GraFa diskutiert Strategien zur Anwerbung von Promovenden

Die Graduierten- und Forschungsakademie (GraFA) der TU Bergakademie Freiberg führte am Mittwoch, dem 27.03.2013, im Rahmen ihres Anfang des Jahres begonnenen Projektes „Promovieren in Sachsen – International“ eine Fachtagung mit Vertretern der Partneruniversität Ústi nad Labem, der Wirtschaftsförderung Mittelsachsen, der Hochschule Mittweida, des Innoregio e.V. und der Stadt Freiberg durch. Die Teilnehmer diskutierten Ansätze und Strategien zur Anwerbung und langfristigen Bindung von Nachwuchswissenschaftlern an Hochschulen und die jeweilige Region. Des Weiteren wurden Ideen für eine wirtschaftsnahe Promotion vorgestellt. Die bilaterale promotionsbegleitende Kooperation der GraFa und der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústi nad Labem soll genutzt werden, um ein Unternehmensnetzwerk für die Anwerbung und Bindung des wissenschaftlichen Nachwuchses aufzubauen.
„Vor den Herausforderungen eines zunehmenden Wettbewerbs um die besten jungen Wissenschaftler und Forscher steht auch die TU Bergakademie Freiberg.“, so Projektleiterin Alena Fröde von der GraFA. „Ein regionales und internationales Netzwerk mit Partnern aus der Wirtschaft und der Wirtschaftsförderung sowie des Standortmarketings ist wichtig, um die richtigen Instrumente für die Anwerbung und Bindung von Nachwuchswissenschaftlern zu entwickeln und einzusetzen.“ Auf der Fachtagung wurde daher zu folgenden Fragen diskutiert: Was bringt die zukünftigen Promovenden dazu sich für eine Hochschule zu entscheiden? Welche Möglichkeiten hat eine Hochschule, Aufmerksamkeit auf sich zu lenken und zu halten?

Die Projektverantwortlichen der GraFA erläuterten in diesem Zusammenhang den aktuellen Stand ihrer eigenen Forschungsarbeiten, deren Auswertung im Sommer 2013 ausschlaggebend für die Konzeption des bilateralen Promotionsprogrammes sein wird. Da es lediglich auf europäischer Ebene vergleichbare Studien zum Mobilitätsverhalten angehender Promovenden gibt, wird Frau Dr. Angelique Leszczawski-Schwerk, Projektmitarbeiterin und Gleichstellungsbeauftragte der GraFA, mit ihrer Studie zu Mobilitätsauslösern für in- und ausländische Studierende einen bislang einmaligen Beitrag zu diesem Thema in Deutschland leisten. „Vorläufig kann man sagen, dass die Mobilität der zukünftigen Promovierenden davon beeinflusst wird, welche Perspektiven sich für sie im Unternehmen öffnen“, schlussfolgert Leszczawski-Schwerk. „Außerdem ist für eine Erhöhung der Mobilität Studierender und ihre langfristige Bindung wichtig, dass die Lebensbedingungen in den Regionen ihren emotionalen und kulturellen Bedürfnissen entsprechen.“

Projektmitarbeiterin Dr. Corina Dunger stellte die These auf, dass die Teilhabe der Promovierenden an der Unternehmenskultur ein wichtiger Weg sei, sie langfristig in die Unternehmen zu integrieren. Die anschließende Diskussion bestätigte ihre Behauptung, da auf diesem Weg gewährleistet sei, dass einerseits die Unternehmen vom Wissenstransfer der Promovenden profitieren, andererseits die Promovierenden Erfahrungen in der Unternehmensführung gewinnen können. In Bezug darauf wurden notwendige Bedingungen zusammengetragen, damit Promovierende während der Promotionszeit in regionalen Unternehmen und im Unternehmensmanagement tätig werden können. Die Teilnehmer stellten Lösungsmöglichkeiten zusammen, wie eine strukturierte Promotion zwischen Unternehmen und Hochschule gestaltet werden kann.

Das Projekt „Promovieren in Sachsen – International“ zielt auf die Etablierung promotionsbegleitender Bildungsangebote, die wirtschafts- und praxisnah frühzeitig Arbeitserfahrungen in der Forschung und in Entwicklungsbereichen der Industrie ermöglichen sollen. Das bilaterale Programm wird zu Beginn des Jahres 2014 für beide Kooperationspartner gestartet und der Austausch Promovierender zwischen der TU Bergakademie Freiberg und der Jan-Evangelista-Purkyně-Universität in Ústi nad Labem beginnen. Das wichtigste langfristige Ziel ist der Ausbau eines internationalen Forschungs- und Kooperationsnetzwerkes für die Gewinnung von Nachwuchswissenschaftlern. Zu diesem Zweck wird es zum Abschluss der Projektphase am Ende des Jahres 2014 eine internationale Fachtagung geben, bei der die Ergebnisse präsentiert werden.
Ansprechpartner: 
Alena Fröde