Machbarkeitsstudie zur Erdölförderung im Mittleren Osten gestartet

Mitarbeiter des Institutes bei der Präparation eines Versuches
Die Studie im Auftrag der Erdölfirma Tatweer Petroleum wird in den kommenden drei Jahren verschiedene Maßnahmen zur Erhöhung des sogenannten Entölungsgrades hinsichtlich ihrer Praxistauglichkeit untersuchen.

Das Institut für Bohrtechnik und Fluidbergbau der TU Bergakademie Freiberg konnte den Betreiber des Erdölfeldes im Königreich Bahrain in einer internationalen Ausschreibung von seiner Expertise überzeugen und erhält für die angewandte Forschung nun den Auftrag.

Untersucht werden im Rahmen der Studie drei verschiedene und besonders umweltschonende Verfahren, die dazu beitragen, den Entölungsgrad der Lagerstätte zu erhöhen. „Nach Ende der konventionellen Fördermaßnahmen eines Erdölfelds bleiben typischerweise rund 60 Prozent des flüssigen Golds in der Lagerstätte zurück“, erklärt Prof. Mohd Amro. „Anhand der Machbarkeitsstudie wollen wir nun herausfinden, wie ein Teil des verbleibenden Erdöls in der konkreten Lagerstätte mobilisiert werden kann, um es dann fördern zu können“, ergänzt der Leiter des Instituts für Bohrtechnik und Fluidbergbau der TU Bergakademie Freiberg. Dafür werten die Freiberger Forscher/innen in einem ersten Schritt die verfügbaren Lagerstättendaten aus, um dann später die Bohrkerne aus Bahrain in ihrem Labor zu untersuchen.

In Vorstudien haben sich drei Verfahren als besonders geeignet herausgestellt. Diese evaluiert das Team um Prof. Amro dann anhand der Laborversuche. Konkret werden die Kerne dabei erstens mit CO2, zweitens mit CO2-Schaum unter Lagerstättenbedingungen sowie, drittens, mit Tensiden behandelt. „Stellt sich eines der drei umweltschonenden Verfahren als technisch und ökonomisch sinnvoll heraus, schließen sich weitere Versuche im Feld an“, sagt Prof. Mohd Amro. „Wir sind stolz, dass wir den Betreiber des Erdölfeldes vom hohen ingenieurtechnischen Niveau auf dem Gebiet der Öl- und Gasgewinnung in Freiberg überzeugen konnten und warten gespannt auf die Zusammenarbeit mit einem Partner aus dem Mittleren Osten. Darüber hinaus ist das Projekt eine Möglichkeit, ein weiteres interessantes Promotionsthema an unserem Institut zu vergeben“, so der Professor.

Ansprechpartner: 
Prof. Dr.-Ing. Moh'd M. Amro, Tel. +49 3731 39-2542, Mohd.Amro@tbt.tu-freiberg.de