Kleine Forscher an der TU Bergakademie Freiberg entwickeln Brettspiel zum Welterbe

Aufsicht auf den Prototyp eines Brettspiels
Der Prototyp für das Welterbespiel sowie eine touristische Idee für „Kurprinzer Bergwerkskanäle“ überzeugten das Kuratorium Erster Förderpreis „Montanregion Erzgebirge/ Krušnohorí“ und können ihre prämierten Ideen nun umsetzen.

Wie die Stadt Freiberg mitteilt, ist der jüngste Preis der Stadt, der Förderpreis Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí ein wichtiges Puzzleteil in einer großen, bunten Palette, mit der die Universitäts- und Silberstadt ihren Welterbetitel weiter befördern und in die Welt hinaus tragen will. Am 22. Juli ist der einzige Preis der Stadt, der auch über Ländergrenzen hinweg vergeben wird, erstmals verliehen worden. Unter 16 Bewerbern überzeugten sowohl die Kleinen Forscher an der TU Bergakademie mit ihrer Idee eines Welterbespiels, wie auch Dr. Dieter Mucke aus Großschirma mit seinem Vorhaben, die Kurprinzer Bergwerkskanäle für Touristen zugänglich zu machen.

„Wir hatten große Erwartungen an den neuen Preis – und sie sind trotzdem gleich zum Auftakt überboten worden“, zeigte sich der Freiberger Oberbürgermeister Sven Krüger bei der Preisverleihung begeistert. 16 durchweg interessante und völlig unterschiedliche Bewerbungen waren für den Preis eingereicht worden. Sie kamen aus Freiberg und Umgebung, aus Rossau und dem Osterzgebirge. Die Ideen und Vorhaben reichten dabei von Buch- und Münzprojekten über neue Stadtrundgänge und Wanderwege, Info-Tafeln, Faltblätter und digitale Angebote bis hin zu Aktionstagen. So war es eine herausfordernde Aufgabe, unter den Bewerbern den Sieger zu küren. Da es die Satzung des Preises ausdrücklich zulässt, ist er wegen der Fülle und Wertigkeit der Vorschläge gleich zur Premiere geteilt und an zwei Preisträger verliehen worden. 5.000 Euro Preisgeld teilen sich die beiden Geehrten nun.

Zwei Ideen prämiert

Die Kleinen Forscher an der TU Bergakademie können nun ihre Idee des Welterbespiels „Unterwegs in der Montanregion Erzgebirge“ umsetzen. Es soll eine Mischung aus Würfel-, Strategie- und Aktionsspiel werden. Dabei sollen die Spielfiguren kleine Bergmänner sein. Ziel des Spiels, das für Jung und Alt gedacht sein soll, ist das spielerische Kennenlernen der Montanregion Erzgebirge sowie dessen Historie und Kultur. "Wir freuen uns über die Anerkennung für das Spiel mit dem Arbeitstitel "Argentum". Die Idee ist 2019 entstanden und nimmt jetzt konkrete Form an. Dank des Förderpreises können schon bald zwei Prototypen im Einsatz mit Test-Familien und -Kitas erprobt und verbessert werden", erklärt Kathrin Häußler vom Erfinderinnen-Duo der Kleinen Forscher an der TU Bergakademie Freiberg. 

Dr. Dieter Mucke wird nun daran gehen, die Kurprinzer Bergwerkskanäle für Touristen zu öffnen. Das Besondere der Bergwerkskanäle: Hier sind erstmals in der Bergbaugeschichte ein Kahnhebewerk realisiert und ein sogenannter Düker eingesetzt worden. Nun wird beabsichtigt, Bootsfahrten auf einem Teil der Kanäle zu ermöglichen sowie Einfahrten in das trocken liegende Kahnhebewerk. Außerdem könnten zugleich Infotafeln entstehen sowie ein neuer Wanderweg. Auch das Huthaus als Museum zu nutzen, ist Bestandteil des Projekts.

Mit der Annahme des Preises haben sich die Geehrten verpflichtet, bis Ende des Folgejahres nach der Auszeichnung ihr Projekt zu verwirklichen und dem Kuratorium vorzustellen. „Beide Projekte erfüllen wunderbar das Anliegen unseres Preises, unserer Welterbe aktiv zu beleben und bewahren“, betont OB Krüger. Er dankt allen, die sich auf so vielfältige und interessante Art und Weise am Wettbewerb beteiligt haben. „Gern honorieren und unterstützen wir mit dem Preis das Engagement der vielen Vereine und Bürger, die sich tagtäglich für unser aller Erbe einsetzen.“

In Freiberg wird der Welterbegedanke vielfältig be- und gelebt: Alljährlich gibt es Veranstaltungen zum Welterbetag sowie zum Tag des offenen Denkmals, es sind zwei Stadtführungen sowie Rad- und Wandertouren entwickelt worden. Der ausgerufene Welterbe-Wettbewerb richtete sich speziell an Schüler. Analoge Info-Stelen, Broschüren und Flyer sowie Begrüßungsschilder an allen Bundesstraßen der Stadt informieren über den Titel. Angelaufen sind inzwischen die Planungen für „unser Welterbezentrum, das auf der Peterstraße entstehen wird.“   

Über den Förderpreis

Der Förderpreis Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí ist der jüngste Freiberger Preis. Er ist erst im vergangenen Jahr etabliert worden und mit 5.000 Euro dotiert. Außerdem erhalten die Preisträger eine Urkunde und eine Preistafel. Bewerben können sich Einzelpersonen oder Gruppen, deren Mitglieder gemeinsam an einem Projekt arbeiten. Die bis jeweils 31. Dezember jedes Jahres eingereichten Vorschläge dürfen noch nicht prämiert oder durch eine andere Institution gefördert sein.

Zum Kuratorium gehören neben der Stadt Freiberg die Stadtwerke AG, die TU Bergakademie, der Silberstadt e.V. und die VR-Bank Mittelsachsen eG. Sie stellen gemeinsam auch das Preisgeld des jährlichen Preises. Außerdem konnte fürs Kuratorium der Verein „Welterbe Montanregion Erzgebirge“ gewonnen werden.

Der Förderpreis Montanregion Erzgebirge/Krušnohorí ist einer von fünf Preisen, die die Stadt Freiberg jährlich vergibt. Er ist der einzige, der über die Stadtgrenzen hinaus verliehen wird. Vergeben werden kann er auch für Projekte in Tschechien, die zur Montanregion gehören.

Fragen beantwortet / Contact: 
Kathrin Häußler, Christiane Biermann, kathrin.haeussler@kleineforscher.tu-freiberg.de