Neue Pioniere: Gründerpreis an frisch promovierten Wissenschaftler

Der in Freiberg promovierte Physiker Tilmann Leisegang hat im November mit seinem StartUp-Team SAXRAY den ersten Preis im Gründungswettbewerb „start2grow 2010“ gewonnen. Seine Geschäftsidee ist, durch innovative Komponenten die Röntgenanalytik schneller, präziser und leichter handhabbar zu machen.
Beim bundesweiten Gründungswettbewerb „start2grow 2010“ konnte das Team um Tilmann Leisegang mit seiner Gründeridee SAXRAY überzeugen und so den ersten Preis für das beste Konzept gewinnen. Der Dresdner hat im April dieses Jahres am Institut für Experimentelle Physik promoviert. Der Preis „start2grow“ fördert erfolgversprechende Geschäftsideen aus ganz Deutschland. In seinem Projekt forscht Tilmann Leisegang zusammen mit zwei weiteren Mitarbeitern, dem Diplom-Ingenieur Marco Herrmann und dem Diplom-Kaufmann Gordian Krahl. Sie wollen innovative Komponenten für materialwissenschaftliche Röntgenanalysen entwickeln, serienreif machen und vermarkten. Durch die neuartigen technischen Komponenten werden die Analysen vereinfacht und schneller und präziser sein. „Das Preisgeld nutzen wir gleich als Kapital für unser Unternehmen“, freut sich Leisegang.

Start2grow ist ein Gründungswettbewerb der Wirtschaftsförderung Dortmund. Ziel ist es, Gründer bei der schnellen Umsetzung ihrer Geschäftsidee und beim erfolgreichen Aufbau eines eigenen Unternehmens zu unterstützen. Dazu stehen den Gründern über 600 Fachleute aus dem „start2grow“-Netzwerk als Coaches zur Verfügung.

„Uns hat die einzigartige Möglichkeit des Online-Coachings sehr geholfen, unsere Geschäftsidee weiter zu verbessern. Deshalb können wir anderen Gründern dieses Coaching besonders empfehlen“. Saxray ist ein gemeinsames Projekt des Forschungszentrums Dresden-Rossendorf, der TU Bergakademie Freiberg und der TU Dresden und soll im kommendem Jahr als GmbH gegründet werden. Entstanden ist die Idee in der Wissenschaftler-Gruppe um Professor Dirk Meyer, dem Prorektor Bildung der TU Bergakademie Freiberg.

„Saxray ist das beste Beispiel für einen Technologietransfer, wie also junge Freiberger Wissenschaftler die Ergebnisse ihrer Forschung in konkrete Business-Ideen umsetzen und in Form eines Produkts marktfähig machen“, sagt Meyer. Er ist einer der beiden Mentoren der jungen Wissenschaftler und Mitinitiator des Gründungsprojekts. Rat und Hilfe bei wirtschaftlichen, organisatorischen und rechtlichen Fragen bekommt das Team auch von einem Absolventen der TU Bergakademie: Der Dresdner Dr. Björn Wolf, Leiter der Technologietransferstelle des Forschungszentrums Dresden-Rossendorf, unterstützt die jungen Wissenschaftler.

Bis 2004 hat Tilmann Leisegang in Dresden Physik studiert. 2010 promovierte er an der Fakultät für Chemie und Physik der TU Bergakademie Freiberg mit dem höchsten Prädikat "summa cum laude". In seiner Doktorarbeit nutzte er die Röntgenanalytik, um Fragen der Materialwissenschaften zu untersuchen. Dabei beschäftigte er sich mit ganz besonderen Materialien: Den Seltenen Erden in Verbindung mit anderen Stoffen.

„Mit unseren Komponenten sind Röntgenanalysegeräte der Materialwissenschaft leichter zu handhaben, das vereinfacht beispielsweise die Forschung und Entwicklung neuer Materialien für die Solarindustrie.“ Im Moment ist das Team von SAXRAY dabei, serienfähige Prototypen zu entwickeln. Die nächsten großen Herausforderungen sind, Kooperationspartner für den Vertrieb zu finden, für das neue Produkt zu werben und Startkapital zu akquirieren. Im kommenden Jahr soll der erste Prototyp bei Testkunden im Routinebetrieb erprobt werden.

Der 33-jährige Dresdner hat den Start in die Selbstständigkeit mit einem Exist-Gründerstipendium finanziert. Exist unterstützt Gründerinnen und Gründer aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen, die ihre Gründungsidee in einen Businessplan umsetzen wollen. „Wir sind ein Beispiel, wie aus wissenschaftlicher Forschung neuartige Technologien in innovative Produkte umgesetzt und Arbeitsplätze geschaffen werden können“, sagt Tilmann Leisegang.

Ansprechpartner: 
Cornelia Riedel