Indien und Iran im Fokus des 5. Freiberger Feuerfestforums

Preisträgerin M. Eng. Vanessa Hopp, Universität Koblenz-Landau
Die Entwicklungen in Indien und Iran im Bereich "Feuerfest" waren das große Thema beim Forum in Freiberg, zu dem über 100 Wissenschaftler, Unternehmer und Studenten anreisten.

Beim 5. Freiberger Feuerfestforum tauschten sich über 100 Teilnehmer aus dem In- und Ausland aus Wissenschaft, Industrie und Fachverbänden über aktuelle Entwicklungen im Bereich „Feuerfest“ aus. Ein Schwerpunkt waren die Entwicklungen in Indien und Iran. Die Veranstaltung wurde gemeinsam mit dem Verein Meeting of Refractories Experts Freiberg e.V. durch das Schwerpunktprogramm 1418 „FIRE“, den Sonderforschungsbereich SFB 920, die Deutsche Gesellschaft für Materialkunde DGM und die Deutsche Keramische Gesellschaft DKG organisiert.  

Die Erforschung und Anwendung feuerfester Werkstoffe in aufstrebenden Ländermärkten standen im Mittelpunkt des 5. Freiberger Feuerfestforums vor kurzem (26.11.) an der TU Bergakademie Freiberg. Experten aus Indien und dem Iran waren der Einladung zu einem Vortrag auf dieser internationalen Veranstaltung gefolgt. Prof. Christos G. Aneziris, Inhaber des Lehrstuhls Keramik am Institut für Keramik, Glas- und Baustofftechnik an der Freiberger Hochschule und Organisator des Forums, begrüßte dazu unter anderem Dr. Arup Ghosh, führenden Wissenschaftler am CSIR-Central Glass & Ceramic Research Institute, Indien. Dr. Ghosh stellte Forschungsaktivitäten im Bereich der feuerfesten Werkstoffe vor, um den stetig steigenden Anforderungen an feuerfeste Werkstoffe zu begegnen. Prof. Farhad Golestani Fard von der Iran University of Science and Technology aus Teheran gab einen umfassenden Überblick zur Beeinflussung von Eigenschaften feuerfester Werkstoffe durch den Einsatz nanoskaliger Zusätze. Aktuelle Marktentwicklungen für feuerfeste Materialien und Anwendungen in Indien stellte Anirbandip Dasgupta, Geschäftsführer der Indian Refractory Makers Association, vor. Dr.-Ing. habil. Helge Jansen, Gastprofessor an der TU Freiberg und Geschäftsführer der Refratechnik Steel GmbH, Düsseldorf, präsentierte innovative Ansätze, um die Haltbarkeit von Feuerfestauskleidungen in der Kupfermetallurgie zu verbessern. 

Ein wichtiges Anliegen des Freiberger Feuerfestforums ist der ständige Dialog zwischen Vertretern der Wissenschaft und der Industrie für eine kontinuierliche Weiterentwicklung feuerfester Materialien. So soll steigenden Anforderungen der Endanwender oder Auflagen zu einer nachhaltigkeitsorientierten Wirtschaft begegnet werden. Zu neuen Erkenntnissen und innovativen Forschungsansätzen im Bereich Feuerfest konnten sich die Gäste auf einer Posterausstellung informieren: Die Teilprojekte des DFG-Schwerpunktprogramms 1418 sowie des Sonderforschungsbereichs 920 stellten gemeinsam ihre Projekte vor und standen für Fragen und Diskussionen zur Verfügung.   

Ebenso versteht sich das Feuerfestforum als wichtige Plattform zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Dazu stiftet der Verein „MORE – Meeting of Refractory Experts Freiberg e.V.“ jährlich den Theodor-Haase-Preis und zeichnet damit hervorragende Master- bzw. Diplomarbeiten auf dem Gebiet der „Feuerfest – Hochtemperaturanwendungen“ aus. Diesjährige Preisträgerin ist Frau M. Eng. Vanessa Hopp von der Universität Koblenz-Landau. Sie hat in ihrer Masterarbeit konventionelle Prüfmethoden weiterentwickelt, die die Widerstandskraft von Dichtstoffen (so genannte Kali-Wasserglas-gebundenen Kitte) gegen den schädlichen Einfluss mineralischer Säuren ermitteln können. „Die Arbeit zeigt einen grundlegend neuen Ansatz, um die komplexen Vorgänge der Strukturveränderung infolge chemischer Korrosion in den Materialien zu bewerten“, erklärt Prof. Peter Quirmbach von der Universität Koblenz-Landau, der die Arbeit betreut hat. Die Auszeichnung fand in Anwesenheit der über 100 Teilnehmer aus dem In- und Ausland statt. Der Preis erinnert an den Freiberger Wissenschaftler Theodor Haase und sein Engagement für die Ausbildung von Silikattechnikern.

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Prof. Christos Aneziris, Tel. -2505