Investition in die Zukunft: Fördergerüst des Forschungs- und Lehrbergwerks wird saniert

Blick auf das Fördergerüst des Forschungs- und Lehrbergwerks "Reiche Zeche"
Die in 2021 geplanten Maßnahmen auf der Reichen Zeche umfassen eine grundlegende Sanierung der übertägigen Förderanlagen in Höhe von 2,6 Millionen Euro. Damit werden vor allem die exzellenten Lehr- und Forschungsbedingungen im deutschlandweit einzigartigen Uni-Bergwerk gesichert und ausgebaut.

Das Forschungs- und Lehrbergwerk der TU Bergakademie Freiberg ist national und international ein gefragter Partner in Wissenschaft und Industrie. Es bietet einmalige Forschungs- und Ausbildungsmöglichkeiten unter Tage. So werden dort beispielsweise Roboter- und Sensorsysteme für den Einsatz in unwegsamem Terrain erprobt oder der Einsatz von Bakterien für die Gewinnung von Hightech-Metallen in Untertagelaboren erforscht. „Mit der jetzt beginnenden Erneuerung rüsten wir das Bergwerk für die künftigen Aufgaben der Universität im Rohstoff- und Ressourcenbereich. Der erste Meilenstein auf diesem Weg ist die Sanierung des Fördergerüstes in diesem Jahr“, erklärt Jens Then, der amtierende Kanzler der TU Bergakademie Freiberg. Die notwendigen Vorbereitungs- und Rückbauarbeiten für die 7-monatige Bauphase am Fördergerüst sind schon in vollem Gange. Anfang Mai erfolgt vorrausichtlich die Demontage.  Bis zum Ende des Sommers soll das markante Bauwerk dann wieder sichtbar sein.

Weitere Sanierungsschritte in Planung

Die Sanierung des Fördergerüstes stellt den Auftakt für eine Vielzahl weiterer Baumaßnahmen dar, die sich über die nächsten Jahre erstrecken. Dazu gehören unter anderem auch die Modernisierung der gesamten Schachtförderanlage sowie Maßnahmen zur Verbesserung der untertägigen Wetterführung und der Infrastruktur. „Ziel ist neben der langfristigen technischen Sicherstellung des Bergwerkes auf der Reichen Zeche auch die nachhaltige Stärkung der modernen Forschungsmöglichkeiten und des dazugehörigen Besucherbetriebes“, erklärt Prof. Helmut Mischo, Wissenschaftlicher Direktor des Forschungs-und Lehrbergwerkes der TU Bergakademie Freiberg. Finanziert werden die Sanierungsarbeiten vom Freistaat Sachsen. Auf Grundlage einer vertraglichen Vereinbarung zwischen dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement und der TU Bergakademie Freiberg kann die Universität die geplanten Baumaßnahmen in Eigenregie umsetzen.

Besucherbetrieb wird heruntergefahren

Zur Reichen Zeche gehört neben dem Forschungs- und Lehrbetrieb auch die touristische Nutzung, die der Förderverein Himmelfahrt Fundgrube managt. Durch die Baumaßnahmen ergeben sich auch für den Besucherbetrieb Einschränkungen. Der Förderverein prüft hier zurzeit alternative Angebote wie Übertagetouren. Nach der Sanierung (voraussichtlich Ende 2021) können BesucherInnen wieder das umfassende Führungsangebot nutzen, zu denen auch die zwei für die Sächsische Landesausstellung neu konzipierten Touren (Entdecker- und ForscherTour) gehören. Diese musste Corona-bedingt im November 2020 vorzeitig beendet werden.

Wahrzeichen der Stadt Freiberg und Teil des UNESCO-Welterbe

Das Fördergerüst und die dazugehörige Fördermaschine des Forschungs- und Lehrbergwerks „Reiche Zeche“ sind bedeutende technische Denkmäler, die seit 2019 auch Bestandteil der UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří sind. Die Komponenten stammen aus den 1940er und -50er Jahren. Als markantes, weithin sichtbares Bauwerk, zählt das Fördergerüst als Wahrzeichen der Universitätsstadt Freiberg. 

Fragen zu diesem Thema beantwortet: 
Prof. Dr. Helmut Mischo, Tel.: 03731/39-2044 und Ingolf Köhler (Baumaßnahmen), Tel.: 03731/39-2716