Neues Forschungsprojekt untersucht Verwertungswege für Nebenprodukt der Abfallverbrennung

Abfallverbrennungsanlage Leudelange
Im Sinne der Nachhaltigkeit nutzt die abfallverwertenden Branche Wärme, die während der Verbrennung des Abfalls entsteht, um Energie zu gewinnen. Aber was passiert mit den Nebenprodukten, die Abfallverbrennungsanlagen durch die Verwertung des Mülls produzieren?

Ein neues Forschungsprojekt der TU Bergakademie Freiberg mit dem Industriepartner Energy from Waste GmbH untersucht nun alternative Verwertungswege für den Staub, der bei der Müllverbrennung entsteht.

Mit der Novellierung der 17. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz wurden bereits wichtige Schritte zur Reduktion von Emissionen auf Bundesebene eingeleitet. Indem Filteranlagen zwischengeschalten werden, kann der Ausstoß von umweltschädlichen Reststoffen, die bei der Verbrennung des Abfalls entstehen, reduziert werden. Die herausgefilterten Produkte, wie zum Beispiel der Staub, bleiben jedoch bisher meist ungenutzt. Gemeinsam mit dem Industriepartner hat das Institut für Nicheisenmetallurgie und Reinsstoffe und die Professur für Bauchemie und Bauverbundwerkstoffe nun ein Projekt ins Leben gerufen, dass auch den Reststoffen, die bisher nicht genutzt werden konnten, neues Leben einhauchen soll. Dafür investierte das Unternehmen eine hohe sechsstellige Summe.

Unter dem Titel „EEW-Verwertung von Staub (VerSt): Rapid Scale-up zum Zero-Waste-Verfahren“ untersuchen die Forschenden seit Oktober 2021, wie auch der bei der Verbrennung zurückbleibende Staub zukünftig in die Kreislaufwirtschaft des Unternehmens eingegliedert werden kann. Im ersten Schritt wird dabei die konkrete Zusammensetzung des Flugstaubs erforscht, um daraus dann Strategien zu entwickeln, wie die einzelnen Bestandteile zukünftig verwertet werden können. Zunächst müssen also Störelemente aus dem Staub entfernt werden, um diesen im zweiten Schritt dann hinsichtlich seiner chemischen und mineralogischen Zusammensetzung untersuchen zu können, bevor schließlich ermittelt werden kann, wie der Staub Teil der Kreislaufwirtschaft wird. Ziel ist, alle im Staub enthaltenen Reststoffe umzunutzen, sodass der gesamte Prozess der Müllverbrennung zukünftig nachhaltig wird – ganz im Sinne des Zero-Waste-Gedankens.

Damit könnte ein Großteil der insgesamt 270.000 Tonnen Flugstaub, die jährlich in den bislang 17 Abfallverbrennungsanlagen des Industriepartners anfallen, reduziert werden. Gelingt das dreijährige Vorhaben, würde damit die Abfallverbrennung zukünftig noch nachhaltiger und die Kreislaufwirtschaft weiter vorangebracht werden.

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Prof. Thomas Bier, Prof. Alexandros Charitos