Neue Ausgründung nimmt Arbeit zum ressourcenschonenden und sicheren Abbau von Rohstoffen auf

Gesteinsschneiden. Foto: TU Bergakademie Freiberg
Im Oktober 2020 hat an der TU Bergakademie Freiberg das Startup-Projekt „Rockfeel“ begonnen. In diesem entwickeln vier Forscher/innen fortan ein Analysesystem zur Online-Bestimmung von Gesteinseigenschaften, das die Arbeit im Berg- und Tunnelbau künftig sicherer und umweltfreundlicher machen soll.

Logo RockfeelZur Durchführung und Auswertung der Messungen entwickeln die Gründer entsprechende Hard- und Software. Das System soll an moderne  Gewinnungs- und Vortriebsmaschinen angebracht werden, die während des Betriebs mit ihren Schneidewerkzeugen in Echtzeit Festigkeitsunterschiede auf Gesteinsoberflächen erkennen können. So lassen sich Mineralisationszonen vor Ort erkennen und der Abbau zielgerichtet anpassen. Dieser selektive Abbau ist aus Sicht der Gesamtprozesskette nicht nur energiesparender, sondern er verringert zugleich die anfallenden Abraummengen und ermöglicht eine individuellere Aufbereitung.

Die Projektgruppe um (v.l.) Katharina Rosin, Dr. Taras Shepel, Dr. Jörg Bretschneider und Prof. Dr. Carsten Drebenstedt. Foto: TU Bergakademie FreibergDas Projekt geht aus der vom Freistaat Sachsen und der Europäischen Union von 2016 bis 2019 an der TU Bergakademie Freiberg geförderten Nachwuchsforschergruppe InnoCrush hervor und wird wissenschaftlich von Prof. Carsten Drebenstedt unterstützt. An seiner Professur für Bergbau-Tagebau ist die schneidende Gewinnung von Locker- und Festgestein eine international anerkannte Kernkompetenz.

Das Ausgründungsprojekt "Rockfeel" wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) über einen EXIST-Forschungstransfer über 2 Jahre finanziert und vom Gründernetzwerk SAXEED betreut.Exist Logo

Hintergrund:

Allein in Sachsen werden jährlich zirka 20 Millionen Tonnen Festgestein abgebaut, üblicherweise durch Sprengarbeiten und weiterer Zerkleinerung zum finalen Produkt oder zur Weiterverarbeitung durch Brechen und Mahlen. Diese Prozesse sind aber sehr energie- und verschleißintensiv und erfordern, wie zum Beispiel beim Sprengen, Betriebsunterbrechungen und besondere Sicherheitsmaßnahmen. Zudem haben sie spürbare Umweltauswirkungen, die es zu berücksichtigen gilt.

Ansprechpartner: 
Taras Shepel, Tel.: 03731 39-3565, E-Mail: Taras.Shepel@mabb.tu-freiberg.de