Gold für Freiberger Universitätsbibliothek

Universitätsbibliothek "Georgius Agricola"
Am 9. Juli veröffentlichte der Deutsche Bibliotheksverband die Ergebnisse aus dem bundesweiten Bibliotheksranking.

Beim bundesweiten Bibliotheksranking BIX hat die Universitätsbibliothek der TU Bergakademie Freiberg bei den einschichtigen wissenschaftlichen Bibliotheken in allen vier Disziplinen – Angebot, Nutzung, Effizienz und Entwicklungspotential – ihren Platz in der Goldgruppe verteidigen können. Die Uni-Bibliothek scheut den regelmäßigen Vergleich mit anderen Bibliotheken nicht. „Wir haben das neunte Mal beim BIX mitgemacht, und jetzt das dritte Mal in Folge dieses tolle Ergebnis erreicht“, sagt Sabine Albani, amtierende Bibliotheksdirektorin. Insgesamt 38 einschichtige wissenschaftliche Bibliotheken aus Deutschland, Österreich, Schweiz und Italien stellten sich dem Vergleich.

War sie im vergangenen Jahr die beste unter den ostdeutschen Uni-Bibliotheken, so ist die Freiberger Universitätsbibliothek "Georgius Agricola" in diesem Jahr die einzige aller teilnehmenden deutschen Universitätsbibliotheken mit diesem Resultat. Darauf ist Sabine Albani besonders stolz. „Wir waren selber überrascht, dass wir in Deutschland die einzige Bibliothek sind, die in allen vier Kategorien Gold vorweisen kann. Diese Auszeichnung spornt uns natürlich an, auch zukünftig unseren Studierenden und Nutzern bestmögliche  Services und Arbeitsbedingungen anzubieten.“ In der Bibliothek mit knapp 10.000 Nutzern arbeiten 40 Mitarbeiter.

Dabei muss jedoch eine Einschränkung gemacht werden: auf die Arbeitsbedingungen können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des in die Jahre gekommenen Bibliotheksgebäudes aus den 80ern (damals für ca. 2.000 Nutzer gebaut) kaum Einfluss nehmen. Erst Ende Mai wurde wieder einmal deutlich, wie dringend ein Neubau nötig ist, als aufgrund eines Starkregens in das Kellermagazin Wasser eindrang und viele historisch wertvolle Buchbestände in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der entstandene Schaden beläuft sich auf etwa 50.000 Euro (ohne die Kosten für die Gefriertrocknung). „Die sehr guten Leistungen der Bibliothek stehen in krassem Gegensatz zu der veralteten maroden Bausubstanz und den teilweise schlechten Bedingungen. So haben wir in unserem licht- und sonnendurchfluteten Lesesaal nur noch Bruchstücke eines Blendschutzes. Wir hoffen gemeinsam mit unseren Nutzern auf den baldigen Neubau, der uns seit Jahren in Aussicht gestellt wird“, fügt Sabine Albani an. Die Bibliotheksleitung bereitet eine Buchpatenaktion vor (Start voraussichtlich im August), um die Spenden für die Restauration der beschädigten Bücher zu sammeln.     

Der BIX-Bibliotheksindex ist ein bundesweites Leistungsmessungsinstrument für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken. Sein Ziel ist es, die Leistungsfähigkeit von Bibliotheken anhand bestimmter Kennzahlen kurz, prägnant und dennoch aussagekräftig zu beschreiben. Der BIX wurde 1999 von der Bertelsmann Stiftung und dem Deutschen Bibliotheksverband entwickelt.

Als einschichtig werden Bibliotheken bezeichnet, wenn auch die Zweigbibliotheken einer zentralen Leitung unterliegen. Bei einem dualen oder zweischichtigen Bibliothekssystem dagegen unterliegen die Institutsbibliotheken einzelnen oder mehreren Professoren, Instituten oder einer Fakultät. 

Hier geht´s zum BIX 2014: http://tinyurl.com/ppshwkv

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