Neuer Mathematik-Professor sieht viele Anknüpfungspunkte mit Ingenieurwissenschaften

Prof. Oliver Rheinbach (l.) nahm die ...
Seit Anfang des Monats ist mit Oliver Rheinbach ein neuer Professor an der Fakultät für Mathematik und Informatik der TU Bergakademie Freiberg. Dazu nahm der Diplom-Mathematiker und Diplom-Wirtschaftsinformatiker die Berufungsurkunde aus den Händen von Rektor Prof. Bernd Meyer entgegen. Prof. Oliver Rheinbach, der zuvor unter anderem an der Universität zu Köln und der TU Chemnitz gearbeitet hat, betreut an der Ressourcenuniversität nun das Fachgebiet des Wissenschaftlichen Rechnens am Institut für Numerische Mathematik und Optimierung und wird bereits mit Beginn des Sommersemesters Vorlesungen zur Numerik und zu Finiten Elementen anbieten.
Forschungsgebiete des 39-jährigen sind unter anderem die Modellierung und Simulation in der Biomechanik, etwa die Simulation von Arterien in Kooperation mit Medizinern und Ingenieuren. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt im parallelen wissenschaftlichen Rechnen, sprich: der schnellen Simulation auf Hochleistungsrechnern. Rheinbach beschäftigt sich mit der Numerik partieller Differentialgleichungen und dabei insbesondere mit Gebietszerlegungsverfahren: „Dafür möchte ich robuste und skalierbare Algorithmen entwickeln und dabei sowohl theoretisch arbeiten als auch diese Algorithmen bis hinein in die konkrete Anwendung bringen.“ In einem Forschungsprojekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft arbeitet Rheinbach bereits jetzt an Simulationsverfahren mit, die auf zukünftigen Hochleistungsrechnern mit vielen Millionen von Prozessorkernen laufen werden.

Der neue Professor für Wissenschaftliches Rechnen will auch die Studenten der Bergakademie für das „interessante und hochinterdisziplinäre Umfeld von paralleler Simulation und High Performance Computing“ begeistern. „Ernsthafte Mathematik kombiniert mit interessanten und relevanten Anwendungen, wie etwa neue Hochleistungsmaterialien. Und das auf den schnellsten Rechnern der Welt“, bringt Rheinbach sein Arbeitsgebiet auf den Punkt. An der Ressourcenuniversität sieht er dafür die besten Voraussetzungen: „An der TU bieten sich durch die starken Ingenieurwissenschaften für einen angewandten Mathematiker wie mich viele Anknüpfungsmöglichkeiten, wie zum Beispiel die Simulation von neuen Hochleistungsstählen.“

In der Nähe von Düsseldorf geboren, studierte Rheinbach nach seiner Schulausbildung in Deutschland, Saudi-Arabien und Kanada an der Universität zu Köln und der McGill Universität in Montréal, Kanada. Nach seinen Diplomabschlüssen als Mathematiker und Wirtschaftsinformatiker wechselte er an die Universität Essen, später Universität Duisburg-Essen, wo er im Jahr 2006 über schnelle Löser für Finite-Elemente-Probleme promovierte. Bis zum Jahr 2011 arbeitete Rheinbach weiter an der Fakultät für Mathematik der Universität Duisburg-Essen. Zu Forschungsaufenthalten hielt er sich dabei immer wieder in den USA auf, so am Courant Institut of Mathematical Sciences (New York), am Argonne National Laboratory (Chicago), an den Sandia National Laboratories (Albuquerque) und am Lawrence Livermore National Laboratory (Livermore). Im Wintersemester 2011/12 und dem nachfolgenden Sommersemester war Rheinbach Lehrstuhlvertretung der Professur „Mathematik in Industrie und Technik“ an der TU Chemnitz, danach bis zu seiner Berufung nach Freiberg am Mathematischen Institut der Universität zu Köln beschäftigt.

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Prof. Oliver Rheinbach