Neuer Juniorprofessor für Chemie an der TU Bergakademie Freiberg

Prof. Silvia Rogler, Prorektorin für ...
Seit zwei Wochen ist Dr. Gero Frisch neuer Juniorprofessor am Institut für Anorganische Chemie der Fakultät für Chemie und Physik an der TU Bergakademie Freiberg. Am 29. August bekam er dafür von der Prorektorin für Bildung, Prof. Silvia Rogler, die Berufungsurkunde überreicht. Jun.-Prof. Frisch war bisher an der Universität in Freiburg sowie an der University of Leicester in England tätig. An der Ressourcenuniversität möchte er nun in der Forschung durch den Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe seine Aktivitäten auf den Bereich der Erzverarbeitung ausweiten und auch in die Lehre einen wesentlichen Teil seines Engagements einbringen.
An einer Tätigkeit an der Bergakademie hat Jun.-Prof. Frisch vor allem das ideale Forschungsumfeld mit der Nähe zum Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie, aber auch der Status der Bergakademie als Ressourcenuniversität gereizt. „Ich denke, dass meine Arbeiten sich sehr gut in das Freiberger Forschungsprofil einfügen und hoffe, dass sich entsprechend viele Synergien ergeben“ so der neue Juniorprofessor. Berührungspunkte mit Freiberg hatte Jun.-Prof. Frisch schon im Studium bei der Durchführung des sogenannten Freiberger Aufschlusses, also dem Überführen schwerlöslicher Stoffe in einen säure- oder wasserlöslichen Zustand. Daher war ihm der Name ‚Freiberg’ und die Verbindung zu Bergbau und Erzen bereits ein Begriff. Seine wissenschaftlichen Aktivitäten waren hier bisher begrenzt. Nun bietet ihm seine neue Stelle die Möglichkeit, sich diesem Bereich genauer zu widmen.

In der Forschung plant der 36-jährige weiterhin den Ausbau einer Arbeitsgruppe, die an der Schnittstelle zwischen anorganischer Ressourcenchemie, Materialwissenschaften und Eigenschaften von ionischen Flüssigkeiten bzw. Salzschmelzen fungiert. Besonders wichtig ist Jun.-Prof. Frisch dabei die Grundlagenforschung, aber er erhofft sich auch eine Umsetzung dieser Forschungsergebnisse in Anwendungen vor Ort. „Es ist eine großartige Motivation, zu sehen, dass die eigene Forschung greifbare Früchte trägt. Freiberg hat als Ressourcenuniversität dafür die idealen Voraussetzungen“ schwärmt Jun.-Prof. Frisch. Sehr am Herzen liegt ihm die gute Kooperation der Wissenschaftler untereinander, denn, wie er bei seiner Tätigkeit an der University of Leicester gelernt hat: „Wissenschaft ist ein Mannschaftssport. Für eine erfolgreiche Forschung ist die produktive fächerübergreifende Zusammenarbeit von großer Bedeutung, um das nötige Spektrum an Wissen und Erfahrungen abzudecken“.

Zentral ist für ihn jedoch ebenso die profunde Ausbildung der Studenten. „Das ist viel Arbeit, letztlich sind die heutigen Studierenden aber unsere künftigen wissenschaftlichen Mitarbeiter“ so Jun.-Prof. Frisch. Besonderes Augenmerk möchte er auf die Verknüpfung von alten und neuen Lehrmethoden legen, ein Spagat, wie er selbst sagt, denn die neuen Medien bergen nicht nur Vorteile. „Es ist nicht gut, wenn die Studenten nur noch Powerpoint-Vorlesungen zur Verfügung gestellt bekommen und nichts mehr mitschreiben“ erläutert Jun.-Prof. Frisch dazu. „Andererseits bieten mediale Anwendungen ganz neue und sehr gute Möglichkeiten der Wissensvermittlung, wie beispielsweise die auch an der Bergakademie genutzte Lernplattform OPAL“. Grundlegend ist für ihn der enge Kontakt zu den Studierenden. Eine Weiterentwicklung des universitären internationalen Austauschs steht ebenso auf seiner Agenda, wie die Idee, einige Vorlesungen in Englisch anzubieten.

Der gebürtige Wiener studierte an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg. Nach seinem Diplomabschluss als Chemiker promovierte er zum Thema der Festkörperchemie. Ab 2007 war er an der University of Leicester beschäftigt und erforschte hier ionische Flüssigkeiten, eine neue Klasse von organischen Salzen, die bei weniger als 100 Grad Celsius schmelzen. Dabei untersuchte er, inwieweit diese Ergebnisse auf das Recycling von Metallabfällen, wie Leiterplatinen, Halbleitern oder Magneten, anwendbar sind.
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Gesine Quellmalz