Neubau des Zentrums für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung übergeben

Innenhof des Zentrums für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung.
Auf dem ehemaligen Messeplatz in Freiberg ist am 22. Februar knapp zwei Jahre nach dem Richtfest das „Zentrum für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung“ (ZeHS) an die Forschenden der TU Bergakademie Freiberg offiziell übergeben worden.

Das ZeHS forscht auf dem Gebiet der Hochtemperaturprozesse und -materialien. Der wissenschaftliche Fokus liegt auf der Entwicklung ressourcen- und energieeffizienter Hochtemperatur-Technologien in Bereichen der Grundstoffindustrie. Der Forschungsneubau ermöglicht die Bündelung der an der TU Bergakademie Freiberg in diesen Bereichen in einzigartiger Weise vertretenen Kompetenzen unter einem Dach. Die Hochtemperatur-Stoffwandlung umfasst dabei alle Prozesse, die bei Temperaturen oberhalb von 500 Grad Celsius ablaufen. Neben der industrienahen Forschung werden am ZeHS auch umfangreiche Lehrkonzepte umgesetzt. So können Schulklassen beispielsweise in einem ausgedehnten Demonstrationslabor künftig Praktika absolvieren und in die Forschungsthematik eintauchen.

Anlässlich der Übergabe sagte Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann: „Erneut haben wir exzellente Bedingungen für die sächsische Hightech-Forschung geschaffen. Ein Neubau mit besonderen Anforderungen, sowohl technisch als auch stadtplanerisch. Der Freiberger Wissenschaftskorridor wächst und die Bergakademie gewinnt mit ihren international konkurrenzfähigen Forschungsbedingungen als einzige deutsche Ressourcenuniversität weiter an Strahlkraft. Über 47 Millionen Euro haben Freistaat und Bund investiert und damit erneut den hohen Stellenwert unterstrichen, den Forschung, Wissenschaft und Lehre in Sachsen haben.“

Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow sagte: „Mit der Konzentration der an der TU Bergakademie Freiberg vorhandenen Kompetenzen wird am ZeHS interdisziplinäres Forschen auf höchstem Niveau ermöglicht. Im Fokus der wissenschaftlichen Arbeit stehen Ressourcen und Energieeffizienz zur Schaffung nachhaltiger Industrieprozesse. Nicht ohne Grund hat der Wissenschaftsrat diesen technologischen Zielstellungen des ZeHS eine „sehr hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Relevanz“ bescheinigt, gehören sie doch zu den drängenden Aufgaben der Zukunft. Gleichzeitig steht die Forschung im ZeHS in der Tradition der Kern-Forschungsbereiche der ältesten montan-wissenschaftlichen Hochschule der Welt.“

„Mit dem Zentrum für effiziente Hochtemperatur-Stoffwandlung übernehmen wir heute eines der modernsten nationalen Forschungszentren für Hochtemperaturprozesse. Unter Leitung eines hochkarätigen Wissenschaftlerteams vereinen wir hier vielfältigste Fachdisziplinen aus allen sechs Fakultäten der Universität. Ausgestattet mit einer hervorragenden Forschungsinfrastruktur können unsere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen die Entwicklung ressourcen- und energieeffizienter Technologien, Materialien und Prozesse für verschiedenste Industriefelder und die Energiewende entscheidend vorantreiben und einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der weltweiten Klimaziele leisten“, erklärte Prof. Dr. Klaus-Dieter Barbknecht, Rektor der TU Bergakademie Freiberg.

„Das Zusammenwirken aller Beteiligten, darunter auch das SMWKT und das Baudezernat der TU Bergakademie Freiberg, erfolgte unter Moderation des SIB in einer ausgesprochen konstruktiven Weise, womit die Intentionen der Nutzeranforderungen sowie des gesamten Wettbewerbs hervorragend umgesetzt und die vorgesehene Bauzeit eingehalten werden konnten“, fügte Prof. Dr. Dirk C. Meyer, Wissenschaftlicher Sprecher des ZeHS, dankbar an.

Die Baukosten liegen bei 34,2 Millionen Euro. Über 80 Prozent der Aufträge konnten an sächsische Planungs- und Bauunternehmen vergeben werden. Für die umfangreiche technische Ausstattung, unter anderem Großgeräte und technische Öfen, sind zusätzlich etwa 13 Millionen Euro investiert worden. Für die Finanzierung des Forschungsbaus hatte sich die TU Bergakademie Freiberg erfolgreich in einem bundesweiten Wettbewerb um eine Förderempfehlung für Forschungsbauten an Hochschulen nach Artikel 91b Grundgesetz durchgesetzt. Die Gesamtkosten werden vom Bund und dem Freistaat Sachsen etwa hälftig getragen. Die Baumaßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Die architektonische Gestaltung des ZeHS folgt dem Prinzip einer harten Schale in Form eines Klinkermauerwerks als Außenfassade, sowie einem „aufgebrochenen Amethyst“ mit gläserner und farbiger Gestaltung des Innenhofes. Aufgrund der farblichen Gestaltung seines Innenhofs wird es auch „violettes Mineral“ genannt. Der Forschungsneubau gliedert sich in drei Bereiche: ein Bürogebäude, zwei Laborflügel mit einem Innenhof sowie zwei durch Lastkraftwagen befahrbare Technikumshallen für Großversuche. Insgesamt wurden 6.225 Quadratmeter Nutzfläche geschaffen.

Das Gebäude hat eine Maximalausdehnung von ca. 90 Meter mal 66 Meter. Das viergeschossige Bürogebäude mit seinen 17 Metern Höhe sticht dabei besonders hervor.

Zur Gestaltung des Foyerbereiches wurde ein Wettbewerb zur „Kunst am Bau“ ausgelobt, den der Künstler Axel Anklam gewonnen hat. Bei seinem Werk „Solaris“ wird das Sonnenlicht des Glasdaches über den Lichthof bis in das Foyer gelenkt, wo es auf eine metallische Wandverkleidung geworfen wird, welche eine fünftausendfach vergrößerte Aufnahme der Oberfläche eines titanoxid-beschichteten Edelstahlbleches darstellt und dem Raum durch die vielfachen Reflexionen des Lichts immer neue Lichtstimmungen verleiht. Somit verbindet sich Kunst mit den Forschungsinhalten der Wissenschaftler.

Das ZeHS wurde unter der Regie des Staatsbetriebes Sächsisches Immobilien- und Baumanagement als erster Baustein des „Freiberger Wissenschaftskorridors“ seit 2017 neu errichtet. Dieser wird zukünftig die historischen Verwaltungs- und Lehrgebäude im Stadtzentrum mit dem Campusgelände der Freiberger Universität nördlich des Stadtkerns verbinden. Das ZeHS fügt sich in die fußläufige Verbindung zwischen Campus und Altstadt ein. In direkter Nachbarschaft wird derzeit die neue Universitätsbibliothek mit Hörsaalzentrum als markante Landmarke errichtet.

Quelle: Pressemeldung des Sächsisches Staatsministerium der Finanzen

Ansprechpartner: 
Sächsisches Staatsministerium der Finanzen, Sandra Jäschke, Tel.: +49 351 564 40060