Neues Ausgründungsprojekt entwickelt KI-gesteuertes Analysesystem für Werkstoff-Qualitätskontrolle

Team der Ausgründung
Im Oktober 2021 startet am Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg das Startup-Projekt „MiViA“. Das Team aus 4 Forschenden entwickelt ein selbstlernendes Mikrostrukturanalysesystem, das die Feststellung der Beschaffenheit und Qualität von Werkstoffen zukünftig genauer machen soll.

Auf dem Weg von der Hochschule zum Start-up wird das Ausgründungsprojekt „MiViA" über einen EXIST-Forschungstransfer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) über 18 Monate finanziert.

„Die kommerzielle Abnahmeprüfung für Produkte aus metallischen Werkstoffen basiert aktuell auf einer komplexen Qualitätskontrolle, die nicht nur mechanische Prüfungen, sondern auch metallographische Analysen umfasst. Dabei spielt bei der Schliffauswertung die Erfahrung des Mitarbeiters eine enorme Rolle und die Bestimmungsgenauigkeit liegt erfahrungsgemäß bei 95%“, erklärt Projektleiter Grzegorz Korpala.

Hinzu kommt, dass die auf dem Markt existierenden KI-Modelle im Bereich der metallographischen Schliffanalyse aufgrund der spärlichen Trainingsdatensätze stark in ihrer Aussagesicherheit begrenzt sind. Eine ausreichend große Datenmenge an wissenschaftlich detailliert beschriebenen Gefügeaufnahmen, die eine Entwicklung von sicheren Analysewerkzeugen ermöglichen, existiert zurzeit nur am Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg und wird ständig weiterentwickelt.

„Für uns gilt es nun, Gefügearten gezielt zu erzeugen, zu klassifizieren und so die vorhandene Datenbank auszubauen und zu kategorisieren“, erklärt Korpala weiter. Ziel ist ein ausreichend großes Datenbankvolumen, das die Künstliche Intelligenz trainiert, um die Bestimmungsgenauigkeit des Gefüges auf 98% zu steigern.
 
Grundlage des Systems ist die von Projektleiter Dr.-Ing. Grzegorz Korpala entwickelte Methodik zum Generieren und Sammeln von Gefügeaufnahmen. Im Projekt „MiViA“ ist er für die Trainingsalgorithmen und die KI-Weiterentwicklung zuständig. Miriam Corcoran ist als Betriebswirtschaftlerin der wirtschaftliche Kopf des Teams. Jessica Schneider beschäftigt sich als Diplomingenieurin für Werkstofftechnologie und Werkstoffwissenschaft mit der Mikrostrukturcharakterisierung und Roman Rostami ist als Techniker verantwortlich für die Erstellung der Mikrostrukturmuster für die Datenbank.

Durch die innovative Lösung von „MiViA“ lassen sich sowohl die Produktionskosten bei Lieferanten und Produzenten der Automobil-, Maschinenbau, Baubranche reduzieren, als auch Fehler noch vor der Weiterverarbeitung insbesondere bei der Komponentenlieferung vermeiden.

Mit dem Start des EXIST Forschungstransfers ist das Ausgründungsprojekt „MiViA" Teil der SAXEED-Masterclass, dem Frühphaseninkubator des Gründernetzwerk SAXEED an der TU Bergakademie Freiberg. Die SAXEED-Masterclass ist eine Kombination aus Coachingprogramm und gemeinsamen Arbeitsplätzen in einem Coworking Space.

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Fragen beantwortet / Contact: 
Ausgründungsprojekt „MiViA“: Dr.-Ing. Grzegorz Korpała, Grzegorz.Korpala@imf.tu-freiberg.de