolfersdorf (rechts daneben) und Reinhard Lohmeier (links außen).
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Ingrid Lange