Kreislaufwirtschaft 2.0: Energieverfahrenstechniker planen Kooperation mit ATRITOR in England

Gruppenbild in einer Fertigungshalle
TU-Experten reisten am 14. Juni nach Coventry, um mit dem international anerkannten Firmenchef Seb Rosin über Möglichkeiten der Kooperation für die Aufbereitung von Abfällen als sekundäre Kohlenstoffquellen für die an der TU Freiberg entwickelten Technologien der Synthesegaserzeugung zu beraten.

In England besuchten Prof. Bernd Meyer und Dr. Denise Klinger vom Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen (IEC) der TU Bergakademie Freiberg das weltweit erfolgreich agierende Unternehmen für Spezialaufbereitungsmaschinen ATRITOR. Vor Ort diskutierten die Freiberger Wissenschaftler gemeinsam mit Seb Rosin, dem Eigentümer und Steuermann von ATRITOR, und dem Direktor David Wilkinson, wie Kunststoffverpackungs-Abfälle, Abfälle aus der Landwirtschaft, der Lebensmittel-Industrie oder unvermeidbare Abfälle aus dem Supermarkt zu wertvollen Einsatzstoffen für die am Institut IEC entwickelten Flexi-Technologien aufgewertet werden können.

Im Anschluss erhielten die Besucher aus Freiberg eine individuelle Führung durch die durchgängige Fertigungslinie am Firmenstandort, die beim Metallguss beginnt und über die Metallbearbeitung bis hin zum Essemblierung der Aufbereitungsmaschinen reicht. Das Unternehmen zeichnet sich durch eine einmalig hohe Flexibilität für kundenspezifische, individuelle Lösungen aus. Das Interesse der Freiberger galt besonders auch dem Technikum für Trocknungs- und Zerkleinerungsprozesse.

„ATRITOR ist ein potentiell wichtiger Industriepartner der TU Bergakademie für die Forschung und Entwicklung zur Erschließung von bisher nicht nutzbaren Abfällen als sekundäre Kohlenstoffquellen für die Kohlenstoffkreislauwirtschaft“, erklärt Prof. Dr. Bernd Meyer.

Ein weiterer Anlass für den Besuch war die Fortsetzung der persönlichen Kontakte mit dem „alten“ Bekannten der Bergakademie, Seb Rosin, dem Sohn von Paul Rosin (1890-1967, Rosin-Rammler-Sperling-Bennet Häufigkeitsverteilung). Paul Rosin war bis zur Flucht der ganzen Familie vor den Nationalsozialisten aus Deutschland im Jahre 1938 wissenschaftlicher Weggefährte des späteren Professors der Bergakademie Erich Rammler. Sein Sohn Seb Rosin besuchte die TU Bergakademie erstmals 2013 anlässlich des Kolloquiums „80 Jahre RRSB-Verteilung“. Danach übereignete er der früheren Wirkungsstätte von Erich Rammler, dem Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen, Bücher und ein Ölgemälde seines Vaters, die im historischen Kabinett des Instituts einen würdigen Rahmen gefunden haben.

Heute feiert Seb Rosin (geb. 15.06.1926) seinen 92. Geburtstag. Die TU Bergakademie Freiberg gratuliert Seb Rosin auf das Herzlichste und wünscht alles erdenklich Gute und weiterhin Ideenreichtum, Schaffensdrang und nicht nachlassendes Interesse an der Gestaltung der Zukunft von ATRITOR bei bester Gesundheit. Der Jubilar und die Führungsspitze von ATRITOR wollen die TU Bergakademie Freiberg im September besuchen und das Gespräch fortsetzen.

Ansprechpartner: 
Prof. Bernd Meyer, Tel.: 03731/39-4510