Historische Gaslaterne und neues Denkmal zu Ehren Wilhelm August Lampadius eingeweiht

Zur Einweihung des Denkmals für Wilhelm ...
Mit gleich zwei Einweihungen feierte am 19. Juni die TU Bergakademie Freiberg das 200. Jubiläum des Gaslichts auf dem europäischen Kontinent. Der Vorstandsvorsitzende der Freiberger Stadtwerke, Axel Schneegans, und Dimosthenis Trimis, Professor für Gas- und Wärmetechnische Anlagen am Institut für Wärmetechnik und Thermodynamik der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, entzündeten am Freiberger Obermarkt eine Gaslaterne neu. Am frühen Abend wurde in Anwesenheit von Dr. Klaus-Dieter Barbknecht, Vorstandsmitglied des Leipziger Erdgasimporteurs VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft, auf dem Gelehrtenweg hinterm Schloss in Freiberg ein neues Denkmal zu Ehren Wilhelm August Lampadius´ eingeweiht.
Die Idee, eine historische Nachbildung der Lampadius-Gaslampe am Obermarkt aufzuhängen, stammt von dem Freiberger Dr. Klaus Zschoke. Der ehemalige Bergakademie-Mitarbeiter stiftete zudem die Informationstafel, die jetzt am Eckhaus Obermarkt/Kirchgässchen hängt und am 19. Juni feierlich durch Axel Schneegans, Vorstandsvorsitzender bei den Stadtwerken, und den Freiberger Gas- und Wärmetechnik-Professor Dimosthenis Trimis eingeweiht wurde.

"Lampadius wurde in vielen Stadtführungen nicht erwähnt, das wollte ich gern ändern", erzählt Zschoke. Inspirieren ließ sich der Freiberger von alten Aufzeichnungen aus dem Jahre 1813. Dort hatte er eine Zeichnung der Lampadius-Gaslampe gefunden. Die Anfang Juni nun auf dem Obermarkt befestigte Nachbildung enthält wie das Original sechs kleine Flämmchen, die aus sechs Röhrchen mit Erdgas betrieben werden. Finanziert wird die Lampe durch die Stadtwerke. Vom Hausanschluss des Gebäudes wurde extra eine Leitung zur etwa drei Meter hoch befestigten Lampe gelegt, um sie mit Erdgas zu betreiben.

Im Jahre 1812 hatte Wilhelm August Lampadius die Lampe probehalber an der Hauptwache auf dem Obermarkt installiert und eines Abends entzündet, um zu prüfen, wie weit seine Laterne, die er erst auf der Fischerstraße getestet hatte, einen freien Platz beleuchten kann. "Lampadius ging davon aus, dass drei Stück seiner neuartigen Gaslaternen ausgereicht hätten, um 20 herkömmliche Öllampen zu ersetzen", erzählt Zschoke. Die Hauptwache war ungefähr acht mal zehn Meter groß und stand am Rande des Obermarktes unmittelbar in der Nähe des Kirchgässchens, 1846 wurde sie abgerissen.

Dr. Klaus Zschoke hat 41 Jahre, von 1960 bis 2001, an der Bergakademie gearbeitet. 1960 hatte er als Assistent angefangen und bis zur Berentung am Institut für Wärmetechnik und technische Wärmedynamik gearbeitet.

Zweiter großer Höhepunkt der Lampadius-Ehrung am 19. Juni war die Enthüllung des Denkmals für den großen Freiberger Wissenschaftler am Gelehrtenweg in Freiberg. Aus 4,5 Tonnen brasilianischem und deutschem Stein ist eine Gedenkstätte entstanden, die Lampadius´ Ideen widerspiegelt. Auf dem Stein sind Solarzellen angebracht, die eine Flamme im Stein zum Leuchten bringen.

In seiner Rede dankte der Rektor der TU Bergakademie Freiberg, Prof. Bernd Meyer, den Initiatoren und Sponsoren. "Mit dem Gelehrtenweg wollen wir wichtige Persönlichkeiten würdigen und für unsere Ressourcenuniversität werben", so Prof. Meyer. Klaus-Dieter Barbknecht, Vorstandsmitglied des Leipziger Erdgasimporteurs VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft, betonte in seiner Rede die Bedeutung von Erdgas als wichtige Ressource und lobte die guten Beziehungen zur TU Bergakademie Freiberg. Barbknecht: "Unternehmen wie VNG sind auf gut ausgebildete Mitarbeiter angewiesen. Deshalb unterstützen wir die TU Bergakademie Freiberg gern in ihrem Engagement."

Das Lampadius-Denkmal ist von der VNG, dem Verein der Freunde und Förderer der TU Bergakademie Freiberg und der DBI Gas- und Umwelttechnik GmbH finanziert worden. Die Edelstahl- und Glaskonstruktion hatte die Schweizer Firma Schlosserei Glaser aus Basel erstellt, KREA-LED installierte die Licht- und Solaranlage an der Gedenkstätte. Die im nahegelegenen Schlema geborene Bildhauerin Susanne Roewer und der Architekt Bernhard Maier haben das Denkmal entworfen. Gefertigt hat das Kunstwerk der Freiberger Steinmetz Karl-Heinz Deisinger unter Schirmherrschaft des Vereins der Freunde und Förderer der TU Bergakademie.

Ansprechpartner: 
Cornelia Riedel