Inklusion: TU Bergakademie Freiberg gut aufgestellt

Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange mit der Studentin Juliane Sommer ©
Sachsens Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange informierte sich am 25. November während eines Besuchs des Schlossplatzquartiers und der Universitätsbibliothek an der TU Bergakademie Freiberg über die Verwendung der vom Freistaat bereitgestellten Mittel zur Verbesserung der Inklusion.

Juliane Sommer hat eine starke Sehschwäche. Dennoch kann sie in der Freiberger Universitätsbibliothek gut arbeiten, denn der Studentin des Studienfachs Business and Law steht ein top eingerichteter Arbeitsplatz für Sehbehinderte zur Verfügung. „Ich freue mich über die gute Ausstattung. So etwas ist leider nicht selbstverständlich“, lobt sie gegenüber der Wissenschaftsministerin Dr. Eva-Maria Stange. 

Behindertengerechter Arbeitsplatz mit Monitor und zugehöriger Lupe, Tastatur sowie Brailledisplay, Maus und Lautsprecher

Jeweils zwei Millionen Euro bekommen Sachsens Hochschulen 2015 und 2016, um die Inklusion von Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen zu verbessern. Ein Teil des Geldes floss unter anderem in die Ausstattung des Arbeitsplatzes in der Universitätsbibliothek. Dazu gehört ein behindertengerechter Computer mit Braillezeile, eine Arbeitsplatzleuchte mit jeweils einer warm- und einer kaltweißen Leuchtstoffröhre, die getrennt voneinander dimmbar sind. Dadurch sind die Kontraste von Buchseiten und -bildern besser zu erkennen. Buchbilder in Echtfarbe können über ein hochauflösendes Kamerasystem auf einem großen Bildschirm angezeigt werden. Juliane Sommer ist begeistert:  „Das Lesesystem ist ein echtes Hightech-Modell und auch ein Brailledrucker gehört normalerweise nicht zur Standard-Ausstattung.“

Lobenswert sei auch, dass die TU Bergakademie Freiberg den Studierenden für Studien- und Prüfungsleistungen mehr Vorbereitungszeit einräumt, als sie eigentlich verpflichtet ist. Zusätzlich zum vom Freistaat zur Verfügung gestellten Geld zur Verbesserung der Inklusion hat die Universität eigene Mittel in den Bau barrierefreier Zugänge investiert. „Ich denke, unsere Universität ist in Sachen Inklusion gut aufgestellt“, so Juliane Sommer. Dazu habe auch der Bezug des sanierten und barrierefrei gestalteten Schlossplatzquartiers beigetragen. Aber, kritisiert die Vorsitzende der „Arbeitsgemeinschaft Studieren mit Beeinträchtigung“ beim StuRa: „Die Beschriftung der Hörsäle, Seminarräume und Büros ist noch verbesserungswürdig.“ Mindestens 16 Pkt. Schriftgröße in Arial seien wünschenswert, am besten sei die Ausschilderung in Brailleschrift. 

Ministerin Dr. Eva-Maria Stange freute sich über das Lob von einer direkt Betroffenen und merkte, auch bezogen auf die kleine Kritik, an: „Ich denke, es ist eine mentale Frage, dass Menschen mit Einschränkungen die gleichen Chancen haben sollen.  Studierende und Mitarbeiter mit Behinderungen, chronischen und psychischen Erkrankungen an den sächsischen Hochschulen sollen an Lehre und Forschung gleichermaßen teilhaben können“. Dazu gehöre auch, sich in die Welt dieser Personengruppe hineinzuversetzen. Dies funktioniere an der TU Bergakademie Freiberg jedenfalls sehr gut. „Deshalb ist Freiberg ein sehr guter Studienstandort für Studierende mit Einschränkungen“, so Wissenschaftsministerin Stange.

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Zur Medieninformation des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst