Neue Räume, neue Angebote – 3 Fragen an das Team „Kleine Forscher an der TU Bergakademie Freiberg“

Logo der kleinen Forscher an der TU Bergakademie Freiberg.
Von zentralen Räumen in der Freiberger Innenstadt aus organisieren Koordinatorin Kathrin Häußler und Trainerin Dr. Christiane Biermann ab sofort Angebote für pädagogische Fachkräfte, Jugendliche und Kinder.

Wie steht es um die Bildung junger Menschen im Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) in Deutschland?

Kathrin HäußlerKathrin Häußler: Gerade erschien das MINT Nachwuchsbarometer 2021 von acatech und der Körber-Stiftung. Es zeigt beispielsweise, dass ein Viertel der Grundschulkinder in Mathe im Vergleich zu EU und OECD für die weiterführende Schule nicht kompetent genug ist. Weitere Ergebnisse: Der Anteil der leistungsschwachen Grundschulkinder in Naturwissenschaften und Mathematik stieg in den vergangenen Jahren. Oder: Das Schulfach Informatik ist in der Sekundarstufe 1 längst nicht für alle Schülerinnen und Schüler verpflichtend. Das sind deutliche Problemstellen, die langfristige Lösungen erfordern!

Dr. Christiane Biermann: Wir setzen sowohl bei der frühkindlichen MINT-Bildung, als auch Schülerinnen und Schülern in weiterführenden Schulen an. Für pädagogische Fachkräfte aus Kindertagesstätten im Landkreis Mittelsachsen bieten wir seit 2008 Fortbildungen an. Für Gymnasiasten der Jahrgangsstufen ab 10. Klasse koordinieren wir seit 2016 die Angebote im Rahmen der Mitgliedschaft im MINT-ec Excellence-Schulnetzwerk.

Sie beziehen nun neue Büro- und Schulungsräume in der ehemaligen Zinnwerkstatt im Freiberger Kunsthandwerkerhof. Wie verbessert sich dadurch Ihre Arbeit?

Dr. Christiane BiermannDr. Christiane Biermann: Wir können die Schulungen für pädagogische Fachkräfte nun in den eigenen neuen Räumen durchführen und Schülergruppen der MINT-ec-Camps direkt bei uns empfangen. Mit den neuen Räumen in der Freiberger Innenstadt und der ansprechenden Beklebung der Fenster zur Burgstraße bekommen die Netzwerke außerdem eine neue Sichtbarkeit – das freut uns natürlich!

Kathrin Häußler: Die Stiftung „Technische Universität Bergakademie Freiberg“ stellt die Räume der Universität zur Verfügung. Bisher in Kooperation mit der bundesweit agierenden Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ organisiert, werden wir mit der Neuorganisation und den neuen Räumlichkeiten jetzt einen eigenen Weg einschlagen.  Die neuen Räume drücken das Bekenntnis der Universität aus, die Angebote für Kinder und Jugendliche im Landkreis Mittelsachsen zu bündeln und zu verstetigen und sichtbar zu machen.

Was lernen die pädagogischen Fachkräfte in einer typischen Schulung? Und welche Angebote nehmen die Schülerinnen und Schüler der MINT-ec-Schulen an der Uni wahr?

Dr. Christiane Biermann: Wir organisieren jährlich bis zu 15 Weiterbildungen, Workshops und Inhouse-Schulungen für Erzieherinnen und Erzieher aus Kindertagesstätten. Mit Wissen und Experimentier- und Forscherkarten befähigen wir die Fachkräfte dazu, die Neugier der Kinder zu unterstützen und sie für naturwissenschaftliche Herangehensweisen zu sensibilisieren. Besonders wichtig ist uns, dass das Fachpersonal in den Kitas für die Durchführung der Experimente auf Material zurückgreifen kann, das schon vorhanden ist oder mit geringen Mitteln erworben werden kann.

Kathrin Häußler: Bereits seit 2016 ist die TU Bergakademie Freiberg Mitglied und Partner des MINT-ec. Der MINT-EC ist das nationale Excellence-Netzwerk von Schulen mit Sekundarstufe II und hervorragendem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Schulprofil. Ziel ist es, die Leuchtturm-Schulen bei ihrer Entwicklung zu MINT-Talentschmieden mit hochkarätigen Angeboten für Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitungen zu fördern.  Beteiligt MINT-ec-Schulen sind in Sachsen  9 Gymnasien, u.a. das Geschwister-Scholl-Gymnasium in Freiberg, deutschlandweit sind es 332 Gymnasien und Schulen mit gymnasialer Oberstufe mit 353.000 Schülerinnen und Schüler sowie 29.000 Lehrkräften. Die TU Bergakademie Freiberg bietet 3 – 4 Mal im Jahr MINT-ec-Camps beziehungsweise Akademien an, zum Beispiel zum Thema Zukunft Werkstoffe. Bisher haben rund 300 Schülerinnen und Schüler diese Angebote genutzt.

Dr. Christiane Biermann: Im Juni organisieren wir, zusammen mit dem Dezernat Universitätskommunikation wieder eine Junior-Uni für alle Interessierten aus Freiberg und Umgebung. Und wir freuen uns, dass wir unser Wissen seit diesem Sommersemester als Lehrbeauftragte für die MINT-Ausbildung im Studiengang Sozialpädagogik und –management der FH Dresden weitergeben können.

Fragen beantwortet / Contact: 
Kathrin Häußler, E-Mail: kathrin.haeussler@kleineforscher.tu-freiberg.de