Institut für Mechanik und Fluiddynamik erwirbt historische Silbertafel für Weisbach-Sammlung

Ansicht der historischen Silbertafel in der Weisbach Sammlung
Die vom Institut für Mechanik und Fluiddynamik (IMFD) betreute ruhmreiche Weisbach-Sammlung erhielt kürzlich ein besonderes Objekt: die Ehrentafel, welche Professor Hermann Undeutsch (1844-1912) im September 1910 anlässlich seiner Pensionierung vom Kollegium der Bergakademie überreicht bekam.

In einem repräsentativen Raum des Weisbach-Baus in der Lampadiusstraße befindet sich die durch Julius Ludwig Weisbach (1806-1871) aufgebaute Sammlung. Die Stücke dokumentieren die Forschungstätigkeit des Professors und dessen bedeutende Leistungen zur Entwicklung der Strömungstechnik. Doch dass die heute mehr als 300 Modelle und Gerätschaften erhalten geblieben sind, ist vor allem ein Verdienst von Hermann Undeutsch (1844-1912). Der Professor für Mechanik und Maschinenlehre inventarisierte und katalogisierte in den Jahren nach 1874 die Sammlung seines Vorgängers.

Nun kehrte ein besonderes Stück zurück, das Sammlungsgründer Undeutsch im September 1910 als Abschiedsgeschenk überreicht bekam: eine Silberplatte, auf der sich das gesamte Professorenkollegium der Bergakademie verewigte. Professor Dr. Rüdiger Schwarze freut sich über den Zugang: „Das Stück ist nicht nur aufgrund seiner edlen Verarbeitung etwas ganz Besonderes, die Tafel ist vor allem von hohem ideellen Wert.“ So finden sich hier die Unterschriften von die Freiberger Universitätsgeschichte prägenden Namen wie Richard Beck, Friedrich Kolbeck, Erwin Papperitz, Carl Schiffner oder Emil Treptow.

Mit Unterstützung von Kustos Dr. Andreas Benz hatte man Kontakt zu dem privaten Verkäufer aufgenommen und dafür gesorgt, dass die Tafel innerhalb kurzer Zeit nach Freiberg zurückkehren konnte. „Ein findiger Senior aus Nordrhein-Westfalen hatte die Platte von einem Bekannten gezeigt bekommen. Eigentlich wollte dieser sie zu einer Kunstauktion geben, was sich dann jedoch glücklicherweise verhindern ließ“, berichtet Dr. Benz.

Die Tafel hat nun einen Ehrenplatz in der Weisbach-Sammlung erhalten, die überwiegend aus Objekten besteht, die für strömungstechnische Untersuchungen genutzt wurden. „Es ist schön, dass sie nun an den Ort zurückgekommen ist, an dem sich all die Hinterlassenschaften befinden, die Professor Undeutsch einst zusammengetragen hat“, befindet Professor Schwarze.

Die Weisbach-Sammlung, die einen faszinierenden Einblick in die Ingenieurskunst während der Industrialisierung bietet, wird weiterhin in der Lehre eingesetzt und ist auf Anfrage zugänglich.

Fragen zu diesem Thema beantwortet: 
Prof. Dr. Rüdiger Schwarze, Dr. Andreas Benz