Neuer Sonderforschungsbereich für multifunktionale Filterwerkstoffe bestätigt

Zwei Forscher in der CAVE.
Am 24. Mai 2011 hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft der Einrichtung des neuen Sonderforschungsbereiches (SFB) 920 "Multifunktionale Filter für die Metallschmelzefiltration – ein Beitrag zu Zero Defect Materials" an der TU Bergakademie Freiberg zugestimmt.

Sprecher des neuen interdisziplinären SFB ist Prof. Christos G. Aneziris, Professor für Keramik am Instituts für Keramik, Glas- und Baustofftechnik.

Die Forderung nach erhöhter Metallqualität und geringeren Ausschussraten seitens der Anwender und Weiterverarbeiter machen eine gleichmäßigere Einstellung der chemischen Zusammensetzung und eine verstärkte Kontrolle des Reinheitsgrades des Materials erforderlich. „Die Vision dieses SFB ist die Einstellung exzellenter, an die Bauteilbeanspruchung angepasster funktionaler und adaptiver mechanischer Eigenschaften für einen Innovationsschub in Sicherheits- und Leichtbaukonstruktionen“, erläutert Prof. Christos Aneziris. „Dieses Ziel wollen wir durch den Einsatz intelligenter Filterwerkstoffe bzw. Filtersysteme erreichen. Dazu ist eine erhebliche Reduzierung von anorganischen nichtmetallischen Einschlüssen in der Metallmatrix nötig.“ Mit einer funktionalisierten Filteroberfläche und in Kombination mit maßgeschneiderten Druckverhältnissen in den porösen Funktionshohlräumen soll die Abscheidung der Einschlüsse an der Filteroberfläche des Filters erheblich verbessert werden.

An der Erforschung neuartiger Filterwerkstoffe sowie an einem modellunterstützten Filterdesign in der Mikro- und Makrostruktur sind 17 wissenschaftliche Partner aus vier Fakultäten der TU Bergakademie beteiligt. Sie forschen an der Herstellung von dünn- als auch dickwandigen, höchstbeanspruchbaren Komponenten auf der Basis von Stahl, Eisen, Aluminium und Magnesium. Diese sollen bahnbrechende Eigenschaften wie Festigkeit, Zähigkeit und Ermüdungsresistenz aufweisen. Damit soll sich die Sicherheit der Insassen von Kraft-, Schienen- und Luftfahrzeugen verbessern. Außerdem können zukunftsträchtige Anwendungsfelder in der Elektronikindustrie erschlossen werden. So beispielsweise bei der Filtration von Kupfer und Silizium, in der Verpackungsindustrie am Beispiel Aluminiumfolien sowie in der Filtrationstechnik und der Konditionierung von Behandlungsschlacken.

Foto: 4D-Visualisierung der Filtrationsprozesse in einer CAVE im Institut für Informatik bei Prof. Jung

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Prof. Christos Aneziris